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Die Neumärker Dnrugheö.
19. 5. 1699 zur Lehnshnldigung zugelassen >) alsein Klemziger und als Gesamthändcr mit Rico l-Krausche u. a. mitbelehnt. Man konnte ihn, dain den Lehnbriefen 2) vom 19. 5. 1699 zugleich11 U's, Darunter zwei Melchior genanntwerden, mit dem bereits obengenannten Melchiorvon Klemzig verwechseln. Aber er erweist sichsogleich bei der Huldigung als ein andrer durcheinen Antrag, den er von Krassen^) aus 18. 6. 1699bei der Lehnskammsr anbringt: „Ich habe heuteLehnspflicht getan. In meinen Lehnbrief sind u. a.Christof und Fribrich (— das sind dieobigen Söhne Valentins —) ins Lehn miteinbezogen. Weilen aber die andern Lehnsträger ...fast alle mit Tode abgegangen und xsr jus suaess-siorris dieselben Güter an mich in Klemzig gefallen,obgeregte meine Vettern aber all das ihrige wassie unter ihre Chursiirstltche Durchlaucht pvssedircuan Barschaft, Mobilien und Immobilien gänzlichaus diesen Landen in die von Polen trausferiret,daß Ihre Churfürstliche Gnaden oder die folgendeLehnsträger auf 'u Fall nicht das geringste zuBestärkung der Lehn von ihnen zu gewärtigen,mich aber und meine Lehns-successvrs, die Edlenehrenfesten wolbenambten Nicol und Conradtv. 1l„ Gevettern auf Krausche und Klemzig, welche.... stattlich begütert, .... in ihr Lehen zurgesamten Hand mit eingezogen und von denen inPole» nicht ein einziger Heller zur Lehen in diesemLande verlassen, wolgeregte mein? Vettern „weißwie"(viosvsrsa!) an deren Stelle zu surrogiren nichtunbillig. Als bitte ich ganz gehorsamlicb, denLehnbries 6s novo zn fertigen, damit itztgcdachteVettern statt derer in Polen, wie wir von ihnensie auch im Gegenteil an uns die gesamte Handund Lehnsuccestion mögen zu gewärtigen haben".
Man sieht, der junge Mann weih energisch seineAnsicht und das Recht seiner Vettern zu wahren.Zunächst war er nicht angesessen, sondern wahr-scheinlich im Kriegsdienst, dann heiratete erEleonore Knobelsdorf, die ihn: einenSohn Christof schenkte, aber bald daraus starb.1612 zahlte er Gelder an Hans Troschke-Langmcil.Als nun ein Schenkendorf 1613 starb und seineHälfte des großen Gutes Schmölln überschuldethinterließ, lieh Melchior den um Erhaltung desBesitzes bemühten Erben 23. 5. 1613 darauf15 999 Thlr.4) und als die Gläubiger damit nochnicht befiiedigt werden konnten, am 22. 2. 1611lischt) fernere 1999 Thlr., nimmt aber nun dasGut in Psandbesitz. Auch am 5. 9. 1614, als19 benachbarte Edelleute zusammen durch Bürg-schaft Ernst Neumann-Mosau im Besitz erhaltenwollen, fehlt er°) nicht. Diese großen Mittel kanner nur durch die zweite Heirat mit KatharinaKettwig, Witwe von Grimberg, die einTöchterchen Clarina mitbrachte, erlangt haben.Aus der zweiten Ehe entsproß eine TochterBarbara Magdalene, die 1661 gestorbene
-) St. A. Berlin R. 7S. Iis.
Ebenda.
»> Ebenda R. 7S II U. s.
9 Ebenda R. ». Bd. 19 Bl. 241.
Ebenda BI. 24s.
°) St. A. Berlin R. 4. Vd. 19 Bl. 240.
Gattin Nicol Wiedebachs von Zwippendorfim Sorau'schen, für die^) noch 12. 7. 1651 aufSchmölln 699 Thlr. eingetragen wurden. IhrMann 1' 5. 3. 1693 in Strophen. — Melchiorhat noch eine dritte Frau gehabt SusannePoppschütz, deren Tochter Barbara U.Wolfs Schlichtings Gattin wurde. Die Verhältnisseblieben aber nicht so glänzend, obwohl demMelchior auch ein Anteil Klemzig^) zufiel,womit er nach der Thronbesteigung des KurfürstenGeorg Wilhelm am 28. 3. 1629 belehnt wurde.Dort verbrieft er 9. 6. 1629 das Erbe^) seinerStiefkinder „Goltz" — also auch «usaunePoppschütz scheint Kinder erster Ehe mitgebrachtzu haben — während er Clarina Grünbergs Erbe26. 5. 1621 auf Schmölln^) sicherstellt, da sieJoachim Kalkreut heiratet.
Schon begann aber der wirtschaftliche Rückschlagder Kriegszeit. Noch am 26. 6. 1639 läßtMelchior zusammen mit seinem Sohne Christofvon Hans Hartwig Kottwitzb) entliehene 2S99 Thlr.eintragen. Bald starb nun Melchior und seinSohn und Erbe Christof ließ laut Vergleich vom23. 7. 1639 für die Stiefmutter SusannePoppschütz6) 2599 Thlr. auf Schmölln eintragen.13. 8. 1639 schloß Christof als Ritterschafts-vertreter ein Abkommen mit dem durchziehendenschwedischen General Sielerhocke. Wirtschaftlichwar schwere Zeit. Auch die Heirat Christofsmit Barbara Kalkreut von Nackow konnte denVerfall nicht aushalten, immer neue Schuldeinlra-guugen treten auf, deren Aufzählung hier erlassenbleiben möge. Auch sür den alten Klemziger OnkelMelchior?), der nun im Polnischen auf Tirschtiegelsaß, wurden 5. 19. 1612 noch 699 Thlr. eingetragen.Christofs tragisches Ende 1619 hängt vielleichtmit diesem Darlehn zusammen. Der Frau entgegen-reitend, die den Onkel besucht und zum Geldgeber:bewogen haben mochte, erblickte er sie jenseits desschmalen, aber sich weit herumziehenden WoynowoerSees und büßte das waghalsige Reiterstück, ihrdurch den See schwimmend rasch näher zu kommen,indem er vor ihren Augen im See samt seinemPferde versank. Drei unmündige Söhne: Joachim,geb. 1635, Christof, geb. 16. 8. 1633 undBaltasar, geb. 1619 blieben^) so gut wie un-versorgt zurück. 2. 12.1659 wurde den Vormünderngar aufgegeben, weil Großvater Melchior einst3899 Thlr. Bürgschaft für Hans Kalkreut über-nommen, 2999 Thlr. aus einem Erbanfall derMündel preiszugeben (Glog. III 13 k. III). EineI6Z3 geb. Tochter Nrsula heiratete 1657 ChristianDietrich Löben- Kah und in zweiter Ehe KasparKnobelsdorf. „
Joachim der Alteste war anfangs Sergeantim preußischen Regiment Prinz Philipp Wilhelmund taucht später einmal in Schlesien wieder auf.Beim Regierungsantritt des Großen Kurfürsten
l) St. A. Berlin R. 4. Bd. Zo II Bl. 57Z.
Ebenda Bd. 211> Bd. SS.
») Ebenda Bd. 22 b Bl. III.
>1 Ebenda Vd. 19. Bl. 22b n. Bd. Z2 II Bl. 4SI.-I Ebenda Bd. IS Bl. S94.
°) Ebenda Bl. SIS.
Ebenda Bd. 2S Bl. 240.sj Kirchb. Klemzig.