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1677 geborene Alexander; die folgende TochterUrsula Katharina, geboren 26. 10. 1679,heiratete den eben erwähnten Schenkendorf.Eva Margarethe ward Gattin des CarlAndreas Maxen-Wallmersdorf, der am dortigenSchloßportal ein schön in Stein gehauenes Alliancc-Wappen anbringen ließ. Es folgten noch: Carl19. 10. 1682; Wenzel 3. 2. 1684; ErdmnteSofie 2S. s. 1685; Christof Georg 7.12.1689;den Schluß, da die Mutter 4. 6. 1688 starb, bildeteCharlotte, von der im Kirchenbuch steht: Am26. 5. 1683 ward daß hoch Adlige Uhn RuhifcheHauß mit einer Tochter Scharr Lotte beschenkt."— Erdmute Sofie ward laut Ehevertrag i)vom 9. 11. 1707 Gattin des Kaspar HeinrichKnobelsdorf auf Kunersdorf und Topper undin 2. Ehe 19. 2. 1711 zu Kunersdorf des Hptm.Dav. Seb. v. d. Marwitz-Gleißen. Die „ScharrLotte" schloß 1. I. 1714 den Ehebund mit demMajor Battzer Dietrich?) v. d. Marwitz.
Bei Eröffnung des väterlichen Testaments zuSchmölln 13. 6.1721 einigten^ sich die drei Brüder:Alexander, Carl und Christof Georg dahin,daß Alexander die Anteile Schmölln für 21000und Radewisch für 12 000 Thlr., Carl die 3 AnteileKay für 28 500 Thlr. nebst 2333 Thlr. bar undChristof Georg die Anteile Oblat und Guhrenfür 18 000 und 13 000 Thlr. übernahm. Jederhatte an die Schwestern und an Legaten 3883 Thlr.herauszuzahlen. Der Grundbesitz war im ganzenmit 26 900 Thlr. belastet und einige Schwesternmußten statt barer Auszahlung mit Hypolhek-Vcrschreibung fürlieb nehmen. Das stürzte Carlspäter ins Unglück.
Das preußische Heer bot damals nicht für alleSöhne des Landes Raum. Landrat Christofs SohnAlexander, dann auch Christos Georg traten inein sächsisches Dragoner-Regiment in Großenhain.Alexander wurde mit 45 Jahren 24. 3. 1722Oberst des Regiments, das nun nach ihm„Regiment UNNUH-Dragoner" hieß. ZuWieicnbad bei Annaberg i. S. 4. 8. 1702 heiratete^)er Anna Sybilla Metzsch, aber die Ehe bliebkinderlos. Im Frühjahr 1723 war er mit seinerFrau von Dresden auf Urlaub nach Schmöllngereist, dort erkrankte er und starb 21. 3. 1728.Die Anzeige^ der Witwe traf 4 Tage später inDresden ein, sie selbst blieb in Schmölln, ihreschmale Pension genoß sie auch nur ein Jahr, dennam 26. 4. 1729 verschied auch sie. Eine vomPastor Mollern in Krossen zusammengestellteStammtafel dicktet diesem Paare 6 Kinder in erweis-licher Verwechslung an. Wieder ein Beweis, wieirreleitend solche Vermutungsnotizen trotz scheinbarerGlaubwürdigkeit werden können.
Alexanders Bruder Christof Georg, der indessen Regiment 23. 3. 1712 Kapitän gewordenwar, scheint unverheiratet geblieben zu sein undwurdet) in Leipzig 3. 5.1723 im Streit von KapitänNostitz erstochen. — Wenzel wurde schon bei der
0 St. A Berlin R. 4. Bd. 04 Bl. 4l."> Lchnsaktcn Kammerg. Berlin.-> Et. A. Berlin R. 22. S4S a Prozeßakten.9 Archiv Sahr.
0 Archiv Dresden.
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Erbteilung nicht mehr erwähnt, war also wohldamals schon tot, und nur Carl und die Schwesternsind als Erben sowohl Christof Georgs alsauch Alexanders genannt.
Carl allein Pflanzte die Familie fort. Inseinem Besitz waren nun die Güter Kay, wo er
— bis auf die in Oblat zugebrachten Jahre 1732—34
— wohnte, ferner halb Radewisch und Oblat. —Schmölln und Guhren waren zur Befriedigung derSchwestern verwendet. Carl war anfangs Kadettin Kolberg, dann in das Regiment Dllnwald-Dragoncr eingetreten, wo er 1703 den Abschiedgenommen haben soll, um die Bewirtschaftung vonKay zu übernehmen. Er heiratete 6. 10. 1708 zuMittenwalde Beate Luise Marwitz, Tochter vonDavid M.-Gleißen, Bärfelde usw. und MarieWaldow. 4 Kinderstammten aus dieser Ehe:David Christof, gb. 16. 10.1709, Carl Rudolf,gb.3v. II. 1710, dann Alexander, gb.31.12.1711,der aber ganz jung starb und Friedrich Leopold,gb. 1. 3. 1713. Der Vater Carl scheint wiederin preußische Dienste getreten zu sein, wenigstens?)erhielt er 20 4. 1721 den Charakter als preußischerMajor. Witwer geworden, heiratete er 23. 4. 1724wieder und zwar Juliane Helene Kupperwolff,Schwester des österreichischen Obersten K., von derihm noch 10 Kinder geboren wurden und zwar^)in Kay: Alexander, gb. 29. l. 1725, der vielUnheil über die Familie brachte, Carl Sigmund,gb. 14. 1. 1726, der 1746 -s, Gottlob, gb.13. I. 1727, Christos Baltasar, gb. 26. 2. 1728,endlich Ernst Adolf, gb. 21. 1. 1731, der zuletztin Züllichau als „geistesschwach" von seiner FrauJuliane Gottliebe Sack bis zum Ende 1785gepflegt wurde, worauf sie ein trübes Witwendaseinim Dorfe Tschicherzig führte. Über die Schicksaleihrer Söhne Carl Fridrich, gb. 7. 6. 1760 undFridrich Wilhelm, gb. 4. 3.1762 ist noch nichtsermittelt. — In Oblat wurden geboren: AdamAnglist 21.1.1732, WilhelmLndwig 1.1.1733und Maximilian Hcrrmann 20. 7. 1731.Daun wieder in Kay: Heinrich Rudolf Uli. 1735und als Schluß endlich ein Töchterchen CarolineMarjannc 16. 3. 1738. Diese heiratete 1756Fridrich Wilhelm Schenkendorf-Schmölln, derals 48 Jahre alter Leutnant im Regiment Derschau-Jnft. 1753 starb, worauf sie die zweite Gattin desBauchwitzer Benjamin Gotthilf U. wurde undihm den Schenkendorf-Anteil von Schmölln mit-brachte.
Carl war augenscheinlich schwach und schwankendveranlagt, aber gutmütig und ehrenhaft. Noch alsjuugcr Witwer beging er 1716 in Züllichau nächtlichweinselig ein paar tolle Streiche, die er beinahemit 600 Thlr. Slrase hätte büßen müssen^). Dennman ließ sich damals die Gelegenheit, den königl.Kassen Gelder zuzuführen, nicht so leicht entgehen.Aber für Carl ist es bezeichnend, daß er 1738,selbst schon in größter Bedrängnis, für eine Schuldvon 500 Thlr. glatt eintrat, die sein erstochener
y Kirchbücher.
°1 Geh. Kriegs-Kzl. Berlin.
2) Kirchbücher.
y St. A. Berlin RP. 22. Nr. -4«