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Vor- und Frühgeschichte des Stadtgebietes Köln
Entstehung
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von den beiden germanischen. In Germania inferior und superior wurderömische Sprache und Religion nicht allein geltend, das Volk blieb beiseinen angestammten germanischen Lauten und religiösen Vorstel-lungen.

Gegen Ende des ersten Jahrhunderts war Trajan Heerführer amNiederrhein. Er hatte die Aufgabe, die germanischen Stämme zu über-wachen und jeden Aufstand im Keime zu unterdrücken. In der Ubier-stadt erhielt er die Nachricht, daß Kaiser Nerva ihn zu seinem Nach-folger bestimmt habe, und wieder war es die Colonia Agrippinensis,wo er nach dem Ableben seines Vorgängers die Herrschaft übernahm.Zur Sicherung der Grenzen blieb er noch einige Zeit in Germanien;er verstärkte die Stadtmauern der ubischen Pflanzstadt und das DeutzerKastell.

Die Sage weiß von einem gewaltigen Zuge zu berichten, den er vonKöln aus tief in das Innere Germaniens unternommen haben soll.

Wie schon gesagt, bildete sich auf dem rechten Rheinufer allmählichder Frankenstamm. Von der Wupper bis zur Sieg hat das Kölner Mu-seum für Vor- und Frühgeschichte eine Anzahl Grabfelder entdeckt unduntersucht. Aus den Funden geht hervor:

1. Erst gegen Ende des ersten Jahrhunderts n. Chr. beginnen dieseGrabfelder. Sie dauern bis gegen Ende des vierten Jahrhundertsund schließen mit der Zeit ab, als die Franken von dem bis dahinherrschenden Leichenbrand zur Bestattunng übergegangen waren.

2 . Seit dem Ende des ersten Jahrhunderts vermehrt sich die Bevöl-kerung rasch.

3. Die Kultur dieser Grabfelder ist eine Mischung der heimischenmit der des Weser-Elbgebietes.

Auf dem Begräbnisplatz Rosendalsberg an der Wupper-Mündung sindvom Kölner Museum für Vor- und Frühgeschichte fast 300 Gräber auf-gedeckt, welche diesen Zusammenhang beweisen und den neuen Stiloffenbaren, der um diese Zeit am Rhein sich entwickelte. Für die Be-urteilung der germanischen Verhältnisse am Rhein sind diese Ergeb-nisse 1 von der größten Bedeutung. Der Begräbnisplatz ist bis gegen400 n. Chr. im Gebrauch geblieben.

In dem Namen Rosendalsberg hat sich eine Erinnerung an die alteBedeutung der Stätte bis heute erhalten, da wir uns hier, wie auch anandern Orten, als Umgebung des Platzes einen Rosenhag zu denkenhaben. (Die Rosenhecke des Märchens.)

Der Grabbrauch jener Zeit war noch immer die altgermanische Ver-brennung des Toten mit Kleidung, Waffen, Schmuck, und Bergung desgesamten Brandinhaltes in einer Grube oder Beisetzung der Knochen-reste in einer Graburne. Mancherlei Kleingerät, auch römische Gefäße,mit Vorliebe Bilderschüsseln (terra sigillata), meist Beutegut ausZügen in die römischen Grenzlande, wurden dem Toten beigegeben.Die Bilderschüsseln, deren Fabrikorte und Erstellungszeiten bekanntsind, lieferten wertvolle Stützen zu der chronologischen Festlegung derGräber.

1) Vergl. hierüber: die Veröffentlichungen von E. Rademacher,Chronologieder Germanengräber im Kölner Gebiet, Leipzig 1922. Kurt Kabitzsch, MannusHerausgeber Prof. Kossinna.