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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
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Einleitung.

nach seiner Phantasie annagelt und wunderlich durcheinander wirst. Gder da sieauch im Abschreiben confundiret werden, wie aus tausend adelichen Personalien undgedruckten Leichenpredigten zu erweisen, da oft leibliche Geschwister ganz unterschiedeneGroßmütter haben. Die Elter-Mütter zu geschweigen. Und möchte man itzo wohlvor eine adeliche Genealogie, die vor hundert Iahren von einer aceuraten Ledergeschrieben, viel Geld geben. Noch wäre es Zeit, daß eine jede Familie ihre Brief-schaften von einem verständigen Manne durchsuchen ließe. Aus Ehestiftungen, In-ventariis und andern Akten könnte man noch aus manchem Skrupel kommen."

Es wäre mir eine große Freude gewesen, die Tatsachen zu finden, worauf dieÜberlieferung von demMüller" als Stifter der Familie beruht. Heute herrschtdie Neigung vor, solchen Uberlieferungen allen Wert abzusprechen. Wirklichen,nicht erfundenen Überlieferungen liegt aber stets ein Kern von Wahrheit zu Grunde.Daß das Generationengedächtnis treuer ist, als die Schriftweisheit zugesteht, beweistdie Anführung in den Lebenserinnerungen des Kultusministers Bosse, daß ein initH. Jahrhundert auf Kaiser Karl IV. erfundnes Spottlied nach fast 500 -jährigemSchlummer im Harzer Volksmund wieder auftauchte. Vhne Grund ist der Mühl-stein sicher nicht in das eine der 3 hauptsächlichen Ünruhwappen gekommen. MeineHoffnung beim Beginn meiner Sammelarbeit ging aber nur darauf, die Verästelungder Familie wenigstens bis in die Zeit der Reformation zurück verfolgen und darauseine zusammenhängende Geschichte der Familie bilden zu können. Bald stellte essich aber als leichter heraus, aus dem 1H. und 15. Jahrhundert ganze Reihen vonAngaben zusammenzubringen, als den inneren Zusammenhang der jüngeren Datenvollständig klar zu legen. Damit fiel der Gedanke einerFamiliengeschichte", nurdie Stoffsammlung für eine solche blieb anzustreben. Immer weiter rückwärtsführten die Spuren. Als der Kösliner Namensvetter I89I davon sprach, der U.-Name käme schon zu Karls d. Gr. Zeiten vor, hatte ich nur ungläubiges Lächelndafür, ebenso hielt ich 10 Jahre später die gleiche Behauptung einer auch sonstnicht immer zuverlässigen, 1759 von einem Birnbaumer U. begonnenen Ehronik, ob-wohl sie genau die Quelle dafür angibt, für kaum beachtenswert. Doch gelang esmir anfangs 1905, das als Quelle bezeichnete Buch in der Berliner Kgl. Bibliothekzu entdecken:Der Könige in Danemarck Leben Regierung und Absterben, von demErsten König Dan an bis auf den jetzt regierenden König Ehristian V . . . Nürn-berg. In Verlag Ioh. Hofmanns . . . Neustadt an der Aysch druckt's Ioh.Ehristof Drechsler 1635." Das Buch erwies sich als zuverlässig, führt tatsächlichGraf Unroch" als einen der 10 Frankenedlen an, die im Frühjahr 311 an derEider Namens des Frankenkönigs Frieden mit den Dänen machten, meine Zweifelwurden also ins Wanken gebracht, der Weg in die Vlonumentg (Zermsmne Instoncaals urkundengleiche Quelle war damit gewiesen. Fast gleichzeitig hatte in diesender obengedachte Posener Namensvetter Herr Major Eurt von Ünruhe unfernNamen in mancherlei Schreibweisen vielfach vorkommend gefunden und Geh. R.Stälin-Stuttgart machte mich auf eine St. Gallener Urkunde vom Jahre 773 auf-merksam, die den Namen Ünroh enthält. Ein" kurzes freudiges Aufwallen überdiese Entdeckungen wich aber sogleich dein Gefühl äußersten Mißbehagens, nament-lich als sich später herausstellte, daß diese so alten Anführungen keineswegs desZusammenhangs und der Fortsetzung entbehrten. Nicht nur, daß diese Entdeckungenden gewaltigen Abstand zwischen dem Einst und Jetzt der Familie scharf ins Augerückten, sie legten auch die Gefahr nahe, daß als törichte Anmaßung befehdet werde,was doch nur objektiver Fund war. Denn das Zunftwissen hat immer Neigung,sich beleidigt zu fühlen, wenn ein Nichtfachmann mit Entdeckungen hervortritt, dienicht schon längst gemacht zu haben, von der Zunft wie ein Vorwurf empfundenwird. Schliemann hat es aber erwiesen, daß nur Afterweisheit befehdet, was nichtvon ihr selbst herrührt, und sich im zünftigen Alleinbesitz der ganzen Wahrheit