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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
19-20
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ganz verschiedenen Petschaften siegelinNoch größer sind die Unterschiede bei einein Aktt?ZZ, den Sigmund Adrian mit Löwenlinks, zahlreiche Unrnhs aber als Mitsiegler mitbald rechts, bald links gestelltemWappentier siegeln, l?Z5 gebraucht HeinrichGottfried wieder ein Inschriftssiegel, dieInitialen sind aber nicht seine. beim Kauf

von Kuckedel in der Neumark führt wiederMelchior Sigmund den Mühlstein. Aufdem Ehepakt mit der Frciin Henriette Kockwitzzeigt der neue Freiherr Ferdinand das inWien dem Vater bestätigte Wappen, bestehendaus einem einfachen Schild mit heraldisch linksspringendem Löwen, aber rechts und links vonje einem stehenden Löwen gehalten, darüber diebreit deckende Krone, sonst nichts; dasselbe nocheinmal l?<lo. lS20 siegelt in GroßcnbohranI o h. H e l. D o r. U. mit rechts, ihr BeistandGeorge U. mit links springendem Löwen.

Bei so erheblichen und planlosen Abweichungenin den wappenformen wird zweierlei klar: l. Daßdie Beteiligten selbst wert und Bedeutungdes wappengcbrauchs bei weitem nicht so hochhielten, wie wir heute voraussetzen, sondern mitdem siegelten, was sie im Besitz oder zur Handhatten, sowohl an ererbten Siegelringen undandern Petschaften, als an neu nach dem je-weiligen Stande der Kenntnisse und Mittel be-schafften. 2. Daß spatere Verfasser und Darstellerwohl zn entschuldigen sind, wenn sie ein buntesDurcheinander abweichender Angaben und Bilderbieten. Denn sie richteten sich nach den ihnengerade erreichbaren, für zuverlässig und maß-gebend gehaltenen Mustern. Dabei mußten sieaufs Glatteis geraten, namentlich wenn sie sichnicht einmal genau an die Vorbilder hielten.So gibt Lucae eine kurze wappenbcschreibung,augenscheinlich nach Sicbmacher, nennt aber dieStranßfedern ebenso wie Hencl, weiß roth gelb,während Siebmacher sie roth gelb weiß bezeichnet.

Ursprung und Verbreitung, Namen nnd Wappen der Unrugher

Eonrad Blcmek nennt in seinem Wappenbuch dieFedern des einen Wappens richtiger: rot, gold,silbern, des andern gold, roth, gold, aber denheraldisch links springenden Löwen hat er ineinen rechts springenden verwandeln zu müssengeglaubt. Sinapius hielt sich streng an Sib-machcr. Das schlcsische wappcnbuch von LeonhardDorst Görlitz ts-l? kennt nur das eineWappen mit Mühlstein: Roter heraldisch nachrechts aufgerichteter einschwänziger Löwe ingelbem Feld, mit viel buntem Edelgestein ge-zierte Krone, rot und gelbe Hclmdecken, die denMühlstein haltenden Pranken recht groß, dieMittelöffnung des Mühlsteins aber nicht wie beiSibmacbcr klein und quergestellt, sondern wieein großes Schlüsselloch, durch das die Andeutungeines Löwcngesichts hindurchblickt, die z Stranß-federn weiß, rot, gelb. Neuerdings hat Professorkildebrandt in dem trefflichen Werk des Frei-herr» v. Krane Görlitz l?c>l ein lluruh-wappen so dargestellt: In Gold ein doppel-geschwänzter, rotgezungtcr rother Löwe, auf demgekrönten Helm mit rot-goldener Decke ein weißermit Z Straußfcdern, gold, rot, gold, besteckterMühlstein, rechts und links durch rote Löwen-krallen gehalten. Aber die Darstellung auf derWappentafel kehrt auch den Sibmachcr'schenLöwen um, der Mühlstein ist zu hoch gestellt,zu groß geraten, wie auch die haltenden Löwen-pranken, und inmitten, statt des bei Sibmachernaturgetreuen Wellenzapfenlochs, in Form einesIck durchbrochen, was nicht annehmbar erscheint.

lim nun ganz vollständiges Material zu bieten,ist noch der polnischen wappenform zu gedenken.Das große lZördsr?: Dolslick von l3H2 gibt kon-sequentermaßen kein Unruhwapxen, denn es isteben kein polnisches. Die heutigen polnischenUnrug's aber ändern das ihrige insofern ab, alseinige blaue Farben der Hclmdecken und blau,weiß, rote oder rot-weiße Federn führen.