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Die Unrugher in Böhmen.
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mögen damals Ahnungen aufgestiegen sein,denn alsbald beantragte er die Genehmigungzur grundbuchlichen Eintragung von Kapitalzur Sicherung seiner Frau, falls er stürbe. ErstfSfH wird der Konsens erteilt und eine ersteHypothek von 20000 st. für seine Frau einge-tragen, söss gestattet man ihm, ihr noch einLcibgedinge auf Reuth zu verbriefen^, föt?begann für ihn die vormundschaftlichc Sorge fürseine Schwägerin Anna und ihre s Kinder.tSs8 brachte ihn der Krieg wieder in den Sattel.Bei der Mausfeldschen Reiterei?) nahm er ander Belagerung von Cham Teil. zs2f steht ermit seiner Compagnie Reuter bald in Amberg,dann in Auerbach, in Ncuenmarkt, überall ist erder katholischen Macht im Wege. Cr hat fürden Unterhalt und die Löhnung seiner Leute zusorgen, bekommt aber knapp und unregelmäßigdie Mittel dazu, muß also aus seiner Tasche zu-schießen. Dazu mußte er seiner Frau Anrechtean die Herrschaft zum Steins verkaufen. Am2y. ?. fS2f legt er eine Rechnung über 4000 st.von ihm gemachte Auslagen vor, mühsam erhälter dafür t200 st. Abschlags). Er wendet sichnun an Fürst Christian von Anhalt-Zcrbst, derseit tSfZ Statthalter in der Gberpfalz zu Arnbergwar, erregt aber nur Mißstimmung. Im Sep-tember verlegt man ihn mit seinen Reutern, daer wieder mit einer Fouragerechnung über 2 -fChor s Maß 2 Näpfle Gerste unbequem ge-worden ist — denn er will sich zum gewaltsamenFouragieren auf dem Lande bei den Bauern nichthergeben — nach Prossath, wo nichts zu habenwar. Kaum hat er sich dort eingerichtet, soerreicht ihn schon am 2s. y. sS2s der Befehl,seine Kompagnie aufzulösen, man brauche ihnund sie nicht mehr, werde aber „später" suchen,mit ihm abzurechnen. Innerlich gebrochen kehrtder Greis nach Reuth zurück. Da erreicht ihndie Nachricht, sein Stiefsohn müsse in den Sattelsteigen und sein Gut Hohen-Treßwitz und dieFamilie verlassen, vorthin ziehen nun die beidenAlten als vertragsmäßige Pächter und hoffen,dort mehr, als in dem kriegsumbrandcten ReuthRuhe und Sicherheit zu finden. Tritt doch auchimmer deutlicher die Absicht hervor, ihm demKetzer das Lehen Reuth ganz nehmen. fS2Staucht auf einmal die Forderung auf, Reuth denvettern Brandt zum Pfände für die fSfS seinemverstorbenen Bruder Mathes Bernhard geliehenen,von ihm aber verbürgten S000 st. zu überlassen.Mit gutein Recht wendet er ein, die seien längstaus dem Kaufgeld für Gber Chodau beglichen.Da das nicht hilft, wird ihm als Ketzer nur dieWahl zwischen Übertritt zur kathol. Kirche oderAusweisung unter Verlust alles Vermögensgelassen, das Betreten seines Gutes untersagtund befohlen, dessen Bewirtschaftung seinerkatholischen Schwägerin Wwe. Anna zu über-tragen. Damit schien man diese, die ja in-zwischen nach Sachsen gegangen war, wieder in
Kr. A. Arnberg.
6perl, obcrpfälz. Adel und Gcgenreform.3) Germ. Mus. Nürnberg.
Kr. A. Amberg.
die Gewalt bekommen zu wollen, um dann beidemit einem Schlage zu vernichten. Auch seinemSchwiegersohn Sporncgk und seinem StiefsohnTrautenberg von Trcßwitz stellte man nun dieAlternative: Bekehrung oder Ausweisung alsBettler. Da dies alles im Namen Maximilians,Kurfürsten von Baicrn geschah, weist er diesenfS28 darauf hin, daß sein Reuth böhmischesLehen vom Kaiser sei, so daß er nur kaiserlichemBefehl sich zu fügen habe. Die Antwort warvom 27. 2. fS2y und lautete einfach auf Aus-weisung und zwar nicht nur ans seinem eigenHab und Gut Reuth, sondern aus dem Landeüberhaupt. Nichts dursten die beiden altenLeute mitnehmen, nicht Kleid noch Unterhaltnoch Wert irgend einer Art. Am Bettelstab,aber markig gegen solchen „Raub" protestierend,zog der fast 70jährige mit der Frau über dieGrenze. Aufnahme fanden sie in Wunsicdel imBayreuthschcn, aber dürftiger Art. Die TochterAnna Barbara hatte Hans Adam vonSpornegk geheiratet, Sproß einer altcnNürnbcrgerFamilie, wie die Seckendorfs. Hinaus mit derKetzerbande! hieß es auch da. Schon vorherhatte aber Mutter Anna Barbara am 7. JunifS2y an die Tochter geschrieben, wenn sie denVater noch einmal sehen wolle, möge sie baldkommen, es stehe schlecht um ihn. Da der Brieferst am f7. anlangte, war es zu spät. Der Vaterhatte das nicht mehr ertragen, aber die Mutterhatte nun wenigstens an den Spornegks einenHalt von Leidensgenossen. Alle siechten imClend dahin, die Mutter starb fSZS, beideSpornegk im Darben fKH2. Der MarkgrafChristian von Ansbach Bayreuth hatte sich beiMaximilian für sie alle wiederholt verwendet Ü,aber nicht einmal eine Antwort erhalten.
Zum Überstuß kam das Satyrspiel eines ärger-lichen Prozesses?) noch mitten in die letzten Jahreder Lcbenstragödie Georg Friedrichs undAnna Barbaras hinein. Als sie nachTreßwitz übersiedelten, hatten sie alle leichterbewegliche Habe aus Reuth: Betten, Linnen,Kleider und Tischgeräte in zwei Rcisetruhcn,sechs Ballen und einem großen Faß nach Nürnberggeschafft und dort bei Hans Löb eingestellt. Derberechnete aber dafür so st. jährlich und Geldwar damals mehr als knapp. Alle Hilfsquellenwaren ja abgeschnitten. So blieb Georg Friedrichnichts übrig, als von Hans Kaspar TuchersFrau, Barbara gb. v. Liedlau sooft, zu leihen,seine Sachen bei Löb auszulösen und sie bei HansGtto Richter für 20 st. jährliches Lagergeld zubergen. Aber weder dies Lagergeld noch dieZinsen und Abzahlungen an Frau Tücher konntendie Unglücklichen mehr leisten. Das berücksichtigtendie Tucher und Hans Btto Richter wohl, aberals beide fS27 gestorben waren, klagten WitweRichter und Herr von Liedlau als TucherscherSchwiegersohn und Crbe ihre Forderungen einund es begann eine wüste Advokatcnschreiberei volllateinischer Brocken und der danials üblichen
Kr. A. Amberg.-j Kr.-A. Nürnberg.