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Die Karolinger Nnruoch's.
der Nonnen hätten den Neffen Lintwards zurechter Zeit sterben lossein vielleicht ist es zu-treffender, an die stelle der Gebete einen BecherGittwein und für den Notfall einen Dolch zusetzen. Genug, Berengar ließ sich diese Schmachan seiner Nichte doch nicht bieten. Gr überfielverrclli, brannte und plünderte Liutwards Hausund Gut, bekam ihn selbst indes leider nicht inseine Gewalt. Auf dessen Klagen beim Kaisererschien Berengar zwar am ts. -5. 8»? auf demReichstag zu Maiblingen und söhnte sich sogarscheinbar mit ihm wieder aus. Als aber Karl888 starb, ließ er die Maske fallen, wilde Kämpfevoll Hinterlist, verrat und Tücke führten ihnnoch in demselben Jahre in den Besitz derKönigskrone von Italien. Diese genügte ihm nicht,er überwand 902 den Kaiser, aber erst 9t6 gelanges ihm, die Kaiscrwürde selbst zu erringen. 92zward er bei Fiorenzula von Rudolf II. vonBurgund geschlagen, rief nun, innerlich haltlosgeworden, die Ungarn ins Land — auch Sarmatenwaren dabei — aber 92» im März fiel er einemmeuchlerischen Uberfall zum Gpfer. SeitieSöhne, deren Namen leider unbekannt geblieben,setzten die Kämpfe fort, erlagen aber ?ss denHcerschaaren Kaiser Gttos des Großen, in denenunter Herzog Burkhards Führung andere Nach-kommen aus Unroch'schen Stamme gegen ihreunbekannten vettern mitkämpften. Die aber, dievon Berengars Nachkommen entkamen, konntenim alten Frankenreiche sicher keine Stätte mehrfinden, sondern sind zweifellos mit ihren zurück-getriebenen Bundesgenossen in neue Heimstättennach Nordosten, Mähren, Ungarn, Polen usw.abgewandert.
Aber Berengar blieb nicht der einzige Nach-komme Eberhard Unrochs, auf dessen Haupteeine Kaiserkrone geprangt. Solche war auch,und zwar viel früher, als den Nachkommen derJudith von Balingen, denen der jüngsten Tochtertbedrvlsl beschicden. Diese jüngste Tochter vonEberhard und Gisela wird bald Heilwig undHcidewig, Hertewigis und Hadwig, auchHathni genannt H. Aus dem 37H von Agiusverfaßten „Leben der heiligen Hadumoth",Äbtissin von Gandersheim, Schwester des Sachsen-herzog Gtto?) geht unanfechtbar hervor, daßdieses Gttos Gemahlin Niemand anders, alsunsre Hadwig (Unroch) gewesen sein kann.Diese aber wurde, wie Eckardt selbst hervorhebt,die Mutter Heinrich des Voglers, DeutschenKaisers. Stammvater des Herzogs Gtto warLudolf von Gstfalen gewesen, der Abkömmlingdes mit einer Sachscnedlcn vermählten Bernhard,Bruders von Pippin und Sohn von Karl Martcll.Gtto ging also gar nicht weit über den Kreisder Familie hinaus, wenn er eine Urenkelinnnsres Heinrich, Herzogs von Friaul, zum Meidenahm. Diese Stammutter Deutscher Kaiser starbnach den Nekrologen von Fulda 90Z.
von Eberhard und Giselas Nachkommenbleiben jetzt nur noch Adalhard und Rudolf
1) Eckardl, oiisnt. II 609.
2) Ebenda-
zu erwähnen. Hier lassen uns aber die Nachrichtenfast ganz im Stich. Gisela spricht in den AufZeichnungen von 3S7, 870 und 87-t ans vitry,Eysoing und Fivis so von diesen beiden Söhnen,daß man sie dort in der Nähe lebend ansehendarf, vielleicht ist es ein Sohn eines von ihnen,der um 900 als Ttger Illnrob (peretram) inden Gastlisten des Klosters BrixcnH erscheint,woraus wohl zu ersehen, daß der beigesetzteName Bertram einen Begleiter bedeutet. Fernernennt Mitte S. l-ls ohne Angabe seiner (pnclleeinen Y2H zum Landtage in Zürich eischienenenalemannischen Grafen IlllN'ucb zusammen mitseinen schwäbischen Amtsgenossen Grafen Ulrich,Gerolt, Luitold, Beringer und Peraker. DieserUnruch könnte sehr wohl ein Sohn des Rudolfsein, da Giselas Ausdrücke andeuten, daß Adalharddie Besitzungen in Flandern und an der Maasübernommen hatte, also die schwäbischen demRudolf zugefallen sein mußten.
Ferner kennt Mitte S. 83, tv7 ff. noch einenum YS? lebenden „zu den Unruchs zuzählenden" Berengar und s. tl2 einenL-uttoll oder Auilold (Unruch) umEr sagt: „Judith — (Tochter Eberhard und GiselaUnrochs) — und ihr Mann hatten Veranlassung,das Andenken Markgraf Eberhards zu ehren,.... wonach ihr Sohn dann Eberhard genannt,.... dem als Knaben schon König Arnulf dieNachfolge in der Grafschaft seines Großohms
Rudolf gestattete Berengar weist hingegen
sein Name dem Geschlecht der Unruochs zn nnder ist als Rechtsnachfolger und demnach wohlauch als Sohn jenes Luitold anzusetzen, welcherder Vorgänger der Hunfrids im Schcrragau war;denn, wie wir diesen i. I. 8-sS, so treffen wirjenen 38H zu Mörshausen (Kanton Schaffhanse»)als Besitzer an."
Als Grund des engeren Zusammenschlussesdieser beiden Familien hebt Mitte richtig hervor,daß sie in Alemannien beide stammfremd waren,und sticht nun noch den Verwandtschaftsfadenweiter: „Graf Eberhard von Nellenbnrg führte,wie bereits sein Gheim Eberhard, der Graf desZürich- und Sülichgaues, seinen Namen nachdem Urgroßvater Eberhard von Friaul . . . .Ein Eberhard verwaltet noch unter und nebenHerzog Burchard von 95? bis 97; den Thnrgauals Nachfolger des den Unruchs zu-zuzählenden Berengar Im
Elsaß ist im Meißenbnrger Totenbuch der2;. August zogo als Todestag der beiden GrafenBurchard nnd Luitols aufgezeichnet. Ist jenerein Burchard, so wird dieser ein Anruocb sein,jener als Ahnherr der Zollern .... dieser alsVater der Grafen lCgtno von Urach undMudoll von Achalm . ." Daß Mitte hiermitrichtig schließt, ergibt der Zweifaltener Nekrolog"),wonach die Grafen Tuno und Knitolcl eis^olrslnr, als sie t089 das inciilusteriurn 55vilu1-tsuss stifteten, sogleich für jeden ts. Novemberdie Seelenmessen für ^Ilnrnooli, proavus"
d. Zmdri oouüat. II. 400, 23.
2) ZVlou. Horm. dist. NsorolvF (Isrm. I. x. 265.