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Die Unrugher in Böhmen.
dem städtischen Hausbesitz vererbt haben muß.Einer dieser Nachkommen Aalpar Unrur scheintnnt seinem schlichten Namen Anzweiflungenseiner Ritterbiirtigkeit empfunden zu haben; dennam tl. 2. f5?6H wird er als adliger anerkanntund mit dem Beinahmen von Tauernberg— die Böhmen schrieben Taurnbcrg — ver-sehen. Lr hatte eine Holec zur Frau 2) undwird sammt den Schwestern Dorothea undlSltber U. von seinem Bruder, dem pragerHausbesitzer Georg (GirZik) Unruhr testa-mentarisch bedacht. Dieser hatte mit Ikatbarinavolejnikow z Sohn Andreas und z Töchter:Anna, Sulanna und Dudmilla» besaß nebengutem Barvermögen das stattliche volejuikow'-sche Haus im S. Nikolas Bezirke und ließ lSSZsein ein Jahr vorher gemachtes Testament vornRate der Stadt Prag bestätigen. Bald daraufist er wohl gestorben. Alle verwandten hatteer bedacht, seinem Sohne aber obenein alle seineAnzüge, Gewehre, Rüstung, Degen und i silbernenDolch vermacht, ein Beweis damaliger Wohl-häbigkeit. Die Weinberge in Karthaus bekamsein Bruder Aaspar, der ueugebackne Tauern-bergcr. Was sonst ans allen diesen geworden,war bisher nicht zu ergründen.
Draußen im Lande aber saßen, außer denspäter zu erwähnenden Vber Lhodauer U's,noch mehrere. Leider läßt die noch erhalteneMusterliste des am 2Z. z. f52ö gegen die Türkenausziehenden Böhmenheeres nicht erkennen, vonwo die einzelnen Mitstreiter stammen. Vetervnru'r war mit einein, und 'lbonns (Hans)init 2 Pferdetroß dabei?). vielleicht waren esBrüder des Georg Unruch von Polsdorf,der anscheinend kurz vor fSHv Anna Burg-gräfin Donyna (die heutigen Dohna) auf Ziv^)heiratete und mit ihr eine Tochter Anna hatte.Die Mutter erteilte ihrem (Zärrik Vwruovi 2Dulstortk am 25. s. s55ti Generalvollmacht zurquittierenden Erhebung aller Gelder?). Dannscheint sie gestorben und später ihre SchwesterSalomen« Georgs Frau geworden zu sein. Erselbst war f5sq nicht mehr am Leben, denngegen die Stiefmutter Salomena ruft Annavnruch von Polsdorf auf Liszan denSchutz der Behörden an, weil jene sie von allemBesitz zu verdrängen suche 6). Söhne scheine»also nicht vorhanden gewesen zu sein.
Georg und Anton U. Gebrüder undFriedrich und Valien U. Gebrüder verkaufen2S. Z. s5Zy ihr Gut Polsdorf an Fabian Zedlitzvom Reisicht?). vielleicht ist dies das hier er-wähnte Polsdorf (Ar. Tost-Gleiwitz). Aber dieZusammenstellung der Namen dieser H Ws deutetstark auf neumärkische Abstammung.
Wenn auch in den spärlichen Nachrichten vondiesem anscheinend slavisierten U.-Stamme keinenäheren Beziehungen merkbar sind, scheint doch
9 Akten d. Wiener Adelskanzlct.
-) Stadtarchiv Prag.
Palacky böhm. Archive Bd. VI. S. Z58 si.
tz Landes Arch. Prag.
tz Landtafel Prag,ebenda.
tz Arch. Bresl. Licgn. III. 12. i. 52.
ein entfernter verwandschaftlicher Zusammenhangmit den Ober Ehodauer U.'s bestanden zu habenund zwar so, daß die Prager U's ein Absplißder anscheinend damals schon seit Jahrhundertenauf dem Elnbogener Bergkegel gesessnen waren,der ja auch in der Geschichte der Lulenburgseine große Rolle spielt, von der Eger zwischenhohem Waldgebirge im Dreiviertelkreis umflossen,hat dieser leicht zu verteidigende Bergkegel wohleine der ältesten Ansiedelungen gebildet. Ge-nügend an Fläche, um einer ausgedehntenBurganlage — heute leider Gefängnis — undeiner Stadt Raum zu geben, die trotz ihres etwasunscheinbaren Aussehens doch noch eine derreichsten Österreichs ist, muß sich hier schon sehrfrüh ein Brennpunkt menschlicher Beziehungengebildet haben. Die Hans Heiling Sagen sindhier entstanden, rege Industrie siedelt rings iniLande. So ward das Land Ztein-Elbogen schonfrüh ein Zankapfel zwischen den Nachbarmächten,bald zum sächsischen Lgererlande, bald zu Böhmengehörig, von diesem schließlich in Verwaltungund endlich in dauernden Besitz genommen.Aber bis in neuere Zeilen hinein behielt derStein-Elbogen sein eigen Recht nach Sachsenart.von jeher trieb es ja die U's dorthin, wo leb-hafter Wandel der kandesschicksale ihre eigenenGeschicke mit in den Strudel riß. Eine UrkundeHvom 9. l- lsl« nennt Andreas den jüngerenals Burggraf von Elbogen, daneben einenzLberbard in dem nach Eger zu belegenenEhungesperk (Königsberg), wonach König Vttokardie sehr ähnlich gelegene Pregelstadt in Preußenbenannte, und noch einen Bienenwirt (Zeidler)Ibeinricb, Bürger von Elbogen.
Jedenfalls war Franz vnruer f<^25Burggraf in Elbogen?), mit Eger in guten Be-ziehungen und so wohlhabend, daß er nebstseiner Frau /Idargaretbe Gläubiger mancherLeute dort wurde. Ein Habel und ein Jäckelwerden in noch vorhandenen Schuldurkunden?)von fH25 und fH28 genannt. tH25 schrieb derRat von Nürnberg an den Burggrafen^): „Liebervnrw! es werden zu ewer ersamkeit kommedieß gegenwärtige Wülfel Schultze und HannsZiegelhof, unß diener, den wir befohlen habenmit euch zu reden von etliche wegen, die unsund die Unsen merklich beschedigt haben" . . .usw. Er soll ihnen zum Rechte helfen.
Die Urkunde von lH2g uennt auch Ibansvnruer und Dickel vnruer als Söhneund ist außen neuerdings mit der Bezeichnung„Unruher auf Vber Ehodau versehen. Zweifelloshaben die Nachfahren auch diesen schönen Besitzgehabt, ob aber schon Franz ;q28, sei dahin-gestellt. Wie Königsberg westlich von Elbogenauf halbem Wege nach Lger, liegt Vber Ehodauöstl.auf halbem Wege nach Karlsbad, in beneidens-wertem Landschaftsbilde. Eingebettet in eineweite Talmulde voll fruchtbarsten Bodens, vonsanft ansteigendem nahen Hügelland und in der
tz Emlcr, Negesta Bohem.-I Gradcl, Chron. d. St. Eger.e> Stadtarchiv Eger.
9 Bricsbuch Kreisarchiv Nürnberg.