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Wohl denkbar wäre es, daß die U. Gebrüderzu „Clemptzigk im Czullischen Weichbilde," derenLehnsrechte infolge ihrer Sonderung und Teilung^)eine Urkunde S. 6. 1529 aufs neue regelt, nochdieselben Brüder Georg und Heinrich wären, die1497 und 1499 belehnt wurden. Aber sie müßtennun schon alte Herren in den 60 er Jahren ge-wesen sein, die Klarheit für die Nachkommen schaffenwollten. Die Folgerung, daß dies die Söhne dervorigen sind, wird noch durch spatere Urkundengestützt, wonach des ersten Georg Söhne Hein-rich, Anton und Aalentin, die des Heinrichaber Heinrich und Georg heißen. Von diesenbeiden handelt also die Urkunde von 1629. Diebrüderliche Sondcrung war nötig, Iveil dieserHeinrich der 1544 „Hauptmann auf demSchlosse Züllichau" heißt,-) das benachbarte GutKranschow (Krausche) gekauft und dort eine Seiten-linie gestiftet hatte. Heinrich „der ältere" er-hielt 24. 6. 1545 das Recht auf die „Striescl anden Krauscher Äckern" und die Freiheit, Schaflaubchzu machen. Die Iüllichauer Chronik sagt: „VormSchlosse in der Stadt ist ein großer Platz, ehemalsViehhof genannt, auf dem das Geschlecht dererv. II. auf Krausche gewohnt und den Bierschankgehabt, welche Gerechtigkeit später dem Magistratverkauft wurde."
Nun besteht die neue Generation NcumärlischerU.'s aus den U.-Vetternhäusern: 1. Heinrich,Anton und B alentin, Söhne Georgs,2. Heinrich und Georg, Söhne des Hein-r i ch, 3. der obengedachic Matthäus uud eine1528 als Witwe David Luckcs erwähnte Marga-rethe U., deren Urenkel Joach. Heinr. Kotwitz-Kontop 1669 die Schlesien» SabineHel. U. heiratete.Dieses alle werden zu Küstrin 10. 5. 1636 uudnochmals 1539 belehnt.
Valentin wird 1536 als°) „ausländisch"bezeichnet; vermutlich war er in französischenDiensten, die damals bei deu unbeschäftigten Edel-leuten Deutschlands die beliebtesten waren. Erst12. 11. 1536 huldigt auch er,9 und zwar wohl-bemcrkt in Kottbus. Dabei ist nun auch schonvon einem neuen Besitz in Buckow die Rede.1540 hielt Markgraf Hans in Krossen Musterung,zu der aus Klemzig die U.'s und Kalkreuts mit 4 ge-rüsteten Ritterpferdcn und Zubehör erscheinen und dasLob ernten, daß „sie also gerüstet bleiben sollen".Augenscheinlich sind noch andere Söhne vorhandengewesen, aber abgewandert. Georg scheint inBöhmen als Gemahl einer Dohna wieder auf-zutauchen (vgl. Abschn. IV). In Liegnitz verkaufenGeorgs) und Anton Gebr. U. und Friedrichund Balten U. Gebr. 23. 3. 1529 ihr GutPolsdors (Kreis Tost-Glciwitz) an Fab. Zedlitzvon Reisicht.
Aber Valien oder Veltin, wie er auchgenannt wird, war ein Wandervogel geworden.
1544 heißt es von ihm: „Balten vnruhe
9 ebenda III. 2. erz Nr. SN-,
9 Bruckmann. Annal. v. Züll.
9 Slg. Möllern Mirstcnstcin.
9 Kammcrgcr. Berlin Lcl>nsaktcn.9 St. A. Berlin Ncnmärk, Lebnsrca. R. t. 7Z v.«) A. Brest. III 12. i. 02.
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hat eine wise bei Klemptzik gelegen vnnd er dieselbeGeorge vom Kalkreuten zu Klemptzik gesessen ver-kauft, daran die Lehen verlassen vnd Wahn dieselbevon gcmeltem Kalkreuter geschieht, wird jm dieverreicht und verliehen werden." 1546 verknustBalten^) noch eine Wiese „an der Heincrsdvrfergrenitze hinter Hansen Kalkreuterer Teiche gelegen"au Georg K. — 15. 4. 1547 verkauft er sein Teil„Lchugntler daselbst im Dorfe Klemptzig an seinenBruder Anlhonius", behält sich aber Gesamthanddaran vor. „Anthouius Vuruhe hat wiederumsolchen teil Gutter, wie er den von seinem BruderValentin gekauft, darofhin nächster VcrreichuugWulfsen Raffel (Rainold) Kalkreutern die Hälfteverkauft" .... dabei hat K. „ein besiegelte» Briefvon Heintzen vnrwe mitgebracht, daß er in solchenKauf gewilligt... als gesambter Hand Trägerund nächster Agnat in solchen Kauf nicht hattreten wollen." — 26. 11. 1548 kaust Baltenvon Hansen Geierstorff (Gersdorff) die Hälftedes Neunhufen-Anteils-) von Buckow und wirddamit belehnt. Das einzige, was Valien nunnoch von sich hören läßt, ist, daß er Weihnachten1549 seiner „Frau Hedetvigcnn^) sei» Anteil anDorf und Gut Buckow zu rechtem Lcibgedingeverreicht, solange sie Witwe bleibt. Wenn aberdie Lehnsvettern krast ihrer Gesamthandsrcchte esihr nehmen wollen, soll ihr jeder 20 ganze, un-verschlagene Joachimsthaler oder soviel Münze alsderen Wert zahlen. Hans Schenkcndors soll ihrVormund sein". — Aus dieser Urkunde geht hervor:
1. daß Hedwig selbst eine Schenkcndorswar, denn damals wurde nach Snchsenrecht immerein nächster Blutsverwandter zum Fürsorger derWitwen bestellt;
2. daß Valentin schon betagt war, denn nachdamaligem Brauch, da noch keine Ehegeldhypothekcnüblich waren, sicherten die Herren das Wittummeistens erst, wenn sie ihre eignen Tage gezähltfühlten. Da die Neumärker U.'s bis ins 18. Jahr-hundert nur ausnahmsweise mehr als einen Vor-namen führen, ist die Kennzeichnung ihrer Frauendurch solche Gedingestiftungen doppelt wertvoll alsUnterscheidungsmerkmal.
Mit den Belehnungen Ende August 1550 trittnun eine ganz neue Generation vor uns, aberniemand ist dabei als Sohn des Klemziger Heinricherwähnt. Er hat also entweder den Anfang mitdeu später immer zahlreicher auftretenden Aus-wanderungen nach dem angrenzenden Polen gemacht,oder er ist ohne Söhne gestorben, ein Schicksal,das ausfällig viele dieser Neumärker U.'s betroffenund schließlich im Zusammenwirken mit Kriegslastenund schweren Einzelschicksalen zum völligen Ver-schwinden geführt hat.
Bei der Kirchenvisitation zu Klemzig 1589 sindals Collatores genannt: Heinrich, Anna alsWitwe Antons, Hans-Buckow, Anton undHeinrich-Klemzig. Die Erben Georgs ansKlemzig sind 1591 als Censiten nach Züllichaugeladen. In dieser Generation erscheinen als Söhnedes zweiten Georgssohnes Anton:
9 St. A, Berlin, R. I Ncum. L. Rg. 110 v.9 Ebenda Bl. tt2,
9 Kger Berlin LchnSaklcn.