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2 (1923) Die römische Periode
Entstehung
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Meilensteine (columnae miliariae), deren in Germanien (mit Helve-tica) über 100 gefunden sind, waren an allen wichtigeren Heerstraßen auf-gestellt, die ältesten (Capellen, Offenburg) nach Claudius und Yespasian,die jüngsten nach Valentinian und Valens datiert (Boppard). Im rechts-rheinischen Gebiet sind sie nicht nur an der Rheintalstraße (Ladenburg,Heidelberg, Sinzheim, Bühl), sondern auch an der Querstraße Straßburg—Rottweil (Offenburg), an der Neckarstraße (Köngen), Au—Ettlingen—Pforzheim (Au, Elmendingen-Nöttingen bzw. Dietenhausen), an derMainstraße (Kleestadt), an der Hauptwetterauerstraße Kastei—Heddern-heim—Friedberg (Kastei, Heddernheim, Friedberg) und bei Wiesbadenaufgestellt gewesen. Linksrheinisch erscheinen sie sehr häufig an derRheintalstraße (Ehl-Straßburg, Brumath, Kauffenheim, Selz, Altrip,Worms, Alsheim, Boppard, Capellen, Coblenz, Andernach, Brohl, Re-magen, Köln, Neuß, Nymwegen), seltener an den Straßen Mainz—Trier(Niederemmel, Pöhlig, vgl. Trierer Heimatbl. I, 1922, S. 96, B. Keune),Trier — Metz (RG. Korr. - Bl. VII, 1914, S. 56 f., H. Finke), Trier — Köln(Nattenheimer Wald, Nettersheim, Zülpich), Köln—Tongern (Jülich-Tetz,Bäsweiler, Tongern). Die älteren zählen von den beiden Hauptstädtender Germania Superior (Mainz) und Inferior (Köln) aus (Bühl, Capellen,Coblenz a Mogontiaco) und zwar nach römischen Meilen (miiia passuum= 1,48 km, 5 = 1 geogr. Meile), die jüngeren (namentlich seit etwa 200)nach gallischen leugae (= 1 V 2 römische Meilen) von den Vororten dercivitates aus, die auch für die Unterhaltung der Straßen zu sorgen hatten.Wenn sie an einzelnen Stellen in größerer Anzahl beisammen Vorkommen,so erklärt sich dies teils durch frühe Zusammenschleppung, teilsdurch die Sitte, neuen Kaisern durch Aufstellung eines Meilensteins dieVerehrung der civitas auszusprechen. PhTmdaiuil.LStrxilleimielster) vjcinovi werden auf einer Mainzer Inschrift erwähnt, vielleicht auch platiae-danni auf einer Köngerner (oder platiae dextrae?).

Bekannt ist, daß manche römische Neugründung nach dem, betreffen-den Meilenstein benannt wurde, wie ad quintum (lapidem) Quint an derStraße Trier—Wittlich, ad decimum Detzem an der Straße Trier—Neu-magen, ad duodecimum Delme an der Straße Metz—Straßburg. Dervicus Bibiensis (= Biviensis), der den diis Quadrubis bei Sandweier einenAltar errichtete, erhielt seine Bezeichnung nach der Wegkreuzung(bivium) bei Oos-Sandweier (zwischen der Bergstraße und der Straßevon Selz nach Baden-Baden).

In allen größeren Städten des Römerreichs befand sich in Nach-ahmung des milliarium aureum auf dem Forum in Rom außerdem auföffentlichen Plätzen ein Itinerarium, in Stein oder auf einer Bronzetafeleingeschrieben, welches über die vom Aufstellungsort ausgehenden wich-tigeren Straßen Auskunft gab. Eine solche Steinsäule ist, wenn auch nurin Bruchstücken erhalten, die von Tongern in Belgien, dem Vorort derTungri, welche drei Reisewege, über Köln—Mainz, über Reims—Bou-