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Die Karolinger Unruoch's.
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lichkeit und regen Ante!! entgegenbrachten. Ausseinem Testament gewinnen wir einen Tinblickin seine Bibliothek, welche neben theologischenSchriften auch historische und Rechtsbüchcr um-faßte." (vgl. Boretins, Kapitularien im Longo-bardenreich S. Z5 n. Iaffe IV. 28. ?sz).
Welches Ansehen Tb er hart auch in dertheologischen und Gelehrtenwelt damals genoß,beweist die Zuflucht, die der von Gewisscns-zwcifeln geplagte Mönch Graf GottschalkH imJahr SH8 zu ihm nahm. Der erwähnte HofpoetLsckulns Leottus hat uns auch einen in blonLl. Ii. erhaltenen Lobhymnus im SapphischenVersmaß hinterlassen - ^.<1 lil vorlnrrclrrm aomitorn:„Aunroous, Aunrooi prolss"! . . worin seineSiege und Tugenden gefeiert werden. Sogardas vor ihm zitternde Afrika, Mauren undSarazenen soll er überwunden haben, Hort undSchild Italiens.
Im Jahr 8S8 erschien Eberhard zur» Reichstagin Ulm. Gl> er bei dieser Gelegenheit oder beiwelcher sonst in dem Alpenkloster zu Pfäferssvadarisusis) mit Gisela Reiserast gemacht hat,ist nicht genau zu ersehen, ebensowenig ob siebeide nur als Gönner und Freunde des Klostersvon St. Gallen für Spenden als vrssdytsriIIsoZausirsss dort eingetragen sind oder gleich-zeitig als Reisegäste dort geweilt haben. BeideEintragungen sind gleich der früher erwähntenhochwichtig, weil der Kaiscrstochter beidemal mitunzweifelhaftester Deutlichkeit ihres MannesFamilienname beigelegt wird und dies schonzwischen 8-m und 86p. In St. Gallen steht:
„Dburbart com.
Anroch Tysala"
in pfäfers:
„Deberardus DuxTbilela Anrobc".
Letztere Eintragung ist in Anbetracht desHerzogtitels jedenfalls die jüngere und eher mitder Reise nach Ulm in Zusammenhang zu bringen,als die erstere, die aber auch bald nach derHochzeit ans dem Hinwege nach Lividale ent-standen sein kann.
862 teilte Eberhard testamentarisch denKindern ihr künftiges Erbe zu. Der ältesteSohn, der einfach mit dem nun schon alsFamiliennamen erscheinenden Anroch benanntwird, erhielt mit der voraussichtlichen Nachfolgeals Graf über Friaul die dortigen Besitzungen,.Berengar anscheinend die lonibardischen usw.,Audttb aber, die nach der welfischen Großmuttergenannte Tochter, erhielt das Land Balingen imScherragan mit Zollern, das sie bei der etwag?o erfolgten Heirat mit dem BurchardingerGrafen Adalbert diesen! zubrachte. tSngcltrud,die älteste, scheint an den Hof ihres Mntterbrndersin Paris, Karls des Kahlen, gegangen, späteraber unverheiratet zur Mutter zurückgekehrt zu
Eckardt vounnont. 1'rsuü. Orient, II. zg? ff.
sein, denn diese spricht in ihrem zu vitry imMai 368 errichteten Testament davon. In einemmit Hilfe ihres Sohnes Nudoll und unterZustimmung ihres Sohnes Adalbard i. I. aroerrichteten Eodizill wünscht sie in dem vonEberhard gestifteten Kloster Tysoing slat. —Lüsionö vsl Lüsonio) das Grab für sich undihre Engcltrud neben dem Altar der Klosterkirche.Gisela hielt sich also wohl schon seit dem 8S«feingetretenen Tode ihres Mannes wieder inFlandern auf. Dort stiftete sie zu Fivis —Eckard sagt: guoci nuna oppiclnni lZslgii sstprops insuluni — 87-f in usus luiuiuariuiuiZasiliaus mit Zustimmung der Söhne noch einigeGüter. Dann hört man von ihr nichts mehr.Leider ebensowenig von den beiden SöhnenAdalhard und Rudolf. Desto mehr von denandern Nachkommen.
Der älteste Unroch wurde 8SH nach seinesVaters Tode Markgraf von Friaul, starb aber,nachdem auch er sich bei Bari, Bencvent undam voltnrno unweit Eapna 867—8?l als tüchtigerFeldherr bewährt hatte"), anscheinend ohnemännliche Nachkommen schon 374, worauf seinBruder Berengar sein Nachfolger wurde. Indessen Hirn mögen gewaltige Pläne voll Ehrgeizgewogt haben. Erbe von Eberhards Ansehenund reichem Besitz südlich der Alpen, Neffe deswestsränkischen Königs, wie des Deutschen Kaisersund des ostfränkischen Königs mochte ihm vonAnfang an der Plan vorschweben, alle südlichdes langen Alpenzuges belegenen Länder zuseinem Kaiserreich zu machen. Zunächst mußteer Herr der Lombardei werden. Aber als Karlam y. f. 376 von Rom nach Pavia kam, gaber nicht seinem Neffen Berengar, der ihm wohlohnehin als Anhänger sicher schien, die Hcrzogs-krone der Langobarden, sondern dem Boso, Sohndes Birinus und Bruder der Königin Richildis^).Boso hatte zusammen mit Agefried und demhier „Hunroch" genannten, 8?H verstorbenenVorgänger Berengars, den letzten großen Sara-zcnencinbrnch bewältigt. Dafür glaubte Karlwohl ihm mehr als Berengar Dank zu schulden.Dieser verbarg auch wohl seinen Ehrgeiz füreinige Zeit. Erst 33? trat er mehr hervor. SeinBruder Unroch muß eine bei seinem Tode ganzjunge Tochter hinterlassen haben, die dem Nonnen-kloster in Brescia zur Erziehung übergeben undum 886 heiratsfähig geworden war. Nun war„ein gewisser Liutward^) von niedriger Herkunft,Günstling des Kaisers, „Bischof von Vereclligeworden, der in frechem Ubermute so weit ging,daß er ans dem Ulädchenkloster Graf UnrochsTochter rauben ließ, um sie an seinen Neffen zuverheiraten. Der Neffe starb aber am Hochzeitstageund das Mädchen blieb unversehrt." Leider sindkeine näheren Umstände dieses spannendenVorgangs angegeben; es heißt nur, die Gebete
1) üloil. s, d. I-idri conkr-u. I. S7. Ig u. 20 u. III 57. 2.
2) blvQ. dsrm. dist. Lorixtores III. ^.Qär. Lsrgoinat.(ZkrvQiooQ. p. 235. 237 ff.
2) ZZokarät, ?ra,noin. orisrit. II. 609.
4) Jahrb. Fulda u. Xanten. Nach d. bloo. s. d. übers,v. Nehdantz u. Wattenbach.