rheins feststellen, so daß also die Lage für Auswahl der Plätze seiner-zeit mitbestimmend gewesen ist. So bekannt nun die Lage der Hügel-gräberfelder heute ist, die genaue Lage der dazu gehörigen Siedelungenim Stadtgebiete Köln ist noch unbekannt, und wird es auch wohl immerbleiben. Nicht unmittelbar an die Begräbnisplätze haben sie sich ange-schlossen; auf den jetzigen Hardten der Mittelterasse, wo die altenGrabhügel errichtet wurden, sind die alten Dörfer nicht zu suchen.Die großen, schon den eisenzeitlichen Menschen durch Alter und Ueber-lieferung als Grabstätten ihrer direkten Vorfahren geheiligten Plätze,haben für die damalige Bevölkerung eine besondere Bedeutung gehabt,bildeten sie doch das allein Dauernde, alle Stürme und UmwälzungenUeberstehende im Gegensatz zu den leicht gebauten Siedelungen, derenLage sich oft genug veränderte.
Auf den Begräbnisplätzen selbst sind bis jetzt noch niemals Spurender Besiedelung zu Tage getreten. Diese müssen in einer gewissenEntfernung gelegen haben, wahrscheinlich da, wo jetzt noch alte Dörfersich befinden. Auch ein Bevölkerungswechsel durch ethnologisch ver-schiedene Elemente brachte meist keine bedeutende Verschiebung in derSiedelungslage hervor. Die an die Dörfer sich anschließende Feldflurwar den neuen Bewohnern Grund genug, an der alten Stelle sich nieder-zulassen. Auf den Trümmern der verlassenen Siedelungen baute dieneue Bevölkerung ihr neues Heim. Viele der jetzigen Dörfer unweit derBegräbnisplätze sind demgemäß auch als Siedelstätten der Vorzeit anzu-sehen. In diesen Dörfern aber ist durch die vielen Neubauten längstjede Spur der zusammengesunkenen oder verbrannten einfachen Haus-anlagen verschwunden, oder liegt noch verborgen unter der bearbeitetenScholle.
Auf das stadtkölnische Gebiet angewandt, würde sich also ergehen,daß die eisenzeitlichen Siedelungen, welche in der Nähe der großenBegräbnisplätze liegen, da zu suchen sind, wo die jetzigen Dorfan-lagen sich befinden, also Heumar-Rath, Thurn-Dellbrück, Dünnwald,Rodenkirchen, Köln (Alt- und Neustadt), Köln-Fühlingen, Köln- Hacken-broich.
Wie die Hausanlagen jener Zeit gewesen sind, haben Ausgrabungenin einem mehr südlich gelegenen Bezirk ergeben. Im Walde bei Neu-häusel, unweit Koblenz, hat Ministerialrat Dr. Soldan 1906 eine voll-ständige Dorfanlage, etwa aus dem Ende der ersten Eisenzeit, aufgedeckt.Durch den das ganze Gelände überlagernden Bimssand war es möglich,die alten Ffostenlöcher der Häuser wiederzufinden. Diese ergaben einviereckiges, etwas in den Boden eingelassenes, aus Balken aufgerich-tetes Haus, von Wänden und Flechtwerk ausgefüllt, das mit Lehm be-schlagen war. Anlage und Form der Herdstelle, Rauchabzug und einkellerartiges Nebengelaß, das mit Balken, Reisig und Erde zugedecktsein mochte, wurden ebenfalls festgestellt. Die Dächer sprangen weitvor und waren mit einer Art Kandelwerk zum Abfluß des Regens ver-sehen. Aehnlich haben wir uns demgemäß die Hausanlagen im Stadt-bezirke Köln zur ersten Eisenzeit vorzustellen. (Bild 18.)
Abbildungen von Kölner Funden der ersten Eisenzeit geben die Bilder11, 12, 14, 15, 17. Bild 13 zeigt das Hügelfeld der Iddelsfelder Hardt nachden Aufmessungen des Museums.
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