Ursprung und Verbreitung, Namen und Mappen der Unrugher.
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und Zeigefinger einen Ring hält. Dies spieltauf die von diesem Hause adoptierte Zage desBesitzes eines Glück und Wohlstand verheißen-den Ringes an, d e auch in manchen andernHäusern sich fortgepflanzt hat.
Wie es nun kommt, daß auch verschiedeneandere Ms zeit- und stellenweise den rechtsge-kehrten Löwen führen, wird nicht mehr fest-zustellen sein, Wer aber in den Zeiten, in denendarauf nicht viel Gewicht gelegt wurde, denGraveur beauftragte, ein Löwenwappen nurnach der Beschreibung zu stechen, erhielt gewißein Wappcnbild, dessen Tier heraldisch rechtsd. h. vom Zuschauer ans nach links springt.Zo wird ein großer Teil der nun auftretendenVerwirrung auf den Wappenpetschaftci? zu er-klären sein.
Die ersten Neumärkischen und die ostpreu-ßischen Ms haben fast stets den heraldisch linksspringenden Löwen und im wesentlichen das vonSibmacher als sächsisches bezeichnete Wappenohne Mühlstein geführt. Auch ein Teil derschlesischen U's führte anfangs noch den richtigd. h. heraldisch links springenden Löwen, soz. B. Hans U. auf wenig Walditz i. I. löqound Margarethe, Kaspar U.'s auf Hundern(Hünern) Wittwe 15K7. Nach den in Hünernnoch erhaltenen Grabsteinen führten diese U'seinen gekrönten Löwen. ZahlreicheSiegelungen, die in den Schriftstücken des Bres-laner Staatsarchivs sich vorfinden, sind nun aberschwer zu unterscheiden, selbst mit der Lupe nichtvollständig. Denn vom t?. Jahrhundert an be-diente man sich immer häusiger kleiner Siegel-ringe, die nicht immer in Lack abgedrückt wurden,sondern auf Bblatcn mit darüber gelegtem er-weichten Papier, wobei herrlich saubere plastischeAbdrücke entstehen könn en, aber meistensnur rohe Umrisse zur Erscheinung kommen,vieles scheidet daher hier ohne weiteres aus.
Adrian U. von Anderschdorff, Amtshaupt-mann zu Haynau siegelt tSZ7 zuerst mit einem(herald.) rechts springenden Löwen, ebenso tögsEva U. verh. Kittlitz, dann Ursula U. geb.Nasse tsuö, die auch den Löwen eine Kronetragen läßt. Die Birnbaumer U's führten eben-falls den gekrönten Löwen. Ihr Ehronist, dersich die Unterscheidung von den andern U's,namentlich aus dem vermeintlichen StammhauseLawalde nicht erklären konnte, hat uns die Mähraufbewahrt, daß König Sigismund von Polenden Lirnbaumer Unruhs diese Änderung zu-geteilt haben soll. Unigekehrt hilft auch dieserkleine Umstand beweisen, daß die Birnbaumernicht vom Lawalder Stamme sind.
Auch Adrian-Wendstadt siegelt tsvö mitgekröntem Löwen nach rechts. Hans U. inSimbssen fängt tsos wieder an, seinem Wappenmit rechtsgek. Löwen eine Umschrift zu geben,die aber unleserlich bleibt. tkt? und (Kty habenSigmund und Johann U. als BrcslauerStudenten zwei schön getuschte aber schlecht ge-zeichnete Stammbuchwapxen gefertigt, die Löwenherald, rechts gekehrt, in Umrissen, die es ver-stehen lassen, daß der Hcraldiker Spener in
Die Unrughcr.
solchem Wappentier keinen Löwen mehr erkennt,sondern es für ein Greifähnliches, aber derFlügel beraubtes Tier hält. Wirklich sind Kopfund Pranken hier und auf etlichen Sicgelab-drücken dieser Zeit mehr Greif- als Löwen-ähnlich. Außerdem lassen die jungen Herrn vollerPhantasie allerlei buntes Edelgestein und blaueFarben am Helm, goldgesprenkelte Mähnen unddergl. mehr auftreten, aber den Mühlstein lassensie fort und färben die Straußfedern rot gelbrot, statt gelb rot gelb.
töts siegelt A d r i a n - tvendstadt mit auf-fallend groß und hoch gereckten Federn, keinMühlstein, Löwe wieder ohne Krone, hcrld. rechts.Georg Sigmund führt tSZ2 den herld.links gekehrten Löwen, keinen Mühlstein,Philipp, der Sagancr Landeshauptmannschafts-vcrweser, aber 1S20 einen Löwen herld. rechtsund einen unverhältnismäßig großen Mühlstein.Der Trachenberger Landeshauptmann KasparU. siegelt mit Löwen rechts, kein Mühlstein,Hans- Wengstadt hss? mit rechts Löwen unddeutlichem Mühlstein. Adam Sigmund aufArnsdorf-Polgsen usw. siegelt tksc? sein Testamentmit Löwen rechts, kein Mühlstein, aberBalthasar-Günthersdorf das seinige tsgqmit Löwen links ohne Mühlstein. Merkwürdigist das t6?S von Margarethe U., geb.Kockwitz auf Gchelhcrmsdorf in schwarzem Lackunter eine Vollmacht gedrückte Siegel, weil esder Hauptsache nach das alte böhmische FreieHerrenstandswappen wiedergibt: einen herld. nachlinks springenden, aber gekrönten Löwen, dessengeschwungener Doppelschweif hier deutlich er-kennbar wird, über dem Wappenschild nichtsweiter als eine breite Krone. Das entspricht fastganz dem 171,9 in Wien als Freiherrlich Böhmischanerkannten Wappen. Baltzer Sigmundauf Schloin führt 1701 den Löwen rechts. Vttoaus Gchelhermsdorf malt 1708 in ein Stamm-buch sein Wappen mit einschwänzigem Löwenrechts und färbt die Helmdecken innen blau,die Stranßfedern aber (von links nach rechtsgesehen) gelb weiß roth statt roth gelb weiß. 1712haben Heinrich Christian, Btto,Georg Christoph und Lrdman nFriedrich den? herld. rechts springenden Löwenseinen zweiten Schweif wieder erstattet. 1?1Zführt Frau A n i? a Marie Elisabeth U.,geb. Stentsch verw. Tallendorf ein Siegel, aufdem der Schild, mit heraldisch richtig nach linksspringende?» Löwe??, rechts und links von jeeinen? stehenden Löwen gehalten, darüber nureine breite Krone gedeckt. Carl Gottlobin Dittersbach siegelt i?2c> mit gekrönten?herld. rechts springende?? Löwen, obei? Z großeFedern, ebenso i?20 Sigmund Adrian und1721 Anna Helene M, geb. Schweinitz.Derselbe Sigmund Adrian siegelt aber 1,72kwieder mit heraldisch links springende??? Löwenund seine Schwestern ebenso, immer ohne Mühl-stein, wie auch Heinrich Christian 172Saber mit Löwen rechts. i?zo stelle?? CarlGottlobs Geschwister ihm eine Voll-macht aus, die sie mit untereinander