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Ursprung und Verbreitung, Namen und !Vappcn der Unrugher.
mehrere U's dieser Sagan-Freistädter Gegendscheinen große und berühmte Schafzüchtcr gewesenzn sein, wenn sie anch auf die Daner doch nichtverstanden haben, ihr Schäfchen, so wie mancheNachbarfamilie zu scheren. G. A. Stenzel bringtnämlich in seinen Urkunden zur Geschichte desBistums Breslau — Breslau tSH5. Max —auf S. im Kap. XXVI die Nachricht, daßder Vater des am so. Febr. sSZS zum AbtSimon II von Sagan gewählten Simon Peczoldin Ezölling (Zolling) bis zn der Zeit, als Glogauvon den Türken und Sarazenen belagert wurde,ein sehr tüchtiger Schäfer bei dein Edlen Ehren-vestcn LUsrusut cls Vnrlrw in xs-goKnolesrsclorkk gewesen sei. Wohl denkbarist es also, daß unser Hans von Toppersdorf,da in jener Zeit die Bildung der Familienwappennoch keineswegs abgeschlossen scheint, die Zeichenseines mitFreudc und Erfolg betriebencnSchäferei-gewerbes geführt hat und daß erst später derumgekehrte böhmische Löwe des Bernhard Lyskevon den U's allgemein als Wappentier an-genommen ist. Gder war Bernhard selbst einUnruh, nur mit den Beinamen „der Fuchs", wieso viel andere Beinamen derselben Zeit undGegend uns später begegnen werden? DennIis n. lzm — slaw. Fuchs und das heutige„Anerkwitz" (Ar. Neumarkt), dessen Name ausHunarkwitz — lat. Hunarcova — Sitz desHunareus (vergl. Abschn III u. XII) entstandenist, hieß um (2?s Lyskowitz — lat. LihissovichiH.
Das zweiterwähnte Siegel, wovon hier eineAndeutung nachgebildet ist, auf Papier überWachs abgedruckt, macht den
Eindruck, als habe Fra nz U.
statt des gerade fehlendenPetschafts einen zufällig zur: ^ ! Hand befindlichen Stempel*)
' ^ benutzt. Die Zeichnung tritt
X v ^ / erhaben heraus. Doch durstedies Kuriosum nicht un-erwähnt bleiben, da dasSchriftstück ausdrücklich besagt: „Habe ich mynPetschaft uff Visen Briff gedruckt."
Das dritte Wappen Wahrung gen. Uzeigt auf goldncm Schild und dem gekröntenHelm entsteigend den schwarzen rechts gekehrtenwachsenden Kranich. Das Wappen ist in derSiebmachcr Ausg. v. (?Z-s II säg ziemlich getreunachgezeichnet, die farbige Darstellung weist aberirrtümlich einen roten Storch auf.
Das fränkische Lilienwappen zeigt aufder untern roten Hälfte des wagerccht geteiltenSchildes die weiße (bourbonische) Lilie, die obereweiße Hälfte mit 2 roten Schrägbalken so belegt,daß der untere Zwickel (herald, rechts) rot, derobere (herald, links) weiß erscheint. Dem ge-krönten Helm mit rotweißen Decken entsteigt einroter nackter Frauenrumpf, Arme verdeckt nachhinten gezwängt, auf dem goldblonden seitwärtslang herabflattcrnden Haupthaar die weiße Lilie,wie im Schilde, nur kleiner. Spätere Heraldiker
n Regest. z. schief Gesch. Air. 1508.
*) Der Etnbogener Glashütten?
geben das Frauenbild als „rot bekleidet ohneArme" aus, doch läßt die Darstellung sowohl inden ältesten Siebmachcr Ausgaben als in einigenvorzüglich erhaltenen Siegeln klar erkennen, daßder Rumpf nackt ist und die Arme nicht fehlen,sondern nach hinten gezwängt, gefesselt sind.Auf einem Siegel des s?. Jahrhunderts sind dieArme sogar nach vorn unten zusammengehalten.
Augenscheinlich willkürlich angenommen oderzum Scherz entworfen ist das fünfte, von oderfür Steffan Geiger von Unruh zu Leydenin Holland ins Stammbuch gezeichnete Wappen.Dies Stammbuch hat Georg Kolb von Nürnberggehabt und es (Sss dem Studiengenofsen Eras-mus Dittmann aus Königsberg i. Pr. für t.poln. Gulden überlassen. So ist es nach Königs-berg gekommen und wird dort in der Stadt-bibiiothek bewahrt. Es ist kein eigentlichesStammbuch, sondern ein Druckwerk mit freienBlättern für Einzeichnungen „v. L.när. Xisiatibirrilzlsnaatg.. vsnuo s.d ipso Xutors rsoognitano czuas ckösiclsrubsntmr — (Wappenfabrik? ?) —imaßinidus locmplstÄta. ^.oeesssrnnt uounnlicsnot ad Tutors sindlsinats. suis Huoczuscüvouidus iusiZuita. ImAckuul. Kpucl töluilsl-inauii Rorvill sSSH." Ziemlich inmitten diesesBuchs findet sich rechts ein getuschtes Blatt, indessen oberer aufwärtsgeschwungener Rahmen-leiste mit kräftig, klaren deutschen Schriftzügensteht: „Steffan Geiger von Unruh." Dar-unter in einem das ganze Blattmittel ein-nehmenden, mit gelb und roten Blumen ver-zierten grünen Kranz ein Wappenschild in blauund gelb gemalt, auf dem eine dreisaitige Geigeohne F-Löcher, mit nur einem runden Schalllochin der Ulitte, schräg gestellt ist. Aus dem un-gekrönten Stahlhelm mit gelb-blauen Decken ragtder Halbrumpf eines Mannes mit brauner Jagd-kappe, kurzem roibraunen voll- und langembraunen Schnauzbart hervor, vielleicht das leib-haftige Konterfei des Studenten Steffan Geigerv. U. selbst. Unten steht das Datum I. s. 75,also wie sich aus den beiden anderen Daten er-gibt s. Mai t5?s.
Das Wappen der „Schleßingischen v. Un-ruhe" gibt Siebmacher so wieder: Auf goldnemSchild der (herald.)linksspringende zweischwänzigerote Löwe mit ausgeschlagener Zunge und er-habnen Pranken, in der Zeichnung genau demSpiegelbild des Löwen im böhmischen Landcs-wappen entsprechend, der — nach Grosser —dem Böhmenkönig Wladislaus II. st52 von«Kaiser für Hilfe im Zuge gegen Mailand als„weißer gerroitter Löwe im roten Feld" verliehenworden sein soll, vielleicht hängt also dieFührung des Löwenwappen bei den U's mitHans U's Teilnahme an König Vttokars ZugI2SZ nach Preußen zusammen. — Weiter zeigtSiebmacher zwischen rot-goldnen Helmdcckcn dengekrönten Helm auf dem ein weißer Mühlsteinmit qu erg estelltem Zapfenloch für die Welle,beiderseits von kleinen prankenartigen Agraffengehalten mit 5 wallenden Straußsedern bestecktist, die (herald.) rechte rot, die mittlere gelb,die linke weiß.