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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
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Die Neumärker Unrugher.

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Soweit kam es indes mit Krausche noch nicht,Nickel erlangte 1647 auf 6 Jahr Ausstand und1653 noch einmal auf 6 Jahr. Als er das Wittumfür feine Frau Hedwig Löben sicher stellen wollte,konnte dies nicht mehr auf Krausche geschehen,sondern ein zugekauftes Banergnt im Werte von1266 Thlr. wurdet) ihr 18. 9. 1649 vorbliest. Nicolsuchte sich vergebens der dringendsten Gläubigerzu erwehren, indem er von Wendel Rabenau566 Thlr. lieh (1651), die^) er 1667 prolongierte.Krausche kam aber 1671 in Pfandbesitz der Gläubigerund derZüllichauer Landesälteste" Nicol zognach Krossen. Dort scheint er bei einem Bäckergewohnt zu haben, bei dem Feuer auskam undNicols schmale Habe noch mehr schmälerte. EinNotschrei von ihm an den Kurfürsten, den BäckerMartin Heinschke zum Schadenersatz^) anzuhalten,scheint nur den Erfolg gehabt zu haben, daß dasAmt eine Verfügung erhielt, tunlich nach Befindender Sach- und Rechtslage usw. für Erledigung zusorgen. Dieser Nicol folgte seiner 1675 ch Frauim Februar 1676 zu Krossen 88 Jahr alt imTode. Die Grabrede malt die ausgestandenenSchrecken des 36 jährigen Krieges und führt alsvor dem Vater gestorbene Kinder an: BarbaraElisabeth, Helene .Hedwig, Sabine Eleonore,Barbara, Christos und Hans Christost alsüberlebende Kinder: Anna Margarethe verw.Abschatz, Georg Heinrich, der als krank, undSebastian, der als (im Auslände) abwesend be-zeichnet wird. Als seine Schwestern erscheinen:Helene, die als Witwe des Neumann-Mosau26. t. 1657 die Eintragung ihres in die Ehe lautVertrag vom 6. 3. 1618 gebrachten Vermögensvon 2666 Thlr. fordert, da^) ihr st Mann in denKriegsläuffen dazu nicht gekommen sei. Sie selbststarb 4. 12. 1661 In Mosau. Die andere Schwesterscheint die Eva Löben geb. v. 11. zu sein, diedas Kirchbuch von Griese! bei Frankfurt a. O.Mon. n. Trin. 1657 als Abendmahlsgastsecumbeni" aufführt.

Der Kähmener Sebastia » fiel im Duell3. 6. 1659. Er war zu Koppen aus der Hochzeitder Margarethe al. Marj. 11. Witwe vonAlbrecht Schenlendorf mit einem Glaubitz-Ogersitz in Händel geraten, dessen Degen der74 jähriges erlag. Ans dem Amt Kllstrin er-scheinen lehnsuchend 23.6.1659 sein Sohn Niclas")und dessen noch unmündiger Bruder, den wirspäter als Georg-Sebastian kennen lernen, mitder Anzeige, ihr Vater Sebastian von Kähmen seigestorben. Die Weisung, zu Michaeli wiederzu-kommen, bleibt unbefolgt. Die Brüder geben denVersuch, mit Kähmen belehnt zu werden, als aus-sichtslos auf.

Frau Oberst HedwigBunuin geb. Arnheimb"hatte 27. 6. 1656 noch 2666 Thl. auf Kähmengeliehen, von ihr hat der Marschall von Krossen,Wolfs Asmus Troschke die Forderung übernommen

9 St. A. Berlin R. t Bd so II Bl. S7S.-> St. A. Berlin R. 4 Bd. S0 II Bl. 575.5) Ebenda Rp. 42. Nr. <s.

») Ebenda Rp. 4. Bd. SS. Vl. SI.5) Ebenda Bd. so II 576.Chronik-Ziillichan.

dessen Urgroßmutter auch eine II. aus Hcrwigsdorfgewesen sein soll, um 1486. Dessen Witwe Eli-sabeth geb. Löben nimmt für ihre» Sohn WilhelmHeinrich Troschke das Gut Kähmen 27. 2. 1663in Pfandbesitz. Dieser junge Troschke war auchinsofern ein Verwandter der Brüder Niclas undGeorg-Sebastian, als des Buckower Melchior TochterSusanne gb. 1647, die 26. 12. 1678 ihren erstenMann Hans Woff Sack in Berlin, wo er inLandesangelegenheiten weilte, verloren Halle,Pfingsten 31. 6. 1686 die Gattin^) des W. H.Troschke geworden war. Die Eintragung desEhepakts fand erst 29. 6. 1685 statt. So kamdas Gut nicht ganz aus U.'schen Händen. Derförmliche Zuschlag von Kähmen an SusannesSchwiegermutter war schon 5. 12. 1667 erfolgt,die Übertragung an Susanne selbst bald nachder Hochzeit, so daß sie nun Herrin auf Kähmenheißt. Als sie 8. 7. 1765 in Krossen gestorbenwar, hieß es in der Grabrede u. a: sie war nichtnur eine wahre Susanne, wenn wir sie teilswegen guter Leibesgestalt, teils wegen andererGemütsgaben mit der Susanne des alten Testa-ments vergleichen .... indem sie bisher als eineschöne Rose geblüht hat.

Von den Brüdern wird nachher noch die Redesein. Ihre Schwester Anna Margarethe feierteaber noch 26.11.1679 ihre zweite Hochzeit mit GeorgMax Schmolck e. Mit dieser, sowie mit HeleneTrahndorf-Tschirna gb. U. und mit Nicol ansNickern tras Susanne 2. 12. 1681 vor demAmt in Krossen einen Vergleich.

Nicols Sohn Georg-Heinrich gb. 27.12. 1633 war beim Frhr. Rosenberg in Schlesienin Pagenerziehung, 12. 3. 1656 von ihmwehr-hast gemacht" und noch 15 Jahr in seinem Dienstund mit ihm auf Reisen gewesen. Nun beschritter den einzig offnen Weg zur Erhaltung desväterlichen Besitzes Krausche und Glauche, er suchteund fand eine zwar schon 15. 8. 1627 geb., abergeldbesitzende Frau in Sara Rcbccca Glau bitz^)aus Schlatzmann und Reiche in Schlesien. Seinezuerst an Hans Sigmund Abschatz in Schlesien ver-heiratete Schwester Anna Margarethe hat wohldie Bekanntschast vermittelt. Die Hochzeit war3. 5. 1676 in Krossen. Durch den Ehepakt vom6. 12. 1673 kam Georg Heinrich in dieLage den Gläubigern des Vaters ihre Forderungenabzukaufen und die Güter wieder tu Besitz zunehmen. Er wurde aber erst 15. 12. 1673 damitbelehnt. Die Mittel der Frau hatten nicht aus-gereicht, die Schwester Anna Margaretehatte auch noch 266 Thlr. herleihen müssen; die ver-brieft er ihr 16. II. 1673, dann läßt er für seineFrau 6. 12. 1673 noch 1566 Thl. Mitgift und366 Thlr. Darlehn auf Krausche eintragen. Esmüssen wirtschaftlich ganz erbärmliche Zeiten ge-wesen sein, voll erschöpfender Kämpfe umsDasein. Diesen Kämpfen erlag Georg Hein-rich schon^) am 36.1.1678 ohne Kinder. Bereits9 Tage später erscheint sein Vetter Nicol, vom

Kirchv, Griese!.

Kammerger. Sl. Berlin und N. A. Berlin R« Br.40 Bl. 12 und 4S.

2) Möllcrn Sammlg. Fürstcnstcin.

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