Die Neumärker Unrugher.
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Nickern und Krausche nur auf den 2 Augen desvielleicht schwächlichen Enkels Wendel-Abrahamsstanden, war dem Wirklichen Geh. Rat und Hof-kammer-Präsidenten Ernst-Bogislaus Kamecke ge-samte Hand darauf, also Anspruch auf Lehnsfolgeverliehen worden, aber mit dem Rechte zur Ab-tretung. Diese Zuwendung bedeutete ein Geschenkaus den Taschen der Verwandtschaft des Vor-bcsitzers, wenn sie im Besitze bleiben wollte.Wendel-Abraham eilte nach Berlin undbewog 30.1. 1713 den Präsidenten^) für 1500 Thlr.sein Recht an Kaspar-Sigmund Bornstedt abzu-treten. Dazu war Köuigl. Genehmigung nötig,die wieder nur in der Forin erteilt wurde, (25.2. 1713) daß Bornstedts 3 Brüder Gesamthanderhielten. Damit war jeder Rückfall das Besitzesan die U.'s vereitelt.
Schon vor seiner Abreise nach Berlin hatteWendel-Abraham eine „Dispositiv" unterseinen Kindern?) vom 7. 1. 1713 getroffen, daßKrausche und Glauche zur Deckung von Schuldenverkauft, Nickern und Anteil Schönborn dagegenzunächst setner Frau, wenn sie durch seinen Tod„aus den betrübten Witweustuhl gesetzet" würde,zur lebenslänglichen Nutznießung überwiesen, dasEigentum daran aber „einem Schwiegersohn, primo-loeo dem K. S. Bornstedt" zufallen sollte. Der Formhalber sollte gelost werden; gewänne aber danach derMann derAnna - Elisabethi Melchior-FridrichSchlichting aus Muschten, oder UrsulaBeates Gatte: Hans-Christos Stössel aufLeitersdorf und Steinbach, so sollte ihnen dasLehen an Nickern und Schönborn mit 9000 Thlr.angerechnet werden, wovon vorweg dem geliebtenBornstedt bvv Thlr. Abstand gezahlt werden sollte.Im Stillen hatte aber Wendel-Abrahamschon jedem nicht ausersehenen Schwiegersohne200 Thlr. bar gezahlt, wofür sie sich verpflichtethatten, die Güter auf jeden Fall dem Bornstedtzu lassen. Um die 1500 Thlr. an Kamecke zahlenzu können, wurden 24. ö. 1713 von Witwe Cramergeb. Bvnin neue Hypotheken aufgenommen?) und20. 7. 1713 auf den ganzen Besitz eingetragen.So eilig hatte es Wendel-Abraham,seinem geliebten Bornstedt die Lehnsfolge zu sichern,daß er ihn« 18. 9. 1713 beim Lehnsamt dasFolgerecht verbriefen und eintragen ließ, womitdas Losen zur Posse wurde. Schon 20. 0. 1701hatte Wendel-Abraham dem Bornstedt aufsein Gut Kalzig 3500 Thlr., der Form nach alsDarlehen zu 5°/» gegebeich, ihm auch schon imEhevcrtrag 3000 Thlr. Mitgift gesichert.
Aus alledem spricht geringes Interesse sttr seineStammfamilie, obwohl er die Folgen davon dichtvor Augen hatte. Denn auf dem andern Anteilvon Schönborn saß Georg Haacke, Enkel des späterzu erwähnenden alten Georg U.-Klemzig, derseiner Tochter Anna alles gegeben hatte. 3 U.guterwaren so aus der Familie gegangen, 3 Bruder-söhne hatte er heimatlos gemacht! Wir hörennachher von diesen dreien: Christian, Sebastian,
0 St. A. Berlin. R. t. Bd. 64. Bl. ISS.-> Ebenda VI. SIS.
»! Ebenda Bl. 204.
9 Ebenda Bd. es Bl. rss.
der der Stammvater der Bomster Freiherr» wurdeund Georg Friedrich. — Gegen jenen GeorgHaacke unterlag Wdl.-Abr. im Prozeß um einViertel des Schönborner Pfarrvokationsrechtes23. 6. 1700. — lv. 7. 17229 leiht Ursula Beateihrem Manne 1000 Thlr. hypoth. auf Steinbnch.
Um Bornstedt das Erbe noch mehr zu sichern,errichtete Wdl.-Abr. zu Nickern 6. 3. 1715uochmalseinen Rezeß?), der alles wiederholt und mit Be-stätigung in Küstriu 1l. 1. 1717 zur Durchführungkam, nachdem Wdl. - Abr. 7. 12. 1710 gestorben?)war. Die Bornstedts erfreuten sich des Besitzesnicht allzulange. Zwar ward Georg HeinrichGottlieb Bornstedt, der aus Züllichau 24. 10. 1717seine Gesamthand-Ansprüche 9 geltend zu machensuchte, damit abgewiesen, aber der 7 jährige Kriegfegte auch die Bornstedts hinweg. 1704 lausteHauptmann Joh. Abrah. Troschke die Güter subhasta für 12100 Thlr., dann kamen GebrüderHoffmann in den Besitz.
Bon Anna Elisabeth wird 14. 10. 1713noch gemeldet?), daß ihr Mann 5000 Thlr. für sieauf sein Anteil Muschten eintragen ließ. Dagegenkann die 1. 7. 17 l 6 als Gläubigerin mit 4000 Thlr.auf Rackan (Glog. III. 21 a. 134) eingetrageneBarbara Helene Stößel gb. v. U. uicht dieTochter Wdl.-Abrhs sein, die noch 1740 als WitweBornstedt bezeichnet ist.
Der junge Georg Sebastian, dessen BruderNicol auch für?) ihn Lehn auf Kähmen 23. 6.1659gemutet hatte, kümmerte sich darum, mündiggeworden, ebensowenig mehr wie Nicol. Beidewußten, daß dies keine weitere Belastung vertrug,um den Schwestern die Abfindung auszahlen zukönnen. Georg Sebastian scheint sich anfangsbei seinem Bruder in Weißig aufgehalten zu haben,nahe genug an der schlcsischcn Grenze, um in regenVerkehr mit den zahlreichen Namensvettern in derNähe von Sagau und Freistadt zu treten. In derNeumark wird Georg Sebastian zwar nocheinigemale als Gesamthänder erwähnt, aber baldfinden wir ihn als Erbherrn auf Bergisdorf, einem4. 4. 1639 von Kaiser Ferdinand III. zum Alloderklärten Besitz am Bobertal hart an der Sorauer,damals sächsischen Grenze. SeinSchwagcr Trahnborfauf Altwasser und Tummendors und seine FrauHelene, die Schwester, bei der sich anscheinendauch die andere erst 1679 an Gg. M. Schmollteverheiratete Schwester Anna Margarethe auf-hielt, haben wohl Georg Sebastian Dezember1601 zu der Heirat mit Sabine Marie Dreyling,Tochter von Gottsried Dreyling, Landesältester undManugcrichts-Assessor auf Bergisdors und Küpper,geleitet, was ihm den Besitz von Bergisdorf er-möglichte. Mit der Saganer Fischerzunft lagGeorg Sebastian 2 Jahr von 1672 au imStreit (Sag. III Iis. 2«) 21. 12. 1702 lieh erder Sag. Laudesverwaltung 1000 Thlr., worüberdie Quittung auch vom Gorpcr Joachim Abrahm
y A. Brest. Glog. III 21 n 122.
-t St. A. Berlin R. 4. Bd. lit Bl. Zlb.
2) Kirchb. Nickern.
0 Kannncrgcr. Berlin Lehnsaltcn.
-) Glog. VIII I. X und si a. SS.
°) St. A. Berlin R. 4. Bd. so II. Bl. b?k.