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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
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Ursprung und Verbreitung, Namen und Mappen der Unrugher.

tausend Jahr her bekannt. Es gedenken dieSsnealogi bereits von ^.o sso? eines gewissenHerrn v. U., welcher sich in der Zahl derAbgesandten Boleslai III Königs in Polen anden Kayser Henricum befunden hat; Und gleichwol wird dieser noch nicht vor den Stammvaterdes Geschlechts ausgegeben"

Joh. Joachim Möllern zu Krassen leitet umt?20 seine SammlungH von U-Nachrichten soein:Vom Ursprung desHoch-Adeligen Geschlechtsist bisher nichts zuverlässiges bekannt, es wirderzehlet, es habe im Ungarischen Kriege seinenAnfang genommen von einem, der sonst derKausfmannschafft ergeben gewesen. Doch ist keinZweifel, daß es Uhralt sey . . . . so gar, daßdie jetzigen Grafen von Promnitz (Üö. jetztHerzöge Pleß) keine ältere Stammmutter wissen,

als eine v. Unruh wie denn auch

Räthel .... Schicksus . . . Lucä sie unter denältesten und sürnehmsten Adel des Sagan'schenFürstenthums rechnen." Dabei wundert sichMöllern, daß sie auch in Bayern, Böhmen,Sachsen und Polen heimisch sind.

Der besondere Egerländer-böhmische Zweig,der nach der jetzt bairischen Gbcrpsalz hinllber-reicht, läßt sich annähernd von ^253, genau von^0Z an bis um t?os verfolgen. Seine letzten Aus-läuser verschwinden in Sachsen (vgl. Abschn. IV),sein Lilienwappen weist nach dem heutigenFrankreich.

Die im sZ. Jahrhundert im Hessischen er-wähnten U.'s verschwinden dort, während anderein Nürnberg, dort schon vor t2?Z ansässig, aus-tauchen. Mit t486 verschwinden sie auch dort(vgl. Abschn. III u. V), nachdem sie einen starkenAusläufer, wahrscheinlich sogar zwei, mit denZollern nach der Mark entsandt haben. In derNeumark entfalten sich diese zu einem kraftvollen,erst Z8YH ausgestorbenem Stanim, der von Mittedes sS. Jahrhunderts ab zahlreiche Sprossen nachdem heutigen Posen und Westpreußen hiniiber-tricb. Wenn auch dieser Nenmärker Stammnicht ohne manche Beziehung zu den benachbartenNicderschlesischen und Niedcrlausitzer Stämmenblieb, hält er sich ini wesentlichen so fremd ge-sondert, daß schwer an einen gemeinsamenUrsprung aus näher liegender Zeit zu glaubenist (vgl. 'Abschn. VII).

Derselben Wurzel, wie die hessischen, Nürn-berger und böhmisch-fränkischen U.'s entstammenaugenscheinlich die im Meißnischen Thüringenund Harz im t2- Jahrhundert erwähnten, diespäter teilweis unter andern neuen Namen fort-leben. Ihre Ausläufer erscheinen dann inMagdeburg, Torgau, Zcrbst und Halle, obwohlihre Ableitung auch von denen, die schließlich inund bei Prag Fuß gefaßt hatten, nicht unmöglichist. Wenn der um die Mitte des ls. Jahrhundertsnicht mehr hervortretende Halle-Torgauer Zweignoch fortlebt, so ist dies in den zahlreichen bürger-lichen U.'s in Magdeburg und andern, namentlichsächsischen Städten (vgl. Abschn. VI).

>1 Hochbcrg'schc MajoratLbibl. Wirstcnstcln.

Schwer zu entscheiden ist die Frage, woherdie ersten Nicderlausitzer U.'s in die SorauerGegend und die ersten Niederschlesischen, wahr-nehmbar gesondert, in die Gegenden von Sagan-Grünberg und von Glogau-Lüben gekommen sind.Die Nachrichten von ihnen beginnen nach deinjetzigen Stande der Forschung beinah gleichzeitigum sZoo. Schon hatte der Verfasser sich nachgenauer Prüfung des Nachrichtenstoffes undWürdigung aller Anzeichen und Umstände derAnnahme zugeneigt, daß der Sorauer Stammvon den andern zu trennen »nd außer einemaltschlesischen" je ein besonderer Sagan-Griin-berger und Glogau-Lübener Stamm anzunehmensei. Aber er verhehlte sich die Willkür solcherAnnahme keineswegs, obwohl sie zur Entwirrungdes krausen Stoffs kaum zu entbehren, jedenfallsder klareren Darstellung förderlich ist. Da spielteihm der Zufall einen versuch in die Hand, dender treffliche Genealoge F. v. Kamecke-Eratzigeinmal für sich gemacht, aus dem ihm bekanntenunvollständigen Stoff Ursprung und Zusammen-hang der schleichen U.'s des Jahrhundertszu klären. Er geht von den Thüringern, vonUnrach (Fulda), Unruwe-Bruno, Henricus,Gehardus, Thiczel und Albert de Hei-lingen, auch Hermann de Glichin (Gleichen!)aus und knüpft daran einen Glogauer U-stamm,dem er auch diekawalder U.'s zurechnet, beginnendt22s mit Johannes U. bei König Bttokar,anschließend Johannes Kanzler des

Königs Kasimir von Polen und kausitz. Daranschließt er einen Saganer U-stamm sZ50 vonivberhartmannsdorf ausgehend, später einenbesondern kiegnitzer Stamm usw. Auch er hatsich also dem Eindruck nicht verschließen können,daß mehrere Wurzeln anzunehmen sind und daßim s2. und sZ. Jahrhundert andersnamige Zweig-samilien abgespalten sind.

Der Wahrheit am nächsten dürfte die Annahmekommen, daß der Sorau-NiederlausitzerStamm schon anfangs des t2- Jahrhundertsauf Einwanderung eines Abkommen derMeißnisch-Thüringer U.'s zurückzuführen ist und daß Söhnedes mit König Ottokar t2SZ gegen die Preußengezogenen, wohl aus dem böhmischen Egcrlandstammenden HZUNS oder Johannes Ende des^z. Jahrhunderts gleichzeitig den Sagan-Grün berger und den Glogau-Lüben erStamm gegründet haben.

In das Gebiet der Saganer U's schickt danntHW der Sorauer Stamm seinen ZweigMednitz, in das der Glogau-Lübener vetternzH Generationen später den Brödel witzerZweig vor, der indes nur in weiblicher Liniesortbliihte. Aus dem Mednitzer Zweig hat sichdann später der zuerst nach der Neumark, dannnach Ostpreußen (tS88l8-N> vordringendeZweig entwickelt. Dagegen hat der SaganerStamm mit seinem Großenbohrau-Herwigs-dorfer Zweig später sich nach der Niedcrlausitz Linie Jethe gewandt, der noch sortbliiht,während sein Ende des zs. Jahrhunderts vonRückersdorf nach Hünern bei Herrnstadt hiniiber-gewandertcr Zweig längst erloschen ist. Auch sein