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als schweres Majestätsverbrechen angerechnet,ebenso das; sie ihre beiden ältesten Söhne nachPlanen im sächs, vogtlande in die „ketzcri sche"Schule brachte. Gber Ehodau mußte verkauftwerden, denn Georg Friedrich hatte nunselbst wieder Kriegsdienste nehmen müssen undseines Bleibens auf Reuth war auch nicht länger.Nach vielen Widerwärtigkeiten wurde es durch-gesetzt, daß in Piutz peintzschke vitztum vonNeuen-Schönburg ein zweiler Vormunds ein-gesetzt wurde, dem später noch Niklas v. Globenzur Seite trat. Ihr gemeinsamer Antrag aufBewilligung des Verkaufs von Gber Ehodauwurde genehmigt. Am g. 9. ;S22 wurde einKaufvertrag mit Wilh. Maximilian v. Endtersabgeschlossen, unvorsichtigerweise auch das Gutihm ohne förmliche Auflassung übergeben, dennWitwe Anna konnte es augenscheinlich gar nichterwarten, diese Last los zu werden und in Aichzur Ruhe zu kommen. Während nun Endtersdie Wirtschaft auf seine Weise änderte und essich was kosten ließ, entschied man in Prag, daihm als Vberpsälzer das böhmische Zncolat fehle,könne der Kauf nicht genehmigt werden. Nochche nun alles förmlich rückgängig gemacht wer-den konnte, bewog der an der Guclle Nachrichtschöpfende Rentmeister von Böhmen, Mathiasvon Glauchau die bestürzte Witwe Anna, mitseiner Frau Eva geb. winkler von püttenaueinen neuen Kauf abzuschließen, vielleicht ließAnna sich durch ein etwas höheres Gebot blenden:Z7S00 st. Dazu besorgte dann Glauchau dieGenehmigung vom 8. 8. ;62Z und legte Namensseiner Frau bei der Landtafel Protest gegen dieAuflassung an Endters ein. Der beschwertesich beim Kaisers und schickte sich an, als erden gleichen Bescheid erhielt, für sich das böhmischeIncolat zu erwerben, was wohl nicht allznschwergelang, da er aller „ketzerischen" Anwandlungenbaar blieb. Inzwischen machte er GlauchausProtest dadurch wirkungslos, daß er dem Amtevorrechnete, er habe nachgerade iZl2g st. inin das Gut gesteckt, ohne deren Ersatz er dasGut natürlich nicht räumen könne^). Das ge-nügte dann, die Glauchaus zum Verzicht zubewegen und Enders behielt nicht nur Gber-Ehodau, sondern erwarb anch noch Wwe. Annaspcimatsgut, das benachbarte Gttnawitz hinzu.Er machte so ein glänzendes Geschäft, denn nur20000 st. zahlte er ihr nach und nach baar aus,der Rest blieb stehen, wahrscheinlich ohne Zinsen,viel kann Anna von den 20000 st. auch nichtbehalten haben, denn 5 000 st. gingen an dievettern von Georg Fridrichs Frau, die Brandts,drauf, von denen der selige Mathes s. Z. unterBürgschaft des Bruders Georg Frdr. sooo st.geborgt hattet, und viel andre kleine Schulden,rückständige Abgaben, vor allem aber Kriegs-kontribntionen nahmen ihr alles. Da kamengerade die schwedisch-sächsischen Marschkolonnenheran und nun glaubte Zinna, deren 2 ältesten
>> Statthalt. Archiv Prag.'9 Ebenda.
Ebenda.
9 Krcisarchiv Amberg.
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Söhne schon fast erwachsen waren, für die langentbehrten Nutzungen und Zinsen Pfandrecht anGber Ehodau üben zu können. Mit ihrenSöhnen und Aicher Leuten verjagte sie LndtersLeute p, die sich nicht auf ihre Seite stellten,nahm wieder Besitz von Gber Ehodau und suchtesich schadlos zu halten. Aber das dauerte nichtlange, die Kaiserlichen rückten wieder heran,Anna mußte fliehen. In Sachsen ließ sie ihreSöhne Ioachim Friedrich und MathesBernhard wohl ausgerüstet in Kriegsdiensttreten2) und dort ist sie etwa um ;s2y gestorben.Das Schicksal der Kinder ist noch nicht geklärt.
Ihr Schwager Georg Fridrich waroder lsso geboren, also schon 7 Jahre alt, alssein Großvater Bernhard mit Gber Ehodaubelehnt wurde und bei der lustigen Pochzeit mitEgerer Stadtmusik in Elbogen war er etwa 2ZJahr alt. Schon vorher war er an den pofdes Markgrafen von Ansbach als Page, dannals Kammcrjunker gekommen und zum Rciter-offizier ausgebildet, schließlich um lsoo Ritt-meisters geworden. Durch den Tod seinesVaters erlangte er Mittel genug, sich seßhaft zumachen. So kaufte er von den Trautcnberg'schenMündeln ans der Vormünder pand zu Michaelilso; für 26SV0 st. baar das schöne, in derGberpfalz dicht an der böhmischen Grenzebelegene Gut Reuths, südwestlich von Lgcr.Doppelten Besitz erwarb er dabei, denn zu denMündeln gehörte auch die junge Witwe desWolf Ehristoff von Trantenberg, Anita WarbaraBrandt vom Stein, die mit ihrem SöhnchcnWolf peinrich ganz allein stand und sie ward 5)seine Frau. Ihr Anteil am Kaufgeld war ihreMitgift 2000 st.6), jedoch ans erster Ehe hattesie noch beträchtliche Werte. Diese und wasGeorg Fridrich sonst noch flüssig machen konnte,wurde zu Verbesserungen des Gutes verwendet,das nun beider ganzes vermögen barg, beidenzum Unheil. Ein Töchtcrchen entsproß der Eheund wurde nach der Mutter Anna lVarbarapgenannt. — Auch G eorg Friedrich war über-zeugter Protestant geworden. Sobald die Kaiser-lichen gesiegt hatten, brach das Schicksal übersein paus herein. Aber Gegensätze machten sichschon viel früher fühlbar. Reuth war böhmischesLehen. Es dauerte lange, ehe Georg Frdr. dieBelehnung durchsetzen konnte. Am ;8. ;o. Mt2empfing er sie samt seinem Bruder MathesBernhard in Prag. Gleich darauf wurde erbefohlen, bei der Durchreise des böhmischenKönigs zur Kaiserwahl nach Frankfurt a. M.sich ihm vorzustellen und anzuschließen^). Inschöner kräftig klarer Schrift entschuldigt er sich,er müsse seinem Stiefsohn Wolf pcinrich Tranten-berg grade in diesen Tagen die pochzcit aus-richten, die sich nicht mehr verschieben lasse. Ihm
9 Statth. Archiv Prag.
°> Ebenda.
"j Krcisarchiv Nürnberg.
0 Kreisarchiv Arnberg,b) Kreis Archiv Nürnberg.
Krcisarchiv Amberg.tz K. N. Nürnberg.
K. A. Arnberg.
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Die Unrugher in Böhmen.