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Die Unrugher m Böhmen.
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Scheinheiligkcit schonungslos auf die unglücklicheWitwe Anna Barbara ll. in Wunsicdcl ein-zustürmen. Einmal zu persönlichen! Erscheinenin Nürnberg geladen, will sie, weil selbst reise-unfähig, ihrem dortigen Advokaten eine inWnusiedcl ausgestellte Vollmacht schicken, natürlichdurch einen besonderen Boten, denn von Post-verbindung war keine Rede mehr. Der Botefiel aber den herumstreichenden Kriegsleuien indie Hände, sie nahmen ihm die Vollmacht, diesie nicht lesen konnten, verbrannten sie und liehenden Boten bis auf die nackte Haut ausgeplündertnach Wnnsiedel zurückkehren. Anna Barbarawurde, als unentschuldigt ausgeblieben, zu allenZahlungen verurteilt. lllit herzerquickenderDeutlichkeit antwortet sie statt dessen dem Gericht,dieRcchtsverdrehcr schienen verschlingen zu wollen,was Motten, Schimmel und Rost etwa noch vomgelagerten Gut übrig gelassen; die Zeiten seiennur nicht danach, sonst würden ihre mächtigenverwandten den Nürnberger» schon Vernunftbeibringen. Das war sSZS das letzte Aufflammenihres stolzen Kraftmutes, dann starb sie. DasRatsgericht gab nun dem Drängen der Gläubigernach, Truhen, Fässer und Ballen wurden geöffnetund taxiert. Alle die kostbaren Sammt-, Atlas-und Pelzgewänder, das Linnen war von„Schaben" zerfressen oder verschimmelt und ver-stockt, die Goldgarnicrungen und Stickereien un-brauchbar geworden. Nur Z Eeutner ss PfundZinngeschirr war wohlcrhaltcu, aber das Pfundwurde nur zu s Kreuzer geschätzt und der ganzeKram hatte nur so fl. ss Kreuzer Wert. DieKlageforderungen und Kosten beliefcn sich aberschon über toov fl. So endete das Trauerspiel.
von den Kindern, die mit Anna vnruhcrinaus Aich und Vbcr-Ehodau nach Sachsen geflüchtetwaren, scheinen spätereNochkommcn nach Böhmenzurückgekehrt zu sein. Vdcr stammen sie vondem ssyy aus der Türkei heraufgekommenenHans Georg? Letzteres wird beinah wahrschein-licher, wenn man bedenkt, was sich nach AnnasFlucht nach Sachsen noch abspielte. WallensteiusGestirn war hoch emporgestiegen. Kommissionenzur Aburteilung der „ketzerischen Verbrecher"wurden eingesetzt, so sSZs auch eine für den KreisStein-ElbogenH und Eger. Ihre Anklageschristvom 22. y. ZKZ2 zählt iir Z2 Punkten Annasund ihrer Kinder fluchwürdige Ketzer-Verbrechengegen die geheiligte Kais. Rom. Majestät auf.Hauptmitglied dieser Kominission war sogar auch„Herr Wilh. Marl. v. Endters auf Vbcr-Thodanund Vttnawitz". Es konnte also nicht fehlen,daß das Urteil besagte, „Anna U. und ihre2 Söhne nebenst der Schwester" haben Leib, Leben,Ehr und allen Anfall verwirkt, ihr Gut Aich seisammt ihren Ansprüchen auf Lehnsnachfolge inReuth verwirkt. Beide Güter wurden also „ver-möge Kais. Eession und Übergab Jhro Fürstl.Hoheit des Herrn Generalissimi und Herzogenzur Mecklenburg, Friedland und Sagan pro Fisco"zugesprochen. Dabei war Anna selbst, die Hauxt-angcklagte, schon seit Z Jahr tot.
Erst 2 Generationen später tauchen in Böh-men wieder z Geschwister Unruher von VbcrEhodauH auf! Idelene Ottilie, verheiratet aneinen Herrn v. Beilwitz, Mlilbelmb Fridncbals Kapitänlicutenant Z67S mit polyxenaEmilia von Geldenwig, Tochter des reichenPatriziers Johann Georg v. Geldenwig oderGoldenwig verheiratet, der eigentlich Hellwig hießund dessen Großvater zss2 in Prag als SeifensiederJohann Hellwig aus Dresdens eingewandert war.Drittens Adnin iKcrnbard u.von Ober Ehodan,der t6S5> Vbristlicutcnant im Rgt. Baron StadeV)und Kommandant von Konstanz am Bodensce,in erster Ehe mit Dorotbea Wincklcr v. Hain-felt kinderlos und ebenso in zweiter mit /IKuriuAnna Gräfin Metternich, Witwe desGrafen v. Payrsperg und Bamzuoj verheiratetwar. Sic war die Tochter des Grafen Metter-nich , der in seinem kilometerlangen Titel auchden eines „Burggrafen von Eger" führte —hochvornehm! Und das war das Unglück fürFranz Anton den letzten der Vbcr EhodaucrU.'s, Neffen des Adam Bernhard! Dieser hattesogar das Gut Aich wieder an sich gebracht undscheint auch soust nicht nnbegütert gewesen zu sein,da er dem Präger Hospital Beatac Ägnetis »ovo fl.zur Lesung von Seelenmessen und zur Verpflegungzweier KricgsiuvalidenH vermachte.
Sein Bruder, der Präger KapitäulicnteuantWilhelmb Fridrich hatte mit seiner Ge-mahlin P o l y x c n a Emilie um Z678 einZfrnnz Anton getauftes Söhnchen. Dbwohlihr Vater Heldcnwig noch lebte, hatte sie einhübsches vermögen, u. a. von ihrer rtanteWambersky geerbt. Aber es bestand in sog.Kammerprätensioncn d. h. Forderungen an dieLandeshauptkasse der Böhmischen Kammer (Re-gierung), die bereitwillig, wie eine Hinterlegungs-oder Sparkasse Gelder annahm, auch <p/g Zinszusicherte, aber immer nur tropfenweise auf be-ilud wehmütiges Bitten zahlen konnte. AlsWilhelmb Fri brich in seine neue Chargeaufgerückt war, bat er inständigst um zo»c» fl.von den schon seit Jahren aufgelaufenen Zins-rückständen"). Dies Gesuch wurde von Wien andie böhmische Kammer gesandt, die darauf nachWien berichtete, Geld sei, wie sie ja schon vort Jahr genau berichtet habe, höchstens zu lau-senden dringenden Ausgaben vorhanden und essei doch ein triftiger Abwcisungsgrund, daß derKaxitänlieutenant keine Vollmacht von seinerFrau eingebracht habe. Er bekam also nichtsund mußte von neuem betteln. Diesmal ant-wortete auf demselben „flinken" Geschäftswegedie böhmische Kammer, es sei noch gar nicht solange her, daß der Bittsteller auf seine Zinsenzso fl und einmal sogar 200 fl.erhalten habe, indeswolle man, soviel nur Ihre Kais. Alaj. KammerJntraden bei diesen schweren geldlosen Zeitenzulassen, seiner noch ferner mit etwas wenigs
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') vsZillz- kouüglrao! V esodaolr v. LNok. Prag 1832.
b Statth. Arch. Prag.-> Stadlarch. Prag.2) Landes Arch. Prag,ff MuscnmS Arch. Prag.°) Stattli- Arch. Prag.