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2 (1923) Die römische Periode
Entstehung
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germanische Gräber- und Wohnstättenfunde des 11./111. Jahrh. (mit einemBronzebecken, mehreren Sigillataschalen des Satto, Verecundus usw.)gemacht worden. Auch an anderen Punkten auf der Hochfläche fehlensie nicht.

Bei N a u n h e i m liegt ein Friedhof, der u. a. eine Sigillatatasse mitdem Stempel Nasso f. und eine Bronzeschüssel mit dem Stempel of(ficina)Tetrici ergeben hat, auf einem steilen, steinigen Hügel unmittelbar beimOrt hinter der Kirche bzw. dem Friedhof. Die Hütten des germanischenDörfleins standen wohl etwas südöstlich davon, wo die Lahn früher vielnäher an den Berg herantrat.

Zwischen Dutenhofen und Kleinlinden sind germanische Fundedieser Zeit bei der Sandgrube an dem hier am weitesten ins Lalmtal vor-springenden Berghange des Hoppensteins ermittelt, wo ausgedehntesWeideland im Lalmtal selbst und längs des in der Nähe einmiiudendenKleebachs vorhanden ist. Weitere ähnliche Siedelungen sind bei L ii t zel-lin d e n und K 1 e i n 1 i n d e n vorhanden, wie ich zum Teil selbst fest-stellen konnte. Bei Heuchelheim ist auf einem Lößbuckel nahe derbei Gießen in die Lahn fließenden Bieber neuerdings eine Siedelung mitzahlreichen Trichtergruben aufgedeckt worden, deren Zeitstellung außerdurch die Scherben durch eine auf dem Boden einer solchen Grube lie-gende römische Münze aus dem II. Jahrh. gesichert ist (Germania VI,1922, S. 93 f„ P. Helmke) 45 ).

Nr. 46. Gießen und der Diinsberg.

Nr. 46 a. Gießen. Die von allen derartigen bis jetzt bedeutendsteSiedelung liegt im Gießener Stadtwald am „Sandberg“ im Zollstockwäld-chen unmittelbar an der Straße nach Rödgen. Das nach den zahlreichenWolmgruben und Gräbern ganz stattliche Dorf, kaum 8 km von demLimes, zog sich unmittelbar hinter dem Hochufer des mattenbedecktenWiesecktales den Oberlach- (Hold-) Bach entlang, jedenfalls nach Westenvon Wald umsäumt (jetzt Föhrenwald), während sich auch nach Osten einquellen- und wasserrinnenreiches Weideland ausdelmt und der benach-barte Hohe Wartberg bei Annerod eine vorübergehende, leicht zu ver-teidigende Zufluchtsstätte bot. Der geschlossene, doch nicht streng nachReihen geordnete Friedhof liegt auf einer Diinenerhöhung des Hochufers,etwa 500 m nordwestlich von der Siedelung. Diese hatte ihre Fortsetzungin dem schon im VIII. Jahrh. genannten, später eingegangenen DorfeUrsenheim, an welches heute noch der Flurname Ursulum erinnert, wieG. Gundermann so schön nachgewiesen hat. Die Siedelung hat bei denlangjährigen Ausgrabungen des Gießener Museums durch Gundermann,Kramer, Bremer, Kunkel ein umfängliches Material ergeben, das sehr star-ken römischen Import verrät. Abb. 36.