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2 (1923) Die römische Periode
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der Ubier gegen die Sugambrer (bell. gall. IV, 18, .19), wird also, da derRheiniibergang mit ziemlicher Sicherheit im Neuwieder Becken angenom-men werden darf, außer dem Talweg den Rhein entlang hauptsächlichdie Höhenstraße 1 über den Römerich genommen haben. Bemerkens-wert erscheint, daß Cäsar auf dieser nur 18 tägigen Expedition vieleDörfer, Einzelhöfe und Getreidefelder der Sugambrer verwüstet habenwill (IV, 19: omnibus vicis aedificiisque incensis frumentisque succisis):ist diese Nachricht richtig, so würde sie einen Hinweis auf dichtere Be-siedelung enthalten.

Dem bogenförmigen Limesabschnitt von Ems an der Lahn bis Grü-ningen am Nordende der Wetterau hegt gewissermaßen als Sehne dasvielgewundene und zum Teil sehr enge Lahntal vor bis Gießen, das mitausgedehnten Wiesengründen, Wäldern und gelegentlich auch gutenAckerfeldern sich stellenweise, namentlich in seinem oberen Teil, für diegermanische Wirtschaftsweise vortrefflich eignete. Tatsächlich sind längsdesselben auch mehrere Siedelungen der Germanen festgestellt, ver-einzelte bis jetzt am Unterlauf, schon zahlreichere am Mittellauf, so beiNassau, Wetzlar, Naunheim, Gießen.

Nr. 45. Nassau, Wetzlar, Naunheim, Dutenhofen usw. im Lahntal.

Es sind das lauter Orte, die sich durch fruchtbare und sonnige Tal-ausbuchtungen zur Ansiedelung gut eigneten.

Bei Nassau mündet die sog. Bäderstraße Wiesbaden-Kemel-Holz-hansen-Singhofen, mit Fortsetzungen nach dem Westerwald über dieWasserscheide bei der Montabaurer Höhe. Von Pohl bis Holzhausena. d. H. läuft sie außerhalb des Limes, doch in seiner nächsten Nähe, vonkleinen Kastellen bei Pohl und Pfarrhofen überwacht. Das große KastellHolzhausen hegt aber nicht an dieser Kreuzungsstelle, sondern am Durch-gang der Hessenstraße, welche von Gießen quer durch den Taunus anden Rhein bei St. Goar zieht und ihre Fortsetzung durch den Hunsrücküber Kastellaun hat (Nass. Ann. XL1V, S. 187; O. R. L. I A, Strecke 2,S. 91, 95 f.); bei der Nähe der beiden Schnittpunkte beweist dieser Um-stand aber noch nicht die geringere Bedeutung der „Bäder-“ gegenüberder „Hessenstraße“. Mit Recht hebt Fabricius (O. R. L. I A, Strecke 2,S. 8) die auffallende Erscheinung hervor, daß der Limes von Arzbach,nicht die gerade und kürzere Linie über Nassau nach Pohl nimmt. Viel-leicht ist die Rücksicht auf die germanische Siedelung bei Nassau in Be-tracht zu ziehen. Über die Funde, darunter ein Sigillata-Kunipen desII. Jahrh., vgl. Nass. Mitt. 15 (1912), S. 105 f. (E. Brenner).

Bei Wetzlar, von wo bis Gießen das breite Lahntal mit seinenlehmbedeckten Rändern und weiten Wiesenflächen zur Besiedelung ganzbesonders einlädt, sind sogar an zwei Stellen, „auf der Plank“ bei der„schönen Aussicht“ am Galgenberg und am Wirzberg bei Garbenheim,