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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
15-16
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Ursprung und Verbreitung, Namen und Wappen der Unrugher.

Mappenbeschreibung im Diplom erwähnt es nichteinmal, nur das dem Reichsgrasendiplom d. d,Dresden ?. sür Christof und

Consta ntin Gebrüder Unruh beige-gebene Mappenbild zeigt dies. Im Diplomheißt es:

Ferner und zu mehrerer Gedächtnis solcherUnsrer Erhöhung in des heiligen RömischenReichs alten Grafenstand haben Mir schonge-nannten Christophen und Constantin Gebrüdernvon Unruh ihr bisher geführtes altadelichesMappen und Kleinod nicht allein zu einemReichsgräflichen erklähret und gewürdiget, sondernes auch in Gnaden vermehret, mithin nach-folgendergestalt crtheilet, nchmlich:

Einen quadrirten Schild nebst einem Utittel-schilde, in welchem letzteren in golduer Fcldungein zum Grimmen geschickter rother goldgecrönterLöwe mit offenem Rachen, ausgeschlagenerZunge und über sich gewundenem Schweife zusehen. In des Rückschildcs vorder obern undhinter untern, jedesmahl rothen Feldung er-scheinet ein die Länge herabgetheilter, auswärtsgekehrter silberner, goldgecrönter halber Adlermit offenemgoldenenSchnabcl, dergleichen heraus-geschlagener Zunge, ausgebreitetem Flügel undvon sich gespreizter goldner Klaue. Das hinterobere und vorder untere Feld hingegen ist jedes-mahl von roth und schwartz die Länge herab-getheilt. Diesen Schild bedecket eine Grafen-Crone, auf welcher drey silberne, zierrergoldete,rothgeflltterte, goldgecrönte, frey offene adelicheTurnierhelme, der mittlere vor-, die beydenandern aber einwärtsgckehrt, mit anhängendenKleinodien ruhen. Auf dem mittleren Helm,dessen Decken rot und gold sind, entspringet einegelbe oder goldfarbene Straußenfeder zwischenzwey dergleichen rothen. Ans dein Helm zurrechten, von welchem roth und silberne Deckenabhangen, ist ein ausgebreiteter silberner, gold-gecrönter, mit dem Kopfe einwärts gewandterAdler mit offenem goldenen Schnabel, dergleichenausgeschlagen er Zunge und von sich gespreiztenWaffen; hingegen auf dem zur Linken, dessenDecken roth und schwartz, zwey mit den Spitzenauswärtsgekehrte Büffels-Hörner, ein schwachesund ein rothes, zwischen diesen aber ein, mitfünff schwartzen Assen bezeichneter weißer Cubuszu sehen. Auf jeder Seiten des Schildes stehetals Schildhalter ein zurückschauender goldgecrönterLöwe, natürlicher Farbe, niit offnem Rachen,ausgeschlagener Zunge und über sich ge-schwungenem Schweif" usw. usw.

Ebenso hat man dem preußischenGrafen wappen vom t» l- lö02 einenrcchts-gekehrten aufsteigenden gekrönten goldncn Löwenim blauen Felde" usw. gegeben, auch im preu-ßischem F r e i h e r r n wappen vom t?- 6.t8-t? den Löwenrichtiggestellt"^ Dies Mappenzeigt auf geviertelt! Schild ein goldnes Ulittel-schild mit rechtsgekehrtem roicn Löwen, in denSchildoierteln I und H den roten rcchtsgekchrtendoppelschivänzigen Löwen in Gold, in 2 undz ebenfalls in Gold einen aus dem Schildrandhcrausgebogenen roten Arm, der zwischen Daumen

von diesem weicht das sächsische U-Mappcnnur insofern ab, als es keinen Mühlstein unddie mittlere Feder rot zwischen zwei gelben zeigt,so wenigstens in den ältesten Ausgaben.

Das Mappen derpolnischen U's-N iexo-kojszicki wurde dem Großvater des kinder-los verstorbenen russ. Gberst und FlügeladjutantenArtur Arturowicz Niep, vom Gouvern.Minsk 8. 2. lS2Z so bestätigt: Uber einemTrümmerhaufen erhebt sich aus 2 dreieckigenWurzelgebilden ein lateinisches Kreuz, dadurchdem zweibalkigen griechischen angenähert, daßeine «ach unten geöffnete Mondsichel unter dem(puerbalken über den Kreuzstamm gelegt ist.Dies scheint dein Zychlinski-Wappen (lateinischesKreuz in eine Mondsichel gestellt) nachgebildetoder angenähert zu sein, wie denn durch dieNachkommenschaft der Prinzeß Sybilla v.Brandenburg ziemlich enge Beziehungen zwischenden Iychlinskis und U's bestanden haben, (vgl.Abschn. Xl.)

vom böhmischen Freiherrnwappen derU's sagt eine Auskunft des Adelsarchivs desK. K. Ministeriums des Innern zu Wien: DerBberst Johann Wilhelm v. U. ist in denalten Herrnstand unseres Königreiches Böhmenund dessen inkorporierten Ländern gesetzt underhoben, ihm sein anererbtes ritterliches Kleinodund Mapen bestätigt und der Krone nach aufden alten Herrcnstand folgendergestalt eingerichtetworden, nämlich: Linen etwas ablänglichen, untenrund geformten ganz goldfarbenen Schild,darinnen ein ganz rot oder rubinfarb, zu seinerLinken aufwärts stehender und gleichsam zumSprunge gerichteter Löwe mit hinter sich auf-geworfenem doppelten Schwanz und aufgesperrtenRachen. Gben auf dem Schild eine zu dessengänzlicher Bedeckung reichende, gelboder goldfarb. mit Edelsteinen versetzte und ge-zierte große königliche Krone. Über diesen ge-krönten Schild steht ein gegen die rechte Seitegeneigter, freier offener Tournierhelm mit seinemabhängenden goldenem Kleinod und abhaltenderköniglicher, auch goldener Krone geziert, mitbeiderseits rot oder rubinfarb und gelb- odergoldfarben abHangenden Helmdecken. Aus dieserKrone entsprießen drei schöne, etwas oben herab-gebogene Straußfedern, davon die erste gelb,die mittlere rot oder rubin und die dri'te gelboder goldfarb ist. Hans Wilhelm wurdeaber schon seit Freiherr (liber Baronus)

genannt.

Bisher sind also die in Z Mappen der U'svorkommenden Löwen stets heraldisch links ge-kehrt, sür den Beschauer also nach rechts ge-wendet, was übereinstimmend beweist, daß dererste Träger des Löwenschildes ein Linkshänderwar, der den Schild mit dem rechten Arme undso das Wappentier den Angreifer entgegenhielt.Das hätte beachtet und festgehalten werden sollengegen alle theoretische Besserwissereien. Aberschon bei der Anfertigung des Reich sgrafen-wappens in Dresden kehrte man auf demallein bcibehal cnen Utittelschilde den Löwen um,vielleicht nur ohne sonderliche Prüfung, denn die