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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
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Die Halle-Torgauer Unruhs.

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tian war schon 8. II. 1673 gestorben, woraufdie Witwe 23. 4. 1673 Gattin Joh, Heinr. Kosteswurde, aber auch schon 24. 3. 1636 starb. Allediese frühen und raschen Todesfälle zeigen deutlich,wie ungesund damals das Leben in Halle gewesensein muß.

Zum letzten Leibmcdikus - Sohn Georg zu-rückkehrend gewahrt man schon deutlich den Verfalldes ganze» llnruhzweiges. Der Hauptreichtumwar mit den zahlreichen Töchtern nach und nachan andere Familien übergegangen, die alles zer-rüttenden Kriegswirrcn halten lähmend auch aufHalles Handel und Wandel gewirkt, es gab keinGedeihen mehr. Daraus erklärt sich die für jeneZeiten befremdliche Erscheinung, daß Georg erstin seinem 53. Jahr zur Heirat schritt. Magda-lcne, Tochter des fürstl. Anhalt-DessauischenKammermeisters (heute etwa Negirrungsdirektoroder Präsident) Jeremias Keller war seine13 jährige Auserkorene, deren erstes SöhnchenJacob Jeremias gb. 28. 5. 1320 indes baldstarb. Der Zweite Georg Neinhart Dreh-haupt nennt ihn fälschlich Nein h o l d wurdeam 20. 6. 1622 geb. und 9. 3. 1622 getauft undganz spät, am l. 6. 1638 traf noch ein kleinerNachzügler Johann Ernst ein. Für beide Söhnereichte wohl der Rest an Pfannenbesitz nicht mehraus; als der Vater Georg bald nach der Geburtdes Jüngste» gestorben war, verwaltete daher dieMutter die Pfannenlehen sür den Jüngsten weiter,und Georg Reinhart wurde »ach beendetemStudium Gerichtsbeamter, erst in Bitterfeld, dannin Delitzsch und endlich dauernd in Eilenburg.Dort heiratete er am 23. 2. 16S8 die Witwe desEilenburger Diakonus Or. Paul Wehrenberg geb.Helsferich und in zweiter Ehe 14. 9. 1668Esther Elisabeth Tochter des Stadtrats Preschezu Halle, der nebenbei in Leipzig an einem großenHandelsgeschäft beteiligt gewesen sein soll. Nunschwanken die Angaben sehr über Georg Rein-harts Nachkommenschaft. Drehhaupt kennt nureinen Sohn aus der ersten Ehe, EheenfriedNeinhart, von dem er dem großen Universal-lexikon von Zedler (Bd. 4g v. 1746) die Geschichtenacherzählt, er sei zu Eilenburg Steuerinspektorgewesen und als am 1. 7. 1714 der Blitz in denKirchturm eingeschlagen, mit andern hinaufgeeiltum zu sehen, ob das Holzwerk etlva Feuer ge-sangen. Kaum oben angelangt sei er bei einem

ferneren mächtigen Donnerschlag tot umgesunken.Das ergibt klar, daß das Herz des alten Herrnnicht mehr kräftig genug war, nach dem aufgeregteneiligen Aufstieg den Schreck zu überstehen. NachDreyhaupt wäre mit ihm auch dieses Haus er-loschen, nach andern Nachrichten war er aber mitAnna, des Kämmerers Kollmann Tochterverheiratet und ein Kind, vermutlich eine Tochter,habe ihn überlebt. Auch soll Georg Rein-hart keineswegs nur diesen einen Sohn Ehren-srid Reinhart gehabt haben, vielmehr nach dereinen Quelle 7 Söhne und 2 Töchter, nach derandern allein aus 2. Ehe 10 Söhne und 5 Töchter,wovon aber 4 Söhne und 3 Töchter jung gestorbenwären. Der älteste Adam Reinhart soll inMeißen studiert haben. Vielleicht ist dieser iden-tisch mitAngustns Reinhart Vnrvh,"von dem die Bibliothek des Germanischen MuseunisNürnberg noch eine Doktordissertation besitzt, dieer zu Leipzig unter Abraham Kästner am 4. Sep-tember N. N. S. geHallen. Auch hier bleibt alsonoch reichlich Stoff und Spielraum für weitereForschungen. Georg Reiuhart starb fast gleich-zeitig mit seiner Mutter 1688, worauf nun derSpätling, Bruder Johann Ernst alle'nigerPfannenlehnsmann in Halle wurde. Am 4. 12.16S3 nahm er des Pfänners Jonas FriedrichLudw! gcrs 34 jähr. Tochter Regina Sophie,selbst 55 jährig zur Frau, lebte aber mit ihr nurnoch 10 Jahr bis 30. 12. 1703. Zwei Kinderblieben zurück: Georg Friedrich gb. 9.11.1697,der sein Nechlsstudium abbrechen und die väter-lichen Pfannenlehen übernehmen mußte, undMagdalene Sybilla gb. 28. 3. 1699, die aberledig blieb, ebenso wie ihr Bruder Georg Fried-rich. Nun liegt es wie ein Zug von todtesmatterMüdigkeit über diesen drei letzten Trägern desNamens in Halle. Am 17. 10. 1740 ging GeorgFriedrich zum ewigen Schlaf, am 16. 7. 1742folgte ihm die 83 Jahre alte Mutter und 2 Tagespäter auch die Schwester, wenig über 43 Jahralt. Alle diese Halle-Torgaucr Uuruhs haben denalten schlichten Namen ohnc Vorwort weitergeführt,sie wußten aber, welch' allem Stamme sie an-gehöiten. Daß sie nach Drehhaupt das von Sieb-macher als sächsisches Unruhe Wappen bezeichnetegeführt haben, ist schon im Abschnitt zur Namens-und Wappensrage erwähnt.