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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
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Einleitung,

Handel, Tuch- und Sammtweberei, Papierfabrikation u, a. in. in Frankreich nochdas Glasbrennen, in Portugal sogar das Seifensieden wurde als den Edclleutengeziemend erachtet und von solchen auch ausgeübt."

Noch längst nicht alle Auszeichnungen ans alter Vorzeit sind bisher verarbeitetund in die gedruckte Litteratur herübergerettet, viele schon gedruckte wahrscheinlichnoch unbeachtet geblieben, so daß nirgends von Vollständigkeit die Rede sein kann.Die Stoffsammlung für die Geschichte einer Familie, an deren Geschicken die staatlicheund Kulturgeschichte von Jahrhunderten sich widerspiegelt, könnte daher erst nachGenerationen vollständig werden. Dieser Arbeit ist deshalb die Bezeichnung nureinesAnfangs" zur Stoffsammlung und schließlich, da ich mich ernstlich dagegenverwahren muß, als Fachgenealoge aufgetreten zu sein, nur die einesVersuchs zumAnfange" übrig geblieben. Mögen also die Herrn Fachkritiker sich nicht im Bekritteln,sondern im Bessermachen betätigen und aus dem Füllhorn ihrer Weisheit zurErgänzung und Klärung des Stoffes beitragen. Nicht nur in belgischen Kloster-und Stadtarchiven, im burgundischen Frankreich, in Rom, Venedig, Schloß Duino(Friaul) und Gberitalien überhaupt, sondern auch in der Schweiz, Ungarn undPolen wären gewiß noch viel gewichtige Aufschlüsse zu finden.

Als sich der Stoff so in die Länge zu recken begann, schien es fast ratsam,ihn in einer zeitfolgenden Darstellung an einander zu reihen, jeder Einzelangabedie Fundstelle genau beisetzend, was für wissenschaftliche Zwecke den Vorzug verdienthätte. Dabei wären aber die einzelnen Angaben schwer entwirrbar durcheinandergekommen und für die Familienmitglieder, denen diese Arbeit doch in erster Liniegelten und dienen soll, wäre das Ganze bis zur Wertlosigkeit ungenießbar geworden.Die Form der Darstellung mußte also der Hauptsache nach erzählend bleiben, wobeisich die vielen Zahlen ohne zu große Beschwerung einfügen und die Quellen, so weitnötig, in Fußnoten angeben ließen.

Der Gesammterlös aus dem Verkauf des Buchs soll dem Unterstützungsfondsdes erst seit l2 Jahren bestehenden Familienverbandes zufließen. Der Markt fürsolche Bücher ist klein, kein Verleger übernimmt das geschäftliche Risiko dafür. Dieohnehin beträchtlichen Rosten der inneren und äußeren Herstellung des Buches müssenalso einigermaßen eingeschränkt werden. Deshalb ist aus Kürze und Knappheit derAngaben Bedacht genommen, aber auch manches fortgeblieben, was hier und davermißt werden wird, z. B. Karten der Ansässigkeit, Verzeichnis der U'schen Sitze,Wappentafeln, Urkundenabdrücke u. dergl. m. Auch Stammtafeln sind abgesehenvon kleinen erläuternden Einschaltungen fortgeblieben. Ihr Wert ist hauptsächlichder eines schematischen Anhalts für den Forscher während der Arbeit. Sind nachdieser die alphabetischen Verzeichnisse erst aufgestellt, so geben sie weit leichtere undbessere Hilfe zur Aufsuchung der einzelnen Persönlichkeiten als Stammtafeln, die nurbei cngbegrenzten Geschlechtern übersichtlich bleiben können. An sich ist es ein geistigarmseliges Geschäft, die Vorfahren mit Hunderten von Namen in wage- und senk-rechten Linien zum Parademarsch zu formieren; denn auf die Menschen, nicht aufdie Namen kommt es an. Der sogar der Regel nach überlegene Einfluß dermütterlichen Abstammung auf die Söhne kann in Stammtafeln keinen Ausdruckfinden und Ahnentafeln, die diesen einigermaßen andeuten, können immer nur voneinzelnen Personen, nicht von Hunderten und Tausenden gegeben werden. Selbst vondenen, die sie zu würdigen wissen, würde kaum Jemand mehr als eine oder dieandere lesen. Die seelischen und geistigen Wurzeln des Einzelnen ergeben sich leichterund klarer aus erzählender Darstellung. Wer die späteren Abschnitte daraufhinprüft, wird finden, daß die darin erzählten Angaben gleichsam aufgelöste Stamm-tafeln sind und daß sich solche von dem, der darauf Wert legt, daraus leicht wiederzusammenfügen lassen. Manches Einzeldatum wird den Lesern überflüssig erscheinen.