Die Unrugher in Böhmen.
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Ferne von höheren Bergketten gegen rauhe Windegeschützt, war Bber Ehodau zweifellos ein ebensobehaglicher wie wertvoller Herrensitz, fg Teiche,Mahl- und HammcrmühlenH, Walz- und Brau-haus nebst Schankstätte, große Wiesen, schöneWaldungen und f Bergwerk gehörten dazn.Heut ist es eine kleine Stadt geworden, im altenHerrenschloß wird Geschirr aus feiner Ton- undPorzellanerde hergestellt. Die ehemaligen Vor-werke Pcchgrlln, Stöltzengriin, wovon auch Teilezu Bttnawitz gehörten, und Duglasgriin sindselbständige Besitzungen oder Kleinbesitz ge-worden. Auf „Tuklasgrün" erscheint zuerst ineiner Urkunde^) vom Zf. t. f-)92 /lidatbcs vn-ruwer, indem er seinem Untertan ThomasSammes zu Nicklasgrün eine für den Rat zuEger bestimmte Bescheinigung erteilt, ebenso amZ. 6. t -tgs. Beidemal schreibt er sich vnruwer,aber sein Siegel trägt die Umschrift Vnruvund zeigt das altfränkische Lilienjungfranwappen,das Siebmachers großes Wappenwerk als dasbairische Unruhwappen wiedergiebt. Franzdagegen hatte f^2S das schon erwähnte, sonstnirgends vorkommende nur als Stempel er-klärbare Wappen verwendet. Alle späteren BberEhodauer U.'s führen das altfränkische Lilien-jnngfrauwappen.
Wan wird diesen Wath es als einen Enkeldes Franz ansprechen können, er erscheint nochbis ^99 in verschiedenen^) Urkunden. fgPg, be-stätigen ihm die Grafen von Schlick einen Be-sitzznwachs, sowie daß der Pfarrer zu Tottcr-wisch die Pflicht hat, gleich nach den Grafenauf der Kanzel der Eltern des vnruhr als„Stifter und Wohltuer der Pfarrkirche zu St.Erhard" zu gedenken, dann auch des Waihes U.selbst. Es dürfte sein Sohn sein, der tSZ6 alsLandrichter^) in Llbogen sich AZernbart vnruerschreibt, aber dann auch nichts mehr von sichhören läßt. Aber sein Sohn HZernlAirt vn-ruher, wird zu Prag am 29. 7. )5S7 mitBber Ehodau belehnt"), was sich infolge desThronwechsels am ts. 7. fSSZ wiederholt, alsovielleicht schon an seinem Sohne. tSSZ bean-tragte Eustachis von Iandorff, u. a. den Bern-hart v n r u r «6) in ihrer Streitsache mit derStadt Karlsbad als Zeugen zu vernehmen.iSSH will Lorenz Graf Schlick den Bernhartvnru c h a?) als Zeugen gegen Huzelmann vonWolfshof geladen wissen. Etwa um )S76 trittWernlZkirl als Land- oder Kreishauptmanns)Eibogen auf. Eitie Schwester von ihm war anAdam von Weißschling auf Perlesgrlln verheiratet), eine andere Namens Uidnrgarctbeward die Frau des Nikolaus vou Steinbachauf Wluki, der in der czechischen Urkunde von
9 Urbar d. Herrsch. Elbagen v. 1525. Museums Arch.Praa.
Stadtarch. Egcr.
Mnscnmsarch Prag. Stadtarch. Elbogcn.9 Landcsarch. Prag.
9 Ebenda.
Landtafcl Prag.
-> Ebenda.
°> Stadtarch. Elbogcn.
9 Stadtarch. Eger.
Die Unrugher.
isss ihr grundbuchliche Sicherheit^) für ihreWitgift von 7S0 Schock Groschen usw. für seinGegenvermächtnis, Worgengabe, für Ivitwen-einkommen usw. verbrieft, wobei er sie Mar-keta Vnrurova und sich Mikolas^) S t a m-pach w. Stampachu nennt. Am 20. s.s577 erschien Bernhard als geladener Ver-treter der Elbogner Ritterschaft^) zur Beisetzungdes Kaisers Maximilian II im Dome St. Veitauf dem Hradschin zu Prag.
Zur großen Kriegsmusterung am sö. 9. ^59-)sandte er einen seiner z Söhne mit 2 TroßPferden''), wahrscheinlich Dans Georg, denmittleren, von dem nur einmal wieder eine Spursich auffinden läßt, da er am Pfingstmontag ^599aus „Raphin-Eoda" an den Bürgermeister vonEger Adam Kramer auf Pnchradt, als an seinen„guten Freund und vertrauten Bruder" schreibt^).Dort scheint er ein Darlebn zu schulden. DieStadt Eger hat gerade das Hans des deutschenBrdens in Eger angekauft uud treibt nun ihreAusstände ein. Hans Georg sagt nun, er seieben erst wieder herauf- (d. i. wohl von untenaus der Türkei) gekommen und sein VaterBernhardt habe doch Zahlung versprochen,werde also auch sicher dafür sorgen. Dort ginges aber nicht mehr so glänzend, denn tsgq hatteKaiser Rudolf das bis dahin herrliche freieAmtswohnung bietende Schloß Einbogen an dieStadt daselbst verkauft und vom Baargehalt")(200 Schock Groschen) sollte min Wohnung,Garten, die bisher freie Heizung und vielesandere bezahlt werden und die Zeiten fingenüberhaupt an, unsicher und schlechter zu werden.
vorher war es anders gewesen. Noch am2). i. )S8Z hatte „Bernhard vnruer von u.aufs oberen Gada" Röm. Kais. Maj. Haubtmanndes Elbogischen Greises an den erbarn hoch-weisen Herrn Bürgermeister und Rath der StadtEger" geschrieben?), „zur angesetzten Hochzeitmeiner freundlichen geliebten Tochter den Stadt-pfeifern zu erlauben, daß sie Woniag den 2S.dieses zur abend bei mir auf'm Echloß Stein-Elnbogen ankommen und bcruerte HochzeitlicheZeit vbcr vinb die gcbucr so albereiis beschlossen,mir dienen mögen. Das will ich rmb Euch inandere Wege freundlich und Nachbarlich ver-dienen". Es wird da also eine Woche langhoch hergegangen sein, auch für die EgererStadtpfeifer. Aber schade, daß Bernhard nichtauch den Namen seiner „freundlichen geliebtenTochter" hingeschrieben hat. Die Tochter Jgfr.klktirgaveten vnrucherin, für die Bernhardam 22. Wai fsgs nebst vielen verwandten undZeugen einen Ehevcrtrags) mit Ludwig Barthelvon Thein auf Kinsberg abschließt und darintooc» sl. bare Witgift nebst reicher Aussteuerzusicherte, kann es nicht gewesen sein, diese
9 Landtafel Prag.
'-> LandcSarch. Prag.
9 Böhm. Stände Nerhdlg. Sncmy Ccskc.9 ebenda.
9 Stadtarchiv Egcr.
9 Stadtarchiv Etbogcn.
9 Stadtarchiv Eger.
9 Germ. Mus. Nürnberg.
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