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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
27-28
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getreulich wie gute Hotel-Fremdenlisten geführterscheinen, auch mancherlei andre Ansätze zurBildung der Familiennamen.

Eberhart und seine beiden Mitgesandtcnsagten schließlich die Beteiligung Lothars amReichstag zu Worms für Mitte September SZSzu, falls ihm hinreichende Sicherheit gebotenwürde, vielleicht ist hier der Anfang der WerbungEberharts um Kaiser Ludwigs jüngstes TöchterchenGllelkt zu suchen. Sie war ungefähr 82 t geboren,Tochter von Ludwigs zweiter Frau, der blondenWeifin Judith, nach damaligen Begriffen wohlschon heiratsfähig, jedenfalls begehrenswert undvielleicht sammt ihrer Mutter als BegleitungLudwigs mit in Diedenhofen erschienen. Derhat sich vielleicht noch etwas gesträubt; vielleichtwar umgekehrt er es, der, als er den jungenihm doch entfernt verwandten Eberhart gesehenund schätzen gelernt, den Gedanken zuerst erwog,aus den beiden ein Paar und dadurch die mächtigereiche Persönlichkeit zu einer um so sicheren Stützedes Kaiserhauses zu machen. Das Gebiet, dasEberhart damals unter sich hatte, war nicht vielkleiner als das Preußen vor (86S. Seine schonobenerwähnten Begüterungen im Friaul, in derLombardei, in Schwaben, in Frankreich, an derMaas und Scheide würden auch einem heutigenHerzog nicht übel anstehen. Wie dem auch sei,jedenfalls wurden die Beiden noch vor LudwigsTod (ff L-m) ein Paar, das wie Simson a. a. G.sagt, eine staatliche Schaar von Söhnen undTöchtern halte. In Eberhards Testamentvon SSZ, gegeben zu Schloß Mesiestro im Treviso-Gau, sind sie genannt und zwar Söhne:Nnrocbus, RerengÄrius, Ndalardus und'IKoduIpbUS (diesen Rudolf hat Witte nichtgikannt, als er sich wunderte, woher in dieBurchardinger Zollern-Ahnen der Name Rudolfgekommen sei) Töchter: ZSnglltruda, ZudltI?und Dellwig ( Hedwig). Außerdem ist nochein Söhnchen gestorben, was der Poet LsdulrmLoottrm in einem darrnsn: lilpitapüium deMio ülbsrirardi ooiMtis (illon. Li. k. vostuolatird tonr III. 281) beweint. Gleich darauffolgt aber ein Jubelgedicht für den neugeborenenErsatzds rrato xusro" Ourrdids Los Kislg,tu Asnitoris aiuor! Es wird also wohl derAdalhard gewesen sein, den die Mutterspäter in ihrem Testament noch ihren Lieblingnennt. Eberhard')gehörte zu den amgesehensten Männern des gesammten Reichs undnahm als Vasall Lothars an mehreren wichtigenVerhandlungen im Sinne des Friedens Teil.Er wußte sowohl das Schwert wacker gegen dieSarazenen und Serben zu führen, die durch See-raub die Adria unsicher machten und die Küsten-städte plünderten, als er andrerseits eine in diesemKreise so seltene Liebe für die Studien hegte,die durch den Verkehr mit gelehrten Männerngenährt wurde " Simson sagt:er schloß sichin dieser Hinsicht gleichsam jener Generationvornehmer Laien an, welche nach Karls d. Gr.vorbilde den gelehrten Studien offne Lmpsäng-

i) Dümmler II. 15 ff.

im Sinne Bischof Berowelps ausgefallen sein,denn der Kaiser lehnte den Tausch ab, der erstbei seinem Nachfolger dann doch durchgesetztwurde.

Dieser ll., dem wir hier zum ersten Mal be-gegnen, war nicht der Markgraf von Friaul, dernur noch bis 8t<; dort genannt ist. Es zeigt sichalso hier in Alemannien die Spur eines andernsonst nicht erwähnten Familienzwciges, derenanscheinend damals schon nicht wenige bestandenhaben. Bleiben wir aber zunächst bei denFriaulern. Dort steht außer Zweifel, daß derbis 8(6 erwähnte Graf Unroch zwei Söhne hatte:älZerengltr, der teils als Graf oder Markgrafüber GothienH, teils als Herzogs) über Septi-manien und als BörsuKariusLaxisns") bezeichnetwird und Dberbard, der in der Familie wohlden Beinamender Große" verdient. Es warschon Eingangs dieses Abschnitts von ihm dieRede, aber er verdient Ausführlichkeit, denn erist der Brennpunkt, von dem aus das Ilnrochblutin noch heute blühenden höchsten und allerhöchstenHäusern fortstrahlt.

Etwa um 828 muß Eberhard Markgrafvon Friaul geworden sein. Beständige Abwehrder slawischen Grcnznachbarn und der zu Schiffvon der Balkanhalbinsel hereinfallenden Sara-zenen nahm von Anfang an seine Kraft inAnspruch. Das gab ihm aber auch Gelegenheit,sich als tapferer und gewandter Kriegsmann undHeerführer zu bewähren und einen großen Namenzu machen, nicht nur bei seinem nächsten (Uber-herrn Lothar von Italien, sondern auch beimKaiser Ludwig dem Frommen selbst, der seineSöhne als Unterkönige eingesetzt hatte, Pippin inAquitanien, Lothar in Italien und Ludwig inBayern-Bstfranken. Dabei konnten Zerwürfnissenicht ausbleiben, am schärfsten mit Lothar. Aufder kirchlichen Synode zu Aachen am 2. Febr. 8ZShatte dieser sich endlich bereit erklären lasscnH,auch seinerseits eine Gesandtschaft zum nächstenReichstag in Diedenhofen zu senden. Dort trafLudwig im Mai 8ZS ein, auch der ostfränkischeLudwig war erschienen. Lothars Gesandtschaftaber bestand in Graf Wala(ch), dann dem ehe-maligen Gstiarins des Kaisers Richard und demMarkgraf Eberhard (Unroch) vonFriaul, alle mit zahlreichem Gefolge. AuchEberhard scheint, wie vor ihm Albgar, überden Brenner gezogen zu sein, denn die Kloster-listen von Brirenö) weisen ungefähr uni dieseZeit die Eintragung nach:Illnruocb I5ber-Imrt", interessant in mehr als einer Beziehung,da hier die sonst immer erst ins (2. oder(Z. Jahrhundert gesetzte Bildung des Familien-namens sich schon zu zeigen beginnt. EberhartsVater Unruoch war tot, sein Sohn Unruoch nochnicht geboren; daß ein andrer Unruoch mitEberhart gezogen, ist völlig unwahrscheinlich.Übrigens zeigen grade diese Klosternotizen, die

i) Schmidt, Gesch. d. Hohenzollern I S. 1V5.Dümmler, Gesch. d. ostfränk. Reichs II. S. 15.Eckardt. Lornm. I''rg.licz. o^isut. II. 278.

Simson Jahrb. d. sränk. R. unter Ludwig II. 154 ff.6) klon. ll. N. lüdri oonlrat. II. 382. 41.

Die Aarolinger Unruoch's.