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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
73-74
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73 Die !)alle-T>

Seuchen dahin gerafft zu sein oder der Sohn ist,wie so manche seiner Namensvettern dem 30 jähr.Kriege zum Opfer gefallen.

Auch mit Michaels Familie und Nach-kommen hat die Pest aufgeräumt. Er hatte imJahre 1600 Katharina Harte geheiratet undsechs Sohne und drei Töchter von ihr. Diese dreiTöchter Zlnna gb. 1600. Elisabeth gl>. 1602und Katharina gb. 1601 starben samt der Mutterim Dezember 1632 und Januar 1633 pssts,wie es lakonisch bei Drehhaupt lautet. Michaelselbst, der Vater und Gatte scheint aber schon1623 verschieden zu sein, denn nach den Lchns-registern findet in diesem Jahr eine Auseinander-setzung statt, wobei der Schwager Kasper vonNorthausen für Befriedigung der hinterlasse»«!Gläubiger zu sorgen verspricht. Sodann verkaustMichael seine drei Pfannen mit Zustimmung seinerBrüder. Sein ältester 1603 geb. Sohn Jacobfindet sich später nicht mehr erwähnt. Der fol-gende Johann George gb. 1605 scheint gleichzu Ansang des 30jähr. Kriegs Soldat gewordenzu sein. Er heiratete zwar 9. 12. 1623 Magda-lenc Höpsner in Halle, zog aber wieder mitden Schweden mit. Als Leutnant im schwed.Regiment Wacker fiel er 1631 bei Liegnitz undwurde in Gvldberg begraben, «seine Frau starb,anscheinend ohne Kinder 1648. Von drei fernerenSöhnen Michaels: Gottfried gb. 1607. Wolfs-Heinrich gb. 1611 und Carl Friedrich gb.1613 ist nichts bekannt, jedenfalls haben auch siein Halle keine Nachkommen mehr gehabt, die Dreh-Haupt doch erwähnt haben würde. Zwischen Gott-fried und Wolfs Heinrich war 1600 noch ein SohnMichael geboren. Von ihm steht fest, das; erschon als 13jähr. Knabe in Halle starb. Damitist also der Michaelstamm erloschen.

Der Bruder des Leibmcdikus Jaeob, NamensIohan n, auf den wir nun zurückgreisen müssen,hatte 14. 8. 1169 Gertrud Brachstedt ge-heiratet, hatte studiert und scheint ein Pfannen-lehcn erstrebt zu haben, aber er wurde Apothekerund das kam so: Bis 1403 bestand in Halleüberhaupt keine Apotheke, sondern die Bader (Bar-biere) und Krämer führten solche Dinge, wie heutedie Droguisten. Dann erhielt Simon Puster dieerste Apvth. Konzession vom Rate der Stadt mitZustimmung des Erzbischos Ernst. 1536 bewilligteErzbischos Kardinal Albrccht seinem LeibmedikoNikolaus von Whhe das zweite Apoth. Privilegiummit dem ausdrücklichen Zusatz, daß für ewigeZeiten andere Apotheken in Halle nicht mehr be-willigt werden sollten. Das Domkapitel bekräftigtesogar ausdrücklich dies Monopol. Aber kaum eindutzend Jahre später verheiratete der Kanzler Or.Melchior Klingcr eine Tochter au den soeben ausItalien heimgekehrten Apotheker Wolf Holtzwirthund nun hieß es mit cinemmale, die in WolfLndwigers Hände übergegangene Rntsapolheke seivernachlässigt und solle nun von Holtzwirth er-worben werden. So verschaffte der erzbischöflicheKanzler seine»! Schwiegersohne eine neue vom Erz-bischos erteilte Konzession, die Monvpvlziisagc warumgangen. Aber Lndwiger dachte gar nicht daran,seine Apotheke zu verlausen, wenigstens nicht an

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Holtzwirth, jedoch er richtete auch beim Erzbischosgegen die Umtriebe des Kanzlers nichts aus. DerHader inachte ihn mürbe und nun legte sich Jo-hann Unruge ins Mittel, nahm die Apothekeauf seinen Namen und führte den Kampf weiter,indes behielt er sie nicht, sondern trat sie späterdem Sohne Lndwigers wieder ab. Dann scheint ersortgezogen zu sein, wir wissen nicht, wohin, er-fahren auch sonst nichts mehr von ihm. Damitfind die Schicksale der vier Söhne des TorgauerStadtrichlers Anton erschöpft.

Seine Tochter, deren Name nicht einmal mehrbekannt ist, starb kaum verheiratet zusammen mitihrem Manne Peter Ocker l 543 an der Pest.

Es erübrigt nur noch, den Nachkommen derbeiden letzten Söhne des Leibmedikus Jacobund Georg nachzugehen. Jacob gb. 26. 11.1580 hatte studiert, übernahm von seinem Baterdrei Pfannen, l'/s PfannenGutjahr" und 14/zPfannenDeutsch," und heiratete, wie schon er-wähnt, die Kämmere!slochter Marin Goß-m an» 1612, von der er am 3. 1. 1614 miteinem Söhnchen Jaeob erfreut wurde.Dann folgten noch zwei Töchter 1615 MarthaAgnes und 1616 Maria Sophie. Am 30.1. 1610 verloren die drei Kleinen den Valer undein Jahr später auch die Mutler. Das jüngsteTöchlerchen scheint früh verstorben zu sein. M arthaAgnes wurde zwar 21 Jahrr alt, dann abervon derPest" fortgerafft.

Der Sohn Jacob studierte in Leipzig undWittenberg, wurde Lizentiat und mit 26 Jahrenbeider Rechte Doktor" sowie Advokat in Halle,nebenbei Psänner. Am 16. 11. 1641 heiratete erMartha, des Rats-Bnrggrasen von Halle undPsänners Ernst Cuno Nudloff am 18. II. 1620geborene Tochter, die ihm sechs Kinder, drei Söhneund drei Töchter schenkte. Die beiden älterenSöhne Jacob Ernst gb. 2. 10. 1642 und Ja-cob Heinrich gb. 17. I. 1644 starben schon ganzjung, nur der dritte Jacob Christian gb. 18.I. 1647 blieb am Leben und hatte Kinder. Diedrei Töchter wurden früh Waisen und bald Gat-tinnen; Martha Maria gb. 6. 1. 1649 wurdekaum 16 jährig 10. 9. 1665 die des RechtsgelehrtenOr. Johann Kaspar H u m mel, starb aber schonim l.Wochenbett26.ll.1666. Christiane Sophiegb. 26. 4. 1660 heiratete 15. 12. 1668 den sürstl.holsteinschen Leibarzt Or. August Schäfer undJohanna Elisabeth gb. 23 6. 1653 auch schonam 4. 2. 1673 den I. N. Liz. und Rechtsprak-tikanten Christian Per »er zu Merseburg. DerVater Jacob brachte es noch zum sürstl. Magde-burgischen Hofrat und Salzgräfen von Halle, starbaber schon am 9. 9. 1660 und die Mutter folgteihm schon 17. II. 1664.

Der überlebende Sohn Jacob Christianheiratete als Psänner 12. I. 1669 Maria Mag-dalena, Tochter des Schoppen-Assessors JakobGrieben, aber mit ihm erlosch auch diesesHaus, denn nur ein Söhnchen kam 1670, aber totzur Welt; die im folgenden Jahre geborene TochterDorothea Christina winde nur 1 Jahr alt unddie älteste Johanna Magdalena erlag 13 Jahralt 1632 der Pest. Ihr Vater Jacob Chris-