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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
97-98
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Die Neumärker Unrugher.

Ys

muten seine Sühne Wenzel, Adam und Daniel

Lehn uns Liebschütz und Tschau^). Adam undDaniel begnügen sich mit Gesamthand an Guhlow,das sie Wenzel allein überlassen, er wird 3, 2> 1608zu Krossen damit belehnt und erhält 20. 5. 1609seinen Lehnbrief. Adam zieht sich auf Tschauzurück, Daniel huldigt 2. 5. 1612 für Liebschütz2)und erwirbt Wenzels Anrechte daran 2S. 11. 1612,der, um dort lehnsfähig zu bleiben, sich nurl8 Weißgroschen Zins auf Fechners Garten vor-behält. 25. 10. 1613 verkauft er auch Guhlowan Daniel für 4800 Thlr., was erst 29. 9. 1614bestätigt und eingetragen Wirdes. Wenzel läßtin Glogau22. 11. 1613 in Vollmacht seines BrudersAdam, derwegen seiner Leibcsbeschwer undUnvermöglichkeit nicht selbst kommen kann",4 Gärtner und Bauern in Tschau an den BirnbaumerVetter Baltasar aus^).

Adam- Tschau war anscheinend kinderlos ver-heiratet, vielleicht mit einer Schwester von WenzelsFrau, denn 11. I. 1616 ist von einem Vertragvom 24. 11. 1613 die Rede, wonach Wenzelnun an Adams Frau binnen 4 Wochendie200 Thlr. nebst 50 Thlr. Kosten" zahlen muß").Adam selbst verbrieft in Krossen 1619 denSchmolckes (Brüdern seiner Frau?) 1500 Thlr.").Bald darauf scheint er gestorben zu sein.

Der schon oben erwähnte Herwigsdorfer Adamhatte 30. 7. 1614 von Christian Gersdorff einAnteil Drentkau gekauft, besaß aber auch Leitersdorfbei Krossen. Dies tauscht er mit Daniel gegenGuhlow, was Kurfürst Joh. Sigmund 16. 10. 1619genehmigt. Adam heißt dader Vetter imKeyserischen" und bringt Daniel dazu, ihm auchsein Anteil Drentkau abzunehmen, denn schon 1620sitzt er wieder auf Luisderf bei Sagan. Als solcherbezeugt er 18. 9. 1630 vor dem Amt Glogau, daßer diesen Anteil Drentkau s. Z. dem nun verstorbenenDaniel verkauft hahe und läßt ihn nun erst anFriedrich Sehlgast (Salgast) als Vormund vonDaniels Erben auf, der ihn weiter, zugleichnamens der Mitvormünder: W e n z e l-Lübschützund Sigmund Friedrich Knobelsdorf, an DanielsWitwe Juliane geb. Salgast ausläßt?).

Aus andern Urkunden geht hervor, daß Danielschon anfangs 1625 starb. Wenzel klagt 22. 5. 1623gegen seine Witwe um seine Lehnsmitrechte anDrentkau"). Da aber die Lehnsqualität streitig ist,kommt I. 7. 1625 ein Vergleich mit ihr und denVormündern der drei minderjährigen Töchter zuStande").

21. 7. 1637 huldigt, eben mündig geworden,Otto Heinrich für Lübschütz^"), der anscheinendDaniels Sohn ist, vielleicht aber Wenzels. DessenWitwe, die nun als Ursula geb. Stößel genanntist, erbittet den Lawalder Georg Otto zum

>1 A. Berlin. R. 1 Bd. 10. öS.-h A. BrSl. Glog. III Iii» 203.2> A. Berlin R. 4 Bd. IS. 250.>1 A. Brsl. Glog. III lök SM.0 Ebenda 13 o öS».°) A. Uirstcnst. SIg. Möllern.9 A. BrSl. Glog. III 151 283 ff.

Ebenda iss 27.i>) Ebenda O. A. Drentkau.Ms Ebenda Glog. III 16 >> 2go.

Die Unrugher.

Bormundihrer noch minderjährigen andernKinder"9- Die Nachrichten werden eben immerdürftiger, ohne Zusammenhang insolge des nunhier tobenden Krieges.

13. 12. 1649 huldigt, aus dem Kriege heim-gekehrt, Wenzels Sohn Sigmund für Lübschütz?).6. 7. 1651 soll er die 200 Thlr. zahlen, die sein Vater24. 6. 1610 an Christian Luck-Muschten verschrieb.Die Frist von 3 Monat reicht nicht"), darum wird20. 9. 1655 die Sache vertagt^)- Nun scheintSigmund den Besitz bald verlassen zu haben.Denn sein Anteil Liebschütz wird 14. 1. 1669 vomFiskus für 8000 Thlr. an Joach. Friedrich Schmolckeverkauft, wovon seine Stieftochter UrsulaMargarethe geb. Brause, verwitwete U. alsAbfindung 625 Thlr. und Jungfrau Helene(Drentkau) 100 Dukaten erhält").

Auf Helenes Drentkau sie ist eine der3 Töchter Daniels machte Hans FabianRotenburg Ansprüche, er wird aber 20. 2. 1671abgewiesen und zur Räumung verurteilt").

13. 6. 1671 verwendet sich König Michael vonPolen für Anna Brudzewska (! Brause !)eonjux Zsrrsrosi guorrckaiii OrrruZ rrod. Lilss,"wegen ihrer Ansprüche an das nach dem Tode ihresMannes dem Fiskus heimgefallene AnteilgutLiebschütz, anscheinend ohne Erfolg"). Sie warGaltin des wohl als Sohn des Otto Heinrichanzusprechenden, ohne Söhne verstorbenen GeorgHeinrich gewesen, hatte seinen Anteil Lübschützunter dem Titel einer Pächterin, die aber nie Pachtzahlte, behalten wollen, bis ihre Tochter ab-gestattet sei.

13. 9. 1673 wird die Witwe Anna 11. geb.Schmolcke aufgefordert, dem Fiskus über den heim-gefallenen Anteil Liebschütz Rechnung zu legen").

26. 5. 1685 wird wieder gegen einen Sigmund (nachträglich?) wegen Tötung eines Knechtsauf ein Bieiteljahr Arrest und 100 Thlr. Geldstrafeerkannt?).

25. 6. 1691 verkauft der Fiskus, da JungfrauHelene gestorben, den ihm von ihr heimgefallencnAnteil von Liebschütz an Erdm. Christian Rotenburg-Drentkau"), 12. 9. 1692 auch ihren (unterlassenenAnteil Drentkau.

Das obenerwähnte Rackower Privileg von 1603ward den Kalkreuts 18. 6. 1691 zu Küstrin be-stätigt. Das ist das Letzte, was wir von denNeumärkern 11's hier erfahren.

Welche Bewandtnis es damit hat, daß 11.11.1629Margarethe geb. Glaubitz, verw. 11. als Gattindes Bernhard Schen kendorf-Schmölln aufgeführtwird, bleibt noch zu klären").

Georg, der Bruder des Nicol, bei dem wirvorhin abbrachen, scheint wohl mehrere Töchter,aber nur einen Sohn Melchior gehabt zu haben,der um 1580 geboren sein muß. Er wird zuerst

y A. Brsl. Glog. III. IS I ssg.

°) Ebenda 16 d zcg.h Ebenda is I 463.

0 Ebenda 12 a 8os.

0 Ebenda O. A. Llcbschütz.

0 Ebenda Glog. Iii 12 n Iis.y Ebenda 12 s sw.

Ebenda is u. 269.

->) Ebenda isi S6S.

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