5
Ursprung und Verbreitung, Namen und Wappen der Unrugher.
6
Zweig Law aide, der weit über -mo Jahr aufdiesem Stammsitz bei Grimberg blühte, ist ver-dorrt.
Der große Glogau-Lübener Stamm lebteinerseits im älteren und jüngern WendstadterZweige fort, andrerseits in dem großen Tochter-stamm Birnbaum, den er tZ?? in dieserdamals polnischen Gegend neu begründete undder rasch vier bedeutende Hauxtäste entwickelte:t. Den noch sortlebenden Hauptast Birnbaum;2. den gleichfalls noch blühenden SeitenastBauchwitz; Z. den noch weitverzweigtenSeitenast Grochow-Schweinert und H. den,sofern die Nachrichten nicht lückig sind, aus-gestorbenen Seitcnast Striche.
Beiden niederschlefischen Stämmen ist der alt-schlesische, völlig slawisierte, der sich zuletzt inNiepokojszicki übersetzt hatte, gleichsam aus-gewichen, in Rußland ganz heimisch gewordenund erst kürzlich dort erloschen.
Hochinteressant, nur schwierig für dieForschung,ist die Erscheinung, daß vom Beginn des t6. bisEnde des t»- Jahrhunderts die große Masse allerU's sich sorglos im Gebiet der mittleren Gdergrade da zusammengefunden und durcheinandergeflochten hat, wo die H Staaten: Vsterrcich mitSchlesien, Sachsen mit der Niederlausitz,Brandenburg mit der Neumark und Polen mitPosen aneinander stießen. Auf diesem Schauplatzsuo jähriger politischer Brandung und unaufhör-licher Gewittcrcntladung der nationalen undkonfessionellen Spannungen hat ihr wirtschaft-liches Gedeihen schwer gelitten, verheerendeKriegsstürme, namentlich von —l?sz, dannwieder t8oe—lZ haben ihr rasches Aufblühenfurchtbar geknickt.
Heute hastet nur noch ein Bruchteil derFamilie am Grundbesitz. Die neue Zeit weistaus andre Grundlagen und Gebiete der Betätigungund bedingt äußere und innere Wandlungen,denen gleich, die der Familienname durch-machen mußte.
(Namen:
Wer diesen unbefangen folgen will, streifezunächst alle Einflüsse der heute maßgebenden,rechthaberisch herrschsüchtigen Rechtschreibungs-Manie von sich ab. Denn für unsre Forschungengilt es, diese fernhalten und crmessen lernen,wie nebensächlich früher die Schreibweise galt,endlich sich vergegenwärtigen, wie unzureichenddie Schriftzeichen sind, um alle vielfältigen Formender Aussprache wiederzugeben; selbst in denslawischen Sprachen, die Ho und mehr Schrift-zeichen verwenden. Würde dies allgemeinerbeachtet, so blieben wir von den wunderlichenBestrebungen verschont, die deutsche Aussprachenach der mißverstandenen Bedeutung der deutschenSchriftzeichen zu richten und „gebildet" oder„vornehm" zu sprechen, z. B. „gennhk" stattgenug, „Krick" statt Krieg usw. Auch darf derEinfluß nicht übersehen werden, dem die Madelungder Namen bei lateinischer Abfassung alter
Urkunden und Schriftstücke unterlag und demwenig Namen so schlecht widerstanden haben,wie der unsere. Denn er hat schon den ältestenAuszeichnen! so vieldeutig geschienen, daß vonAnfang an die Schreibweise unglaublich vielverschiedene Formen annimmt. Ls finden sichzusammen: Unruoch, Unroch, Unruch,Unroh, Unruhe, Unruac, Unruoh, Unroh c,Unruahc, Unruach, Unruger, Unric, dannlat.: Unracus, Unrochns, Hunricus, —(aber niemals Unruchus oder Unrucus!) —Unracus, Unruochus, Hunricus und nochandre Variationen. In gedruckt herausgegebenenUrkunden ist der Anfangsbuchstabe meistens alsU. wiedergegeben, auch wenn die Urschrift einv zeigt, wie denn selbst in der deutschen Schriftdas v die Stelle des U noch weit bis ins^7. Jahrhundert einnimmt. Noch gegen seinEnde schrieb man nicht „und", sondern „vnndt"oder vnd.
War nun der Sinn einer Namensform denSchreibern ohne weiteres klar, so bildete sichrasch eine feststehende Form und Schreibweiseheraus. Aber gerade bei dem U-Namen scheintsehr früh das Verständnis für seine Ableitungverwirrt worden zu sein, in dem Grade wie dasAlthochdeutsch seine Wandlungen durchmachte.Denn es sind nicht weniger als sechs althoch-deutsche Wortstämme, von denen der Nameherstammen könnte. Grimms Wörterbuch folgendhaben wir zu wählen zwischen den heutigenFormen:
l- Isiob — adj. oruckus, ruckis — ist ge-meingermanisch, die gothische Ent-sprechung fehlt; altnordisch: Irisr,schwed. in, dän. ras, angclsächs. ürssav,ürsorv, engl, rnrv, daneben durch Ver-mischung mit dem in Form und Ge-brauch ähnlichen, der Herkunft nachunverwandten rnoU, ronoü schon früh:rülisr, rontrsr, röeli, rouek.
2. IKaul) — adj. üirsntns, sspsr, rs.u-aus— I. althochd. rnü, rück, flektiertirr Ii, rülrsr, mittelhd. rück rüksi,und seltener auch rüolisr, mittelnd.rü, rürvs, rüelr, rüZs, m. u. l. ruZalrrnZAlr, angelsächs. rüK, engl, rougk.Ls scheint, daß dieses, ohne sichereBeziehungen zu unverwandten da-stehende Wort nur den Westger-matten gehört habe ... II. derauslautende Konsonant des Stammesist bereits im Althochdeutschen bis-weilen verschwunden: rüs, in spätererSprache bis ins t?-Jahrhundert aus-lautend wie inlautend rrv, ru, rno,nhd. raai rsuizr . . . oder er erscheintals w mhd: rüvs genitiv rürvssvgl. auch Raugraf (— oorrrss Irirsu-tns) . . . Im Niederdeutschen tritt gauf im Namen der Insel Rügen vonruAö lüde an Kopf und Bärten. . .
Z. 1I?Üge — Rüg, in Rugamt (Rügcamt)rugbar ... da soll man rügen, was
I*