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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
7-8
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Ursprung und Verbreitung, Namen und Mappen der Unrngher.

rugbar ist; mittelhochdeutsch rusZe,m. n. d. vrvAS, goth. vvrolrs, alt-nordisch roZr später roZ Verleum-dung, Zwist, altsächsisch und angel-sächs. vrolit Streit. . . Nebenrüxs läuft im älteren niederhochd, einekürzere Form ruz, besonders beiHans Sachs, aber alsGericht undTermin", wie auch die Form ruZo.Muck (ruchbar, ruchlos, was mitriechen,Rauch zusammenhängt) Stamm-wort zu Geruch mittelhochdeutschruobi, roaii, ruoolr, bair. ruvlr.

Ruchbar, ruchtbar, adj. uvbusvom nieder und mitteldeutschen ruolrbsgebildet wie achtbar, dienstbar, frucht-bar; neben rualrtkur auch rüelrtlzs.r...

Ruchlos ---- althochdeutsch rund-kulös mittelhd. ruoelrslos so nochbei Luther, . . . in allgemeiner Ver-wendung bedeutend:nachlässig, un-bedachtsam."s. IKucb althd. Saatkrähe, mittelhd.ruoolr, ruocks, althd. auch Arnoli,a. d. d rülr, angelsächs. ürolr, engl,roolr verwandt istrucksen."

S. IKubc cpniss, altnord. dän. schwed.rS, angels. röv, mundartlich rosmvo,rourvs, ru>vs, mitteldeutsch rourvs,rürvs . . . zahlreiche Nebenformenrnovvn, ruovs . . . dann mit Aus-lassung des stammhasten w: ron,In altem Ablautsvcrhältnisse zu rulissteht das althd. rürvn, rnvvs ... Über-haupt wird ruovs im mittelhd. zurnorv und rnc>. Die niederhochdeutscheEntsprechung dafür ist rulr Ruhund Friede, Rast und Ruh, aber nochlange häufig rürvs. Mit Verhärtungdes w zu b kommt vor rusdsir. DerAusfall des inlautenden w erzeugtdie Form rns, dann auch im älterenniederhd. rüs, daneben erscheint dasWort im ;s. Jahrhundert in heutigerGestalt mit diakritischem h. Beson-deres Jnterrcsse verdient die FormruZs, am häufigsten im )s. und )S.Jahrhundert, jedoch schon aus frühererZeit zu belegen, so Leben des heil.Ludwig: lsgs Mali an Tins rÜM ...so auch bei Luther als regelmäßigeForm ruZs, dann verkürzt in ruZdas g als spirantischer (hauchender)Übergangslaut, usw. . . .

Gegenüber solcher Fülle vermag auch der ge-lehrte Sprachforscher sich nicht leicht zu entscheiden,wichtig ist, daß die ältesten Formen Un -rnochund -roh bei den Wortstämmen roh, rüge rauh,vor allem aber bei Ruhe gar nicht vor-kommen.

Das s. Stammwort Ruoch für Saatkrähescheidet aus, weil es nur gezwungen die Deutungzuließe: einer, der Saatkrähen nicht leiden kann.Man könnte allenfalls die Ableitung von rauh,also die DeutungUnrauh" vertreten, weil die

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meisten der späteren Verwandlungsformen diesesWortstammes sich in den mittelalterlichen Schreib-weisen des Familiennamens wiederfinden. Aberdas deutet vielleicht nur darauf hin, daßzu jenen Zeiten der Sinn des Namensso aufgefaßt und mißverstanden ist. In dieerste Reihe stellt sich also der an sich früh zumehreren Begriffsformen auscinanderfließendewortstamm, der mitGeruch, riechen,wittern" zusammenhängt. Die Deutungruch-los" kommt nicht in Betracht, denn, abgesehendavon, daß ruchlos so wenig mit unrühmlichgleichzusehen wäre, wie Unmut etwa ohneMut, schließen die ursprünglichen Formen ruoch-halos und ruochelos dies aus. Der darüber be-fragte gediegene Philologe Prof. Dr. W. Zellmerkommt daher nach sorgfältigster Prüfung undlitterarischcr Würdigung zu dem Schlüsse: De«Name Unruoch Ünroch oder Unroh(mit kehllautendem h zu sprechen!) ist auf denwortstamm zurückzuführen, der inruchbar"fortbesteht. Wie ein wild, das ohne vorsichtigzu wittern, heraustritt und sich damit Gefahrenaussetzt, gilt der Name Unruoch einem Manne,der ohne viel an sich zu denken und vorsichtigabzuwägen drauf los geht, also eine Kennzeich-nung rückfichts- oder sorgloser Kühnheit undunvorsichtiger Impulsivität. Dabei wares Herrn Prof. Zellmer ganz unbekannt, daßder erste geschichtlich hervortretende Unruoch 7ZIbei Fiume sein Lude fand, da er durch seinvielleicht unbedachtes Vordringen den Kroatenin einen Hinterhalt geriet. Diese Kennzeichnungseines Wesens und dieses war sicherlich fürseine Person von einer langen Reihe nicht un-bedeutender Vorväter abzuleiten war vergessen,der Schauplatz des Wirkens seiner Nachkommen,diedortigeLandesspracheanders geworden, als stattder bis io;o sich fortsetzenden Schreibweise Unruochim )Z. Jahrhundert der Name zuerst Vnrv undVnrrvö, auch Vnrnrvs geschrieben wurde. Dasbrauchte noch immer nicht nach obigen Sprach-untersuchnngen auf die ZustandsbezeichnungUnruhe" bezogen zu werden, denn die gleichenFormen finden sich auch bei den andern wort-stämmcn.

Wie sich nun die damals lebenden U's selbstschrieben, ist unbekannt, wenn sie überhauptnoch, oder schon wieder, schreiben gelernt hattennur Berufsschreiber verfaßten die Urkunden undließen auch in der Namensschreibung, je nach-dem sie Hoch- oder Niederdeutsche waren, ihrLicht leuchten. Ein Thüringer Schreiber, als eram Z.H. t27h zu Griefstedt eine lateinische Ur-kunde zu verfassen und darin Bruno Üurnchzu nennen hatte, fühlte sich gemüßigt, auch denNamen lateinisch zu übersetzen. Seinem geringenSachverständnis schien der Name keine andereBedeutung haben zu können, als der, viel-leicht dem lebhaften Wesen des Herrn ent-sprechende Begriff Unruhe. So schulmeisterteer sich den Namen lateinisch alsllrnpuiss"zurecht und eröffnete damit die lange Reihe derfast immer geistlosen Witzeleien über den Wort-klang, die seitdem mündlich und schriftlich