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2 (1923) Die römische Periode
Entstehung
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I. Teil

Zeitliche Gliederung,kulturelle Entwicklung, Siedelungstypen

1 . Kapitel

Die Zeit der militärischen Besitznahmedurch die Römer

(von Cäsar bis Trajan, etwa 60 v. Chr. bis 100 n. Chr.)

So interessant es auch wäre, die Etappen und Einzelheiten der mili-tärischen Besitzergreifung der Rheinlande durch die Römer näher zu ver-folgen, kann dies doch nicht Aufgabe einer siedelungs- und kulturgeschicht-lichen Darstellung wie der unsrigen sein. Vielmehr ist das Hauptaugen-merk auf die Folgen zu richten, welche diese kriegerischen Vorgänge fürdas Siedelungswesen und die Kulturentwicklung hatten, für Römer, Ger-manen und Gallier. Das abschnittsweise Vorgehen der Besatzungstruppenmuß dabei natürlich zu Grunde gelegt werden, da es dem allmählichenVorschreiten der bürgerlichen Besiedelung völlig entspricht.

Als C. Julius Cäsar im Jahre 58 v. Chr. als Statthalter nach der Pro-vinz Gallia Narbonensis kam, befand sich der ganze Nordrand des Mittel-ländischen Meeres von Spanien bis zur Propontis bereits unter der römi-schen Herrschaft. Mit der Unterwerfung Galliens begann die Eroberungdes Hinterlandes, die namentlich durch Augustus und Trajan gefördertwurde. Wenn Cäsar im Verlauf seiner gallischen Kriege (58—51 v. Chr.)die römischen Grenzen bis zum Rhein vorschob, so tat er dies in klarerErkenntnis der Wichtigkeit des Rheinstroms als Bollwerk gegen die vonNorden und Osten heranwogenden Germanen, die an mehreren Stellenbereits diesseits des Flusses standen. Da er aber keine ausreichendeTruppenzahl zur Verfügung hatte, um gleichzeitig das unruhige Gallienniederzuhalten und die Rheinlinie zu befestigen, begnügte er sich mit einemSchutzstreifen längs derselben, indem er die bereits ansässigen links-rheinischen Germanen für seine Sache zur Grenzwehr gewann. Schonbei Alesia (52 v. Chr.) kämpften germanische Reiter auf Seiten der Römer,ebenso vielleicht bei Pharsalus (49 v. Chr.), nach der Schilderung des