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aiigelockt. Nur durch diesen Umstand ist die dichtere frühmittelalter-liche Besiedelung des rauhen Odenwalds und angrenzenden Baulandes zuverstehen, wo die ingen- und heim-Orte in größerer Zahl auch, in wenigfruchtbarem Gebiete auftreten und wo nach den karolingischen Mark-beschreibungen schon viele kleinere Ortschaften und Einzelsiedelungenvorhanden waren und jeder Bach und Berg seinen Namen hatte. Wiedie mittelalterlichen Burgen noch heute in Trümmern liegen, die damaligenBurganwohner aber in den kleinen Dörfchen zu Füßen derselben weiter-leben, so nistete sich das germanische Volk um die Herrenbauten derRömer ein, wenn es auch mit diesen selbst nicht viel anzufangen wußte.Das von den Römern gestreute Saatkorn ging aber auf, wenn auch nurlangsam und nicht überall gleichmäßig.
3. Kapitel
Zeit des Rückgangs und Sturzes der Römerherrschaft
(etwa 260 bis 400 n. Chr.)
Nach dem Zusammenbruch der rechtsrheinischen Grenzwehr tratwieder ein ähnliches Verhältnis zwischen den Römern und den Germanenein, wie es zu Beginn des I. Jahrh. bestanden hatte: der Rhein bildetewieder die Grenze, und die rechtsrheinische Ebene wurde zum Glacisder linksrheinischen Verteidigungsbasis, wobei die Suebi Nicretes undMattiaci immer noch Rom treu blieben, soweit sie gegen Alamannen undChatten geschützt waren. Einige Kaiser machten sogar kräftige Vor-stöße, die für kurze Zeit Ruhe schafften, im übrigen arbeitete römischesGeld nicht minder erfolgreich, so daß trotz des Nachdrängens neuer Scharenvon Osten die germanische Hochflut sich am Rheine noch einmal für1 V 2 Jahrhunderte staute. Während dieser Zeit rüsteten sich die Städtedes- linken Rheinufers zu ernstem Widerstand und erlebten zum Teil einebisher nicht dagewesene Blüte, namentlich, als 286 Trier zur Kaiser-residenz erhoben wurde und so das Schwergewicht des ganzen römischenWestens sich mit großer Wucht gegen die Germanengefahr zu richtenschien. Aber der innere Verfall nahm einen beschleunigten Fortgang undführte um 400 zu einem unrühmlichen Ende der einst so kraftvollenrömischen Herrschaft.