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2 (1923) Die römische Periode
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Main ausdehnten, gingen nach Cäsars Schilderungen und nach den Boden-funden sehr rasch in die gallische Kultur auf, was ihre spätere Römer-freundlichkeit besonders erklärt. Dasselbe gilt von den Mattiaci, ihrenNachfolgern in Nassau, und von den Suebi Nicretes an der Neckarmün-dung, denen in der Wetterau vielleicht Suebi Moenani oder Taunensesentsprochen haben (A. h. V. V, S. 413 f.; Präh. Ztsclir. VI, 1914, S. 277 f.).Im ganzen vom Grenzwall umschlossenen Gebiet siedelten so höchstenskleinere Gruppen reiner Germanen, wie auch da und dort noch kleinereGallierverbände sich halten konnten. Diese verschiedenen Elemente desLimesgebiets wurden daher leichter romanisiert, zu dem römischenMilitärdienst herangezogen und allmählich, namentlich seit Trajan undHadrian, auch mit politischen Rechten ausgestattet. Doch scheint dasverhältnismäßig schmale Grenzland nördlich der Lahn keine besonderecivitas gebildet zu haben.

Unter den zahlreichen, von der Sieg nach dem Westerwald führendenSeitentälern scheinen namentlich die Hänge und Hochflächen der großenund kleinen Nister von Germanen bewohnt gewesen zu sein.

Nr. 44. Dies beweist vor allem der ziemlich große, noch näher zuuntersuchende Abschnittswall bei Stein-Wingert, welcher zwar in seinerGrundanlage vielleicht noch der gallischen Periode wie der Ringwallbei Rittershausen angehört, aber in der germanischen Zeit weiterbenutztbzw. wohl weiter ausgebaut wurde, wie die Goldgrube. Die bisherigen,charakteristischen Funde, eine eiserne Schwertfessel, Fibeln, Scherben,weisen auf den Beginn der Spät-La-Tene-Zeit hin, wo im hohen Wester-wald zwar noch vereinzelte gallische Verteidigungsfesten wie im süd-lichen Baden und Württemberg denkbar, germanische Eroberungsburgenaber wahrscheinlicher sind. Das Vorhandensein einer so ausgedehntenBefestigung läßt auf stärkere Besiedelung der Umgegend schließen. Es mageine Gauburg der Tenkterer und Usipier (später der Nistrenses?) gewesensein, wie die Altenburg für die Chatten, der Diinsberg für verschiedeneStämme, die Goldgrube für die Suebi Taunenses als Landesfeste diente(vgl. I, S. 155). Ihre Geschichte war aber schwerlich wie die der Taunus-ringwälle mit der römischen Okkupation zu Ende, sondern dürfte auchin dieser Periode weitergegangen sein. Umfänglichere Ausgrabungenwären daher sehr erwünscht.

Im Innern des Westerwalds sind germanische Spuren bis jetzt nuran wenigen Stellen nachgewiesen, so in der Umgebung von Haiger, beiLangenaubach, an der Kalteiche usw., wo in wenig fruchtbarer Gegenddurch H. Behlen Überreste von Siedelungen der Spät-La-Tene-Zeit mitausgedehnten Ackerterrassen und Steinrotteln untersucht wurden. Nament-lich an der Kalteiche konnte ich die Siedelungen und alten Wege ein-gehender studieren und habe den Eindruck gehabt, daß diese auffallenddichte, aber ärmliche Bevölkerung infolge kriegerischer Vorgänge indieses wenig wirtliche Gebiet zurückgedrängt wurde. Wie weit sie in