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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
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81-82
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Die Neurncirker Unrugher.

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1. Georg, derinGlogau?. 5. 1572 l) mit Fab.Tschammer voin Loß zu Prittag und Asman Roten-burg zu Deutsch-Kessel sich wegen Injurien verglichund zwei Söhne hatte: Melchior und Georg-Anton: dieser letztere scheint jung gestorben zusein, er findet sich wenigstens nirgends mehr erwähnt.Melchior dagegen, der erste dieses Namens unterden Neumärkern, 18. 3. 1586 mündig geworden,war zuerst mit Barbara Braun veno. Dyhr-Ob.Hcrzogswalde^), später mit Ursula Knobelsdorfverheiratet und als sie 1616 st, nahm er KatharinaThllmen zur Frau, die aberschon1623 ohneKinderst.Als Melchior selbst 1630 st, lebten von der erstenFrau nur der 1612 geb. Sohn Christof, der schonfrüh st und die 1615 geb. Anna-Marie. Diesewurde zuerst die Gattin Albrecht Schenkeudorffs,für dessen Söhne sie 22. 6. 1663 sein i/g Schmöllnsvon den Gläubigern erstand, dann Kaspar Brauns.Mit Christofs 1633 geb. Tochter Ursula, die 1657Christof Dietrich Löben heiratet, erlosch dieses Reisim Mannsstamme.

Möglich ist freilich, das; ein Ernst, der sonstnirgends unterzubringen ist, geb. etwa 1600, einSohn des Georg Anton war; aber auch Ernst hattenur eine Tochter, die 1641 geb. Anna Helene.

2. Heinrich, von dem wir zunächst nur wissen,daßi) er 1565 ein Anteil von Heinersdorf vonAdam Sack kaufte, das mit Buckow und Klemziggrenzt, aber erst Ende des 13. Jahrhunderts ganzin die Familie kam. Sein ältester Sohn Wenzelwurde I. 7. 1530 mit Klein-Dammcr bei Züllichaubelehnt; er und sein jüngerer Bruder Danielwaren 2. 3. 1572 in Liebschütz (Kr. Freistadt) seß-haft geworden. Ihrer Nachkommenschaft wird späterbesonders gedacht werden.

Anton, neben seinen Brüdern Georg undHeinrich in den Belehnungen 1550 wie 1561,auch 1553 als Kirchenzensit von Züllichau genannt,ward erst 1570 mündig^) und huldigte 14. 9. 1570zu Küstrin. Seiner Frau Margarethe Schenken-dors setzte er 9. 6. 1599 das zugekaufte KardianscheBauerngut,wo schon seine Mutter im Altenstübchensaß", zum Leibgedinge. Ein Söhnchen Antonscheint jung verstorben. Da nirgends sonst vonVater oder Sohn Anton die Rede, entschwindetuns dieser ganze Zweig vollständig. Margaretewird in Heinr. Kottwitz-Kontop und BoyadelGrabrede 1620 als Pflegemutter seiner GattinKathar. Luck hochgerühmt^).

Der dritte Georgssohn: Valentin, der aus-ländische, hatte zwei Söhne, die 1553 als Nachfolgerdes Vaters mit dem halben ehemals GcrsdorfsschenAnteil (9 Hufen) von Buckow durch Markgras Georgbelehnt werden: Hans und Barkel. Dieser Bartelist vielleicht der Bartholomäus, dem MarkgrasAlbrecht zu Preußen 24. 5. 1530 das Gut zuBrandenburg am frischen Hasf mit dem Reiff-

- Glog. III 13 d 131. A. Brsl.

-> Glog. III 13° IM.

»> St. A. Berlin R. t Bd. 37 b Bl. IIS U. Bd. tlBt. SSI.

9 Kgr. Bert. Lehnsaktcn.

0 A. Berti», Ncnmk. L. Reg.

°j Slg. Möllern-Fürstenstein.

Die Unrnghcr.

schlttgerkrug verleiht l). Die Ordeuslande zeigtenstarke Anziehungskrast und gegen den beginnendenKonfessionshader bot Polen damals noch bewährteFreistatt. Wahrscheinlich sind auch MatthäusNachkommen schon dorthin abgewandert, wie späternoch viel andere. Auch in Königsberg beurkundenFranh U. und Dorothea, alte kinderlose aberwohlhabende und angesehene Eheleute 6. 4. 1575ihr wechselseitiges Testament, worin schließlichbeiderseits Freundschaft" das, was nicht anSpitäler und Stifte vermacht ist, überwiesen undzum Leichenschmaus4 Eimer Bier und 1 Ochse"bestimmt wird.

Ein Valentin vertrat 1569 in Küstrin dieZüllichauer Ritterschaft, als Mgf. Johann neueLehnsordnungen einführen wollte. Bartels ältererBruder dagegen, Hans, blieb auf Buckow-Klemzig.22. 3. 1575 hören wir seinen Better Valentinund ihn Klage über die in den Lehnsregistern ein-gerissene Verwirrung führen. In der Tat mußes schon damals den Beamten der Lehnskanzleienin Küstrin und Berlin oder vielmehrCöllen ander Spree" nicht leicht gewesen sein, in der Mengeder gleichnamigen Lehnsvettern zurecht zu finden.In einem der alten Lehnsregister dieser Zeit liegenZettel, woraus der Lehnsschreiber sich den Zusammen-hang klar zu machen gesucht hat, aber vergeblich,so daß er niederschreibt:es ist ein Wirrnuß ent-standen!" Um so viel schwerer für uns nach330 Jahren.

Damals scheint der Kurfürst die Vasallen umsich versammelt und dabei Rechtsänderungen ver-sucht zu haben. Das ging aber nicht so rasch, diemeisten eilten wieder nach Haus, nur einige be-vollmächtigte Vettern zurücklassend. So war auchHans in Berlin geblieben. Hinterher gab esZank und Streit, da die meisten mit ihren Lehn-briesen in der neuen Fassung unzufrieden, ihm dieSchuld beimaßen. Er dagegen klagt dem Kur-fürsten») sein Leid, er habe wochenlang in Berlinsein Geld verzehren müssen und nun wollten ihmalten Manne die Betlern nicht einmal dieZehrungs-kosten erstatten. Das spielt dann so weiter, bisder Thronwechsel 1598 alle bisherigen Lehnbriefehinfällig macht. Jeder muß nun sein neues Rechtsuchen. Darüber war Hans gestorben und in denneuen Lehnbriefen heißt es u. a.: Hans, Sohndes weyland Hans, mit Anteil Klemzig und ge-sambter Hand an Buckow, Krausche usw. belehnt.Damit schließen die Nachrichten über Hans undzugleich über den ganzen Valentinstamm. Nur1. 8. 1579 istValien U. zu^Buckhau" alsGläubiger 2) von Math. Tschammer-Sabor erwähnt,für den Asm. Troschke-Padligar zu seinem Schadengebürgt hatte.

Sogleich folgt aber ein andrer Hans mit nocheinem Sohn Hans. Der Heinrichssohn Heinrichnämlich, der Krausche gekauft hatte, wurde von3 Söhnen überlebt: Hans» Heinrich undSebastian, kurzweg Bastian genannt. DieserJüngste war schon 1561 mit Gesamthand anKlemzig, dann auch an Krausche belehnt, 25. 4. 1561

9 A. Königsberg. Dt. Ordcn.

9 Kgr. Berlin, LehnSalten.

-) A. Brst. Glog. III. 17. 33.

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