Druckschrift 
Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
91-92
Einzelbild herunterladen
 

95

Die Aeumärker UnrugheL.

92

Kähmencr Hause, und fordert Belehnung mit Kranscheund Glauche, woran ihm bei der Belehnung GeorgHeinrichs Gesamthand verliehen war. Er vergaß,die ihm vorgehenden Witwenansprüche SaraRebecca's zu berücksichtigen. Bei der Hul-digung als Gesamthänder l8. 3. 1671 wird erNicol II. ans Weißig" genannt, muß alsoinzwischen dort schon ansässiger Herr gewesen sein.Er hatte es aber an Hans Adolf Rabenau ver-pachtet, gegen den er 25. ü. 1677 Amtshilfe an-ruft, weil er gegen Nicols Willen Georg Frhr.Bomsdorf vorschieben will. Aber « ara Re-becca hielt tapfer Stand. Nicol, der in-zwischen, ohne daß der Hergang im Einzelnen klarliegt, nach Nickern übergesiedelt war, dort auch für1726 Thlr. aus Heinr. Neumanns Nachlaß 18.6. 1677 das Pfarr-KirchenleherL) zugekanst hatte,erbittet 21. 1. 167g beim Anit eine Frist zumNachweis seiner Berechtigung,weilen ich mitmeines sel. Herrn Vetters hinterlassener Ehewittibirr Iiis, bis ich mit derselben entschieden und sehenkönnte,-) ob mir in dem hinterlassenen Lehen wasfreies übrig bleiben möge." In dieser Zeit, näm-lich 11. 1. 1680 kommt Nicol als Pathe beieiner Tochter Dietlof Henning Löbens auf Plan vor.

Auch von andrer sehr gewichtiger Seite er-wuchsen nun Schwierigkeiten. Der Große Kursürstverfügte aus Cöllen^) an der Spree 15. 3. 1681:Demnach Wir Befehl erleilt, das Il.'sche Lehn-gut Kransche zu erhandeln, als befehlen wir, denProzeß zu beschleunigen," keine Frist mehr zubewilligen, daß die Erben ihre Posten anPar-ticuliere Leute verhandeln." Die Angst, das Lehenüberhaupt zu verlieren, half zur Einigung. Je-doch erst am 23. 6. 1631 kann Nicol an dieLehuskammer die Anzeige richten/) nun habe ersich mit den Erben (inzwischen war die Wittib21. 3. 1670 s) geeinigt, und für das Lehn-gut Kransche nebst Schulzerei Glauche an die andernErben, auch für das Groß- und Kleinviehohnedie alte Schöpse nebst andre Fahrnis" 2100 Thlr.gezahlt. Als die Kammer das dem Kurfürsten5. 7. 1631 anzeigt, verfügt er^) d. d.Ouranien-burg" 26. 3. 1681 unbeschränkte Belehnung Nicolsmit Krausche und Glauche. Darauf schreibt Nicol18. 11. 1681 an die Kammer, dieweil er wegenseines Alters und übler Leibesbeschaffenheit nichtselbst nach Küstrin kommen könne, verzichte erzugunsten seines Sohnes Wendel Abrahamans Belehnung, die anzunehmen^) er den Sohnbevollmächtigt habe. Am 21. II. 1681 empfingWeudel Nbraha nr durch Handschlag auf dieschon vormals abgelegte Lehnepflicht er muhalso schon früher, vielleicht als Gesamthander ge-huldigt habenLehn auf den Anteil Krauscheund die Lehnsschölzerci Glauche" und zahlt 20 Thlr.Lehnswähr nebst Gebühr für das Lehnspfcrd. Nochbevor der Lehnsbricf ausgestellt war, starb deralte Nicol und Wendel Abraham ward

0 St. A. Berlin R. 4 Bd. 40. Bl. SS7 und Bd. 41BI. rrs.

"> Beel. Kammergcr. Lchnsakten.

°) Ebenda.

0 Ebenda.

0 Ebenda.

°) Ebenda.

als sein Nachfolger mit dem ganzen Besitz belehnt,ebenso noch einmal beim Regierungsantritt desKurfürst Friedrich III. Zu Krossen hatte WendelAbraham 20. I. 1686 eine Auseinandersetzung^)mit Anna Margarethe II. verw. Abschatzsowie mit 2 anderen WitwenFrauen L. H. undS. Neumaun beides geb. II." endlich einer FrauL. S. v. II. geb. Neuman (??).

Bei Wendel Abraham wiederholt sich, was denU.'s bei ihrem durchschnittlichen Kinderreichtumviel schöne und große Besitzungen entgleiten ließ:Lieblingstöchter! Er hatte Barbara HeleneKnobelsdorf-Kunersdorf geheiratet die noch1735 als Gläubigerin in Kl. Heinersdorf vor-kommt. Laut Ehevertrag vom 10. 1680 zuGrünewalde hatte er sich verpflichtet, ihre 1000 Thlr.Mitgift nebst üblichem Gcgenvermächtnis, Witwen-fürsorge usw. auf Nickern, Krausche und Glauchesicher zu stellen. Das geschah allerdings^) erst21. 3. 1710, um noch der Schwiegertochter zu-vorzukommen. Der 7. 8. 1681 geborne SohnHans Cvistof hatte nämlich zn Weißic/) 23. 1.1709 Anna Maria Niesemeuschel ausReichenau in Schlesien geheiratet und im Ehever-trag'l) vorn 23. 1. 1709 übernommen, ihre Mit-gift 4000 Thl. und 1000 Thl. Gegengabe, 100 Thl.Morgengeschenk, und 300 Thl. für Gerade undMußteil auf Nickern 6c Krausche eintragen zulassen, was erst 27. 6. 1711 geschah. Dem Vaterscheint das wenig genehm gewesen zu sein, erwird die Eintragung hingehalten, sich auch sonstmit dem Sohne nicht zum besten gestanden haben.Kürz, ehe es zur Eintragung kam, starb der jungeEhemann anfangs 1710. Aus der Ehe war einuachgeborenes Söhnchen: Haus Carl, oder Jo-hann Carl Georgs) am 1. 1. 1710 getauft,jedoch schwach und kränklich und dem Großvaterwenig ans Herz gewachsen. Vielleicht war ihmdie Schwiegertochter unsympathisch, oder war dieMutter Hans Christofs, des f Sohnes, die ersteFrau Wendel Abrahams gewesen und danach eineStiesmutter ins Haus gekommen, von der die dreiTöchter stammten? Jedenfalls wurde die Schwieger-tochter samt ihrem Sohne abgedrängt und aufdas Vertragsmäßige beschränkt. Ein 16g0 geb.2. Sohn Baltzcr Heinrich starb schon 18/12.1696 wieder. Zu seiner Beisetzung 20. 1. 1697ließ Hans Christhof einen Nachruf drucken^).

Von den drei Töchtern: Barbara-Helene,Anna-Elisabeth und Ursula-Beate warBarbara-Helene in dem Grade Liebling,daß Wendel-Äbraham sogar große Opfer nichtscheute, den Lehnsbcsitz ihr d. h. ihrem ManneKaspar-Sigmund Bornstedt auf Knlzig zuzu-wenden.

In Berlin achtete man scharf ans fällig wer-dende Lehen, um darüber zugunsten des Landes-herr» oder ihm Näherstehender zu verfügen. So-bald es bekannt geworden war, daß die Lehen

g Slg. Möllern, FürstenSerg.-) St. A. Berlin R. 4. Bd. 04 S. kl.

Leichenrede,g St. A. Berlin R. 4. Bd. K4. Bl. -24.

Kirchb. Weijzig s. Nickern°1 Slg. Möllern Fürstenstein.