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Die Neumärker Unrugher.
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Kurfürsten berichtet werden, auch was sausten hierbeivorgelaufen." Cunrad scheint sich nach dem Sagan-Glogauischen gewendet zu haben, dort quittiert er12. 12. 1599 namens^) seiner Frau Barbaraüber die ihr von ihrem Stiefsohn Abraham v. Lestauf Thamb geleistete Abfindung. Aber seine WitweBarbara kommt in Krassen noch 1636 in dreiGerichtsterminen vor. Sein einziges Kind scheintDorothce gewesen zu sein, die 1601 geboren,schon 1622 begraben ward.
Nur von Nickel dem Jüngeren bleibt weitereNachkommenschast zu verfolgen. 1612 im Märzhatte er in Krossen 2 Schiedstermine mit seinenNachbarn. Er hatte Elisabeth Rabenau
9. 10. 1612 Züllichau) aus Weissig imKrossen'schen, Tochter von Christof R.-Kuckädel undHedwig Knobelsdorf-Dt. Sagar, zur Frau und mitihr 2000 Thlr. Mitgift erhalten; die läßt er2) ihr am24.4.1624 nebst 2000Thlr. Gegenvermächtnis, „denThaler zu 24 Groschen gereittet", eintragen. Seinem1589 geb. Sohne, der wieder Nicol hieß, trat er5. 11. 1623 die Schulzerei Glauche^) ab, womitdieser belehnt wurde. Er, der adlige Schulze, warübrigens der einzige, der den Lehnbrief einlöste,die andern bürgerlichen Lehnschulzen behalfen sichohne bezahlten Brief.
Das Hauptgut Krausche hatte der Vater schon^)4. 10. 1623 dem Nicol zugesprochen, dabei aberdem 1585 geb. Sohne Bastian, der nun stets vollSebastian genannt wird, eine Baarabfindungvon 5000 Thlr. vorbehalten. Aller Streit war ver-mieden und Vater Nickel schied 3. 5. 1624 vonhinnen. Seine Grabrede gibt wie die seines Sohnes52 Jahre später irrig an, Vater Nickel seimit Anna Tschirnwitz-Kransche verheiratet gewesen,nennt ihn Sohn von Heinrich U.-Krausche und einerKnobelsdorf-Frischendorf, Enkel von Nickel HeinrichII.-Krausche und einer Löben-Bandach, Urenkel vonSebastian U.-Krausche und einer Dalwitz-Starzeddel,und läßt die Mutter von einer Gersdorff-Kay, dannHeiden-Starzeddel und Kittlitz-Walwitz abstammen.
Sebastian scheint zunächst das mütterlicheWeißig übernommen zu haben. 24. 6. 1624 Ver-brieft er seinem Bruder Nick e l-Krausche 2000 Thlr.Abfindung dafür. Anfangs mit Ursula HeleneRabenau-Weißig verheiratet, nahm er 1624Anna Benedicta Löben zur Frau, derenSchwester Hedwig Gattin des Nicol gewordenwar. Beider Bruder Hans Löben saß aufKähmcn,konnte aber in der hereingebrochenen schwerenKriegszeit nicht bestehen. Die bis zum Leichtsinnsorglose Unruoch-Art verführte nun Sebastiandazu, seinem Schwager Löben Kähmen unter wunder-lichen Bedingungen abzupachten. Löben blieb inKähmen, behielt für III Thlr. jährlich als Wohnungfür sich und seine Frau Elisabeth Rabenau imGutshauschen 1 Stube, dazu 1 Stall und 2 Pferde,Futter für 4 Kühe und 4 Schweine, den verzäuntenGarten, Leinacker usw. Braucht er Getreide, sosoll es „auf den Kerbfiock geschnitten" werden, nurBrennholz darf Sebastian schlagen, soll aber den
9 A. Breslau.
"1 St. A. Berlin. R. t Bd. 18 Bl. ISS ff.9 Ebenda Bl. 57.
9 Ebenda Bl. 221 ff.
Schafstall neu bauen, für Schadenfeuer aufkommen,alle „währenden Schulden zahlen und die Hälftealler Steuern und Lasten. Dafür soll er denVorkauf haben und mit Kähmen, wenn er 2 Jahrnicht bezahlt würde, wie mit seinem Properguteumgehn" dürfen. Eine Weile ging das leidlich.19. 8. 1625 wurde in Kähmen das eiste KindElisabeth gebore», die 16. 10. 1673 in Krossenunverheiratet starb. Auch Löbens hatten eineTochter. Als 4. 7. 1627 Kaiser Ferdinand II.durch Guben kam, fuhren sie alle hin und ließendort taufen.
Aber bald brach das unhaltbare Verhältnis,von dem nur Löben Vorteil hatte und Sebastianmußte 24. 6. 1628 Kähmen kaufen, um sein hinein-gewirtschastetes Geld zu retten. Von 10 000 Thlr.Kaufpreis zahlte er 6100Thlr. an, aber nun beschlag-nahmten Löbens Gläubiger nicht nur das Geld,sondern auch das Gut. Sebastian mußte weichen,sich kümmerlich durchhelfen, indem er Kriegsdienstnahm. Nicht einmal den Unterhalt bewilligte diezur Entscheidung angerufene Fakultät. In Zielenzighatte er ein kleines Burglehnhaus geerbt, wo Frauund Kind Zuflucht fanden. Auch das mußte
24. 8. 163l verkauft werden an Joach. Köckeritz-Mitweida. Trotz allem nennen die Schriftstückejener Zeit den nun ganz besitzlosen Sebastian„Erb- und Lehnsherr auf Kähmen!" Nur einWohnrecht dort hatte er behalten. 19. 4. 1636wird sogar ein Sohn dort geboren Hanns Heinrich,der aber 18. 1. 1638 wieder starb. 21. 1. 1642muß Sebastian dabei sein, wie Lorenz Müllerin Kähmen eingesetzt wird, er selbst zieht auf einBauergut, dann nach Weißig — als Verwalter.Später hatte die an Hofmarschall Asmus Troschkeverheiratete Elisabeth Löben die Verwaltung vonKähmen übernommen, Tochter von Hans L. alsoNichte Sebastians, die wenigstens versuchte, ihmwieder zu etwas zu verhelfen. 11.7. 1644 wurdeer mit wenigem abgefunden. Bei der Kürsürstin-Wttwe zu Krossen war Günter Löben als Hosmeistergestorben. Die Erbhoffnungen täuschten schmählich,nichts als bestrittene unverwertbare Schuldscheinehatte er hinterlassen.
Auch bei Nicol drängle die wirtschaftliche Notder Kriegszeit zum Schuldenmachen. Wenn wirdavon auch nur einzelnes bruchstückweise erfahren,so liegt hier doch der Keim zum Anfang des Endes.Er hatte 25. 5. 1623 seinem Vetter smütterl.)Carl KnobelsdorfBürgschastimMöstchen-DrehnowerKreditwesen geleistet und riß auch Nickel sen.,Sebastian-Krausche und Georg-Klemzig hinein.Die Rotenburgs-Beutnitz drängten scharf aufZahlung, setzten auch den schlcsischen Vettern Nicols:Joachim- Zöcklau, Joachim- Gorp undAdam-Kl.-Selten als Mitbürgen scharf zu^).
25. 9.1646 nimmt Nicolnoch 200 Thlr. von MichelSchönknecht, II. 11. 1646 vom Pfarrer Hartmann150 Thlr. auf, kann aber selbst diese kleinen Betragenicht mehr zurückzahle». — Hypotheken wurdendamals immer nur auf bestimmte Zeit, größereKapitalien nur gegen Pfandbesitz geliehen, durchden der Gläubiger sich Verzinsung verschaffte.
y Slg. Möllern Fürstenst.