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Seitdem durch die Ausgrabung der Kastelle längs der Lippe das mili-tärische Vorgehen der Römer gegen die Weser und Elbe sich langsamaufhellt, liegt umsomehr Anreiz vor, einerseits die friedliche Durchdrin-gung dieses Gebietes durch die römische Handelsware näher zu verfolgen,andererseits die dadurch dem germanischen Handwerk gegebenen An-regungen schärfer ins Auge zu fassen.
Aber die Einfallstore des römischen Handels nach dem inneren Ger-manien waren nur zum Teil die Kastelle und Limesstationen und die vonihnen ins Ausland führenden Wege, ein großer Teil der Ware ist auf demSeeweg vom Rhein an die Nord- und Ostseekiiste gelang t un d, von hierwieder die Flüsse Ems, Weser, Elbe usw. hinaufgTwändeFt. Nur da, wodie germanischen Völkerschaften außerhalb der Limesgrenze mit denRömern in engerem Bündnis standen, findet sich zahlreichere römischeImportware auch längs der ersteren Straßen, wie von der nörd-lichen Wetterau bis weit über Gießen hinaus (Fulda und Uersfeld usw.).Doch fehlt es auch hier leider noch an eingehenderen Untersuchungen.
8. Kapitel
Rassen bzw. Nationalitäten, Volkssitten, Sprache,Religion, Kunst
Bei der Fülle des in Betracht kommenden Materials müssen wir imRahmen unserer Siedelungs- und Kulturgeschichte uns damit begnügen,nur die wichtigsten und interessantesten Fragen kurz zu behandeln.
I. Die verschiedenen Nationalitäten und Volkssitten.
Die anthropologische und kulturelle Verschiedenheit der drei Haupt-bevölkerungsteile, der Römer, Germanen und Gallier, bekundet sich amdeutlichsten in den zahlreichen bildlichen Darstellungen derselben aufSiegesdenkmälern, Grabsteinen, kunstgewerblichen Erzeugnissen allerArt. Der Körperbildung nach standen Germanen und Gallier,soweit letztere nicht wie in Aquitanien und Belgien von fremden Rassenstark durchsetzt waren, einander ziemlich nahe mit ihren Langschädeln,ihrem hellen Farbenkomplex und mit den großen, geschmeidigen Kör-pern, während die Römer sich durch Rundschädel , 7 dunkle Farbe undkurze, gedrungene ^Körpergestalt unterschieden. Auch die germanische