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2 (1923) Die römische Periode
Entstehung
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Kastelle und Dörfer tun, ebenso wie sie die Bahnen und die Ausdehnungfremder Kultureinflüsse deutlich offenbart. Auf dem rechten Rheinufersind im Limesgebiet durch die Limeskommission zwar die Grundliniengewonnen, nördlich davon in Westfalen ist aber in dieser Richtung fastnoch nichts geschehen. Auf dem linken Rheinufer, wo die Straßenfor-schung namentlich in der Pfalz sich noch sehr im Rückstand befindet,ist jetzt durch das Bonner Provinzialmuseum für die Rheinprovinz durchJ. Hagen eine hochverdienstliche Zusammenstellung gemacht worden,aber eine systematische Untersuchung der Straßen selbst steht auch hiernoch aus. Natürlich darf sie allerwärts nur im Hinblick auf die angedeu-teten großen Probleme stattfinden, sich nicht in lokale Tüfteleien ver-lieren. Möge es der Römisch-Germanischen Kommission in Frankfurtgelingen, auch diese verlockende Aufgabe durch geschickte Organisationund reichliche Unterstützung zu einer glücklichen Lösung zu bringen,die natürlich längerer Zeit bedarf.

7, Kapitel

Ackerbau, Weinbau, industrielle Unternehmungen,Handwerk, Gewerbe und Handel

Bei den Städten, Dörfern und Höfen hat sich alsbald ein intensiverAckerbau entwickelt, der den vorrömischen bei weitem übertraf, wie inden größeren Niederlassungen das gewerbliche und geschäftliche Lebeneine bisher ungeahnte Höhe erreichte. Und auf den geschilderten Straßenund Flußwegen wurden die Erzeugnisse des Feldbaues und Gewerbe-fleißes aus dem In- und Ausland nicht nur über das ganze römische Ge-biet verbreitet, sondern auch noch in das freie Germanien hinein undsogar über das Meer nach den nordischen Ländern verbracht. Allge-meiner Wohlstand kehrte in Stadt und Land ein, der sich nach außen inden reichen und wohlgeordneten öffentlichen und privaten Einrichtungen,nach innen in der erhöhten Lebensführung und dem gesteigerten Sinnfür das Schöne bekundete. Der Einblick in die Einzelheiten dieser bürger-lichen Tätigkeit gibt überraschende Auskunft über die Höhe der Organi-sation und Vollendung der technischen Hilfsmittel, die sich den mittel-alterlichen getrost an die Seite stehen können und erst im Zeitalter des