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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
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85-86
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Die Neumärker Unrugher.

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diese Vollmacht" Unter sein Siegel (herld.

rechtsgek. Löwen, zweischwänzig, ohne Krone undMühlstein) setzt er nurV. V, V">

Damit ging der Hauptteil von Buckow aus derFamilie, Valentin selbst bald ans dem Leben,ohne daß es ihm gelungen wäre, jedem jungenReis am Ii.stamm, das er zog, auch seine genügendePflanzstätte zu bereiten, 6 Söhne zählt das Lehns-register auf: Christof, Fridrich, Rudolf,Werner, Adolf und Crich. Bon Töchternerfährt man aus jenen Zeiten immer nur etwas,wenn ihre Verheiratung zu Verbriefungen Anlaßgibt oder ungewöhnliche Dinge vorfallen. Daherlernen wir nur eine Tochter kenne», Katharina,die im brandenburgischen Heimatsbezirk einen vordemvon ihrem Bruder Erich gepachteten Teil desMelchior Knlkreut'schen Gutes Götzen gepachtethatte. Sie reicht 27. l. 1608 dem Amt eineBeschwerde ein^), ihr Stiefbruder Fridrich,Schwiegersohn von Haus Schlichting, habe vonPolen her ihren Pachthof gleich nach Neujahr mitseinen polnischen Leuten überfallen, Scheunenerbrochen, Getreide fortschaffe», Vieh forttreiben,etliches gleich schlachten und von seinen Leutenverzehren lassen; das habe der Herr Verpächteruntätig aus Furcht mit angesehen, da er doch sieund sein Eigentum gegen solche räuberische Gewaltzu schützen gehabt hätte. Leider ist nur ersichtlich,daß 8 Monat später echt bürokratisch ihr Schadengegen ihre Verantwortlichkeit für das Inventar auf-gerechnet wird. Herrliche Zustände! Allerdingswird Fridrich an sein Recht vielleicht geglaubtund eine vermeintliche Benachteiligung bei derErbteilung mit roher Gewalt auszugleichen gesuchthaben. Er saß jenseits der polnischen Grenze und

die Brandenburger Behörde konnte ihm

nichts anhaben.

Auch die andern Söhne bis auf Christofmüssen jenseits der Grenze gesessen haben, Ivobisher alle Nachrichten von ihnen fehlen. Keinesfallswar also der spätere Käufer von Birnbaum dererste Pionier des Deutschtums dieser Gegend, inder er schon so viele gutdeutsche Namensvetternvorfand.

Christof war der einzige der Söhne Valentins,der sich noch die Rückkehr offen hielt, indem er eineZeit lang noch die heimischen Lehnsfolgerechte zuwahren suchte. Darin fuhren zwei seiner Söhne:Christof und Wenzel auch noch fort, sie kamenaber nicht wieder ins Land und ins Lehen. Ihreweiteren Schicksale sind bisher uncrmittclt, wie dieihrer Eltern und 6 Oheime. Vielleicht gehört derChristof Balthasar hierher, den das KlemzigerTaufbuch 1667 und 69 als Pate bei Seb. Troschkein Padelgar und eine brandeuburgische MilitärlisteI69S als Leutnant bei Schöning-Kavallerie inUngarn aufführt; er kann aber auch aus dem HanseLawalde gewesen sei».

Nun zurück zu Bastian! Seine Frau warAnna Knobelsdorf, der er 1561 ein Witwen-gedinge auf Krausche aussetzte. Am 18. 6. 1538erschienen-) seine Söhne Nickel und Georg in

9 Si. A. Berlin. R. «. Bd. lS Bl. WZ ff.-> St. A. Berlin. R. t Bd. s Bl. 92 ff.

Küstritt mit dem Gesuch, als Lehnserben ihreskürzlich verstorbenen Vaters eingetragen zu werden.Aber der Herr Amtshauptmann ist verreist undder Lehnssekretär stellt ihnen anheim, sie möchten2 Monat nach dem Angst (Ernte) wiederkommen,auch die Lehnsvettern mitbringen. Sie kommenaber erst am 18. 3. 1586 wieder, huldigen, werdenniit Krausche und dem Schulzengut Glauchowbelehnt und fordern gemeinsam mit den Heinrichs-söhnen: Heinrich und Sigmund, sowie namensdes z. Z. im Auslande Kriegsdienst tuendenConrad Gesamthandslehen auf den Anteil Buckow,womit Vetter Hans belehnt ist. Das wird ihnenfür später zugesagt.

Nickel und Georg können damals schon nichtmehr jung gewesen sein und scheinen schon langenach Besitz und Tätigkeit gedrängt zu haben.Nickel läßt sich daher die Gelegenheit nicht entgehen,daß in der Stadt Züllichau unweit des Schlosseszwei Bnrglehnhäuser an der Stadtmauer käuflichwerden. Hans Schlichting hatte da gewohnt, dannHans Löben, dessen Sohn Max sie feil hat. Nickelkaust die Häuser ^) und wird am 16. 6. 1531 damitbelehnt, doch muß er später dem Kurfürsten, fallser sie braucht, das Rückkaufsrecht zu gleichem Preiseeinräumen. Die Güter Krausche und Glauchescheinen aber von Nickels Söhnen: Nickel undConrad oder Churdt, wie er geschrieben wird,bewirtschaftet zu sein. Wahrscheinlich ist auchGeorg nach Züllichau gleichsam ins Altenteil ge-zogen und hat seinen Sohn Hans wirtschaftenlassen. Raum hatten dort alle drei genug, dennKrausche war ein ausgedehnter Besitz an sich, dazugehörten noch 11 Bauerhöfe und in den Staats-waldungen an der Oder von Glauche bis Tschicherzighatten Herrschast und Bauern von Krausche dasRecht, Holz zu nehmen, soviel sie zum Bauen undBrennen bedurften. Das Schulzengut Glauchemuß etwa 150 Hektar groß gewesen fein, für denjungen Sohn eine genügende Scholle, noch dazumit allerlei Krug und Fährgerechtigkeiten. Ansang1598 muß der alte Nickel wohl gestorben sein,denn n»n2) wird Krausche 5. 4.1598 dem jungenNickel zu Lehn gegeben.

Von Georg ist nur noch zn hören, daß er24.6.^624inKrossen 1400Thlr. für Georg Schenken-dorf-Schmölln verbürgte, die er samt 100 Thlr.Zinsen an Löben - Glogsen dann selbst zahlenmußte. Hans scheint mit einer Neß-Langmeileine Tochter Sabine gehabt zu haben, die anChristof Seefeldt verheiratet und 1611 Witwewurde. Als sie selbst 19. 12. 1619 begraben wurde,verkündete man^) als ihre Ahnen väterlich: Kalkrcut-Golzen, Freiin Kiltlitz-llchtendorfs und Freiin Lest,mütterlich: Abschatz-Anuelcben in Thüringen undWellersleben-Tzün (Guhrau)? Zwischen denSeefeldts und den Brüdern Conrad und Nickelentspann sich später harter Streit. In einer Prozeß-Verhandlung^) ani 23. t. 1609 heißt es:Nickelund Conrad, die Söhne des Nickel sind erschienen,aber die Seeseldts sind ausgeblieben, das soll dem

9 St. A. Berlin. R. 4 Bd. 5 Bl. 7Z.

Ebenda Bd. 1Z Bt. 421.9 Slg. Möllcrn-Fiirstcnstcin.«) St. A. Berlin. R. 4 Bd. lS Bl. 29S.