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Margaretha war wohl ein späterer Nach-kömmling und Nesthäkchen.
Einige Jahre schweigen nun die noch er-haltenen Nachrichten. Dann ergiebt die Einla-dung, die Bernhards andere beide SöhneMa'lbes Mernbard der Ältere und GeorgFrledrlcb an den Rat zu Eger zur Beerdigungihres am 2Z. 8. tS0t gestorbenen Vaters fürden Z. 9. richten'), daß mit dem neuen Jahr-hundert ein neues Geschlecht und eine neue Zeitheraufgezogen ist. Gegenüber all dem trostlosenJerstörungsgang, der nun beginnt, wirkt es wieein letzter tragikomischer Humorblick, daß dieSöhne in der Einladung zum Begräbnis durchdie hergebrachte Formel sich „zu Gegendienstengern bereit" — wie wir heute zu sagen pflegen —erklären.
Noch ani ö. 6. lS99 hatte ZiZernbardt sichvom Rat zu Eger den Stadtsyndikns vr. Tilcsiuserbeten, um mit ihm und Georg Florian Lochnerauf Münchhofen, Landrichter des ElbogenerKreises nach Prag zu fahren und dort, ihre Rechteverteidigend^), das unheimliche Netz zu zerreißen,das wegen ihrer reformatorischen Uetzerei vonPfaffen und Römlingen immer enger um siegezogen wurde. Sie hatten nichts ausgerichtet,ebenso wenig /Kalbes Wernbard, der nundenselben lveg ging und z?. l2. lS02 gemeinsammit Stadt und Ritterschaft von Elbogen einengeharnischten Protest gegen alle Bedrückungen,Jntriguen und Verleumdungen unmittelbar anden Kaiser richtete"). Sie seien keineswegsKetzer, sondern hielten nur treu zu der vonKaiser Karl V. selbst ZöZo gebilligten Augs-burger Konfession und das würden sie bis zuihrem letzten Atemzuge auch weiter tun. DieFolge davon war, daß Mathes Bernhard zunächstlinks liegen gelassen wurde und still auf seinemGber Ehodan wirkte, vom Nachbargut Gtt-nawitz hatte er die Tochter Amin von derThann geheiratet'), wahrscheinlich schon umtsyo, denn etwa ZS58 war er geboren. DerName Thann ist in allen Schriftstücken so un-deutlich geschrieben, daß manche ihn auch vkann,Jhann oder auch Jahn gelesen haben. Es scheint,daß die Ehe anfangs kinderlos blieb, denn alser Z6Z7 starb, waren die nun vorhandenen sechsKinder noch sehr jung. Nur von zwei Söhnen:Aoacbim Zfrledricb und /Kalbes Wernbard,dem Jüngeren, sind die Namen uns erhalten,von den anderen vier fehlen alle Nachrichten.
Mathes Bernhard der Altere wurdeaber von den Ereignissen doch wieder in denVordergrund gedrängt. Kraft ihrer Sonderrechtechlugen ihn die E.lbogner Stände immer wiederzu Ämtern vor. Kreishauptmann war zunächstJobst Tysel von Daltitz geworden, aber zumLandrichter") wurde Mathes Bernhard Z6ZS be-stellt und als ts>6 Tysel starb, schlugen dieStände abermals Mathes Bernhard zum Haupt-
>1 Stadtarchiv Egcr.
ebenda.
9 Stadlhalt. Arch, Prag.9 Ebenda.
9 Stadtarch. Elbogen.
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mann') vor. In Wien war wohl sein Protestvon tS02 etwas in Vergessenheit geraten, abernicht in Prag. Als er dort am 2b. Z. tG?den Amtseid leistete"), wies man ihn wegenseiner Amtseinkünfte an die Zehntamtskasse inSchlackonwald, deren Geldmangel wohl in Pragum so mehr bekannt war, als die eignen Kassendort auch niemals Bestände hatten, zg sl. so xReise und Zehrnngskosten wies man auch aufSchlackenwald an. Wer weiß, ob er sie jemalserhalten. Gegen sonstige vergrößerte Leistungenhatte auch Stadt Elbogen schon Verwahrungeingelegt). Schloß Elbogen wird also keine sofröhlichen Tage wie unter Bernhard mehr ge-sehen haben, parte Kämpfe gegen unheimlichefinstre Feinde hatte Mathes Bernhard zu be-stehen, aber nicht lange. Sein Ende gleichtbeinah einem Vorspiel davon, wie Z Jahr späterseinem Namensvetter in Sagan als unbequemenreformtreuen Landhauxtmann ein plötzlichesEnde, samt seiner edlen Gemahlin, bereitetwurde.
Es war ein Glück, daß Mathes Bern-hard als Frucht seiner stillen Arbeit auf GberEhodau noch das schöne Gut Aich bei Karls-bad') hatte kaufen können. Als er am 26. 9.tG? plötzlich verschied, bot sich dort, da GberEhodau doch nicht zu halten war, eine Zufluchtfür seine Witwe Anna mit ihren 6 Waisen.Obgleich von paus aus strenge Katholikinhatte sie sich doch treu in die Anschauungenihres Mannes eingelebt, ohne nach außen damitzu sehr hervorzutreten. Zunächst erbat sie nundie Bestellung ihres Schwagers Georg Fried-rich vnruer auf Reut h"), von den, nach-her die Rede sein wird, und ihrer vettern Niclasv. Globen und Sigmund Näbitz zu Vormündernder Kinder. Nur Georg Friedrich wurde ein-gesetzt, erklärte aber- bald, allein könne er nichtfür alles einstehen, sei nun selbst über 00 Jahr,gichtleidend und wohne auf Reuth 8 Meilen ent-fernt. Darauf gab man in Prag aber nichts.Die wilde Zeit begann mit dem Fenstersturz derbeiden kaiserlichen Beamten aus dem Fenster derSckrctärstube im Hradschin und dann kam eszur Wahl des Winterkönigs, zum zc> jährigenKriege. Wäre es schon in ruhigen Zeiten nicht leichtgewesen, die beiden Güter und die ausstehendenGelder zu verwalten und 6 Kinder zu erziehen,so hieß es jetzt noch, der hungrigen Verwaltungwie der noch hungrigeren Soldateska zu genügen,die nun bald von dieser, bald von jener Seite inder Gegend hin und her wogte. Äls PfalzgrafFriedrich mit seiner Gemahlin nach Böhmenkam und diese in Gießhübel bei Karlsbad rastete,machte ihr Witwe Anna sofort ihre Aufwar-tung"), vielleicht nicht bloß aus Höflichkeit undüberzeugter Hinneigung, sondern um Hilfe undHalt bei ihr zu finden. Das wurde ihr später
9 Ebenda.
9 Statth. Arch. Prag.9 Stadtarch. Elbogen.9 Ebenda.
9 Statth. Arch. Prag.9 Ebenda.
Die Unrngher in Böhmen.