seine aus dem Stadtgebiet zusammengebrachten Sammlungen in Be-tracht, die demgemäß als Unterlage und Beweise zu den folgenden Aus-führungen dienen.
Um zu erkennen, welcher Anteil dem Kölner Stadtgebiet im Entwick-lungsgänge der rheinischen Bevölkerung zukommt, sei zunächst daraufhingewiesen, daß dieser Entwicklungsgang nach den Quellen der Er-forschung in eine vorgeschichtliche, frühgeschichtliche und geschicht-liche Periode zerfällt.
Die Quellen der geschichtlichen Zeit sind geschriebene Urkunden, dieder vorgeschichtlichen Zeit Bodenaltertümer. Die Vorgeschichte unse-res Gebietes reicht bis zu den ersten geschriebenen Urkunden, dieunsere Gegend behandeln, die Aufzeichnungen Caesars, also bis an dieWende der vorchristlichen Zeit. Die Frühgeschichte umfaßt die fol-genden sechs Jahrhunderte. Aus ihnen haben wir in den Schriften desAltertums eine geschichtliche Ueberlieferung. Doch kann diese Ueber-lieferung zur Richtigstellung und weiteren Aufhellung der Bodenalter-tümer nicht entbehren. Für die eigentliche geschichtliche Zeit, vomEnde der Völkerwanderungszeit an, treten dann die Bodenaltertümernach und nach zurück, um endlich ganz zu verschwinden.
Kulturell wird dieser Entwicklungsgang angedeutet durch das Mate-rial, an welches die jeweilige Kultur gebunden war und mit dem sieihre Höhe erreichte.
Ein dreifacher Materialwechsel hat sich bis jetzt vollzogen. Zuerstist es der Stein, dann Kupfer-Bronze und zuletzt das Eisen. Diese dreibeherrschen die einzelnen Stufen und verleihen ihnen das charak-teristische Gepräge. Man spricht deshalb von einer Steinzeit, einerKupfer-Bronzezeit und einer Eisenzeit. Die Steinzeit umfaßt als ältereStufe den eiszeitlichen, diluvialen Entwicklungsgang des Menschen, alsmittlere und jüngere Stufe die Jahrtausende vom Beginn des Alluviumsbis 2000 vor Christus. Die Kupfer-Bronzezeit reicht bis gegen 1200—1000vor Christus, um langsam in der Eisenzeit aufzugehen.
Es ist hier nicht der Ort, eine Charakteristik dieser Stufen zu geben.Das Städtische Museum für Vorgeschichte bringt durch seine Sammlun-gen die Kultur der einzelnen Perioden zur Darstellung. Vielmehr willdie vorliegende Schrift auf Grund der bis jetzt im Museum vereinigtenBodenaltertümer Stellung und Anteilnahme des stadtkölnischen Ge-bietes im ganzen Verlauf der Menschheitsentwicklung zusammenhängendvorführen, um so gleichzeitig seinen Zweck zu erfüllen, als Vorge-schichte der Stadt Köln zu dienen. Dies ist in Wirklichkeit nicht nurmöglich durch die verhältnismäßig reichen Funde, welche dasMuseum für Vor- und Frühgeschichte aus dem Gebiet der Stadt Kölngewinnen konnte, als auch notwendig, damit endlich das, was dieWissenschaft über die vorgeschichtliche Urzeit unseres Stadtgebieteserschlossen, auch der Allgemeinheit zugänglich gemacht werde und soklarere Erkenntnis an Stelle oft noch sehr mangelhafter und öfter nochirrtümlicher Vorstellungen treten können.
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