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Lech. Des Malers Sohn, der Diamantschneider Philipp Holbein,legte »mehrere vom Wasser getriebene Werke zum Steinschneidenan« laut Hegner, S. 34. Solche Ausnutzung von Wasserkräften be-ruhte vielleicht auch mit auf alten Erinnerungen der Familie an dieRavensburger Zeit. Dieser schmale Lecharm fließt zwischen Hausund Straße. Vor dieser führte eine Brücke zum Torweg. Rechtsvon diesem zeigte das Haus ein Fenster, links drei; über dem rechtenein Firmenschild: »Sargmagazin«. Im Oberstock fünf, weil nochdas über dem Tore hinzutrat. In der rechten Hälfte zwei große,links drei kleinere Fenster. Darüber stieg ein hohes Dach auf, auszwei Böden bestehend, deren jeder vier Erker aufwies und voneinem Schornsteine durchbrochen wurde. Eine dritte Esse saß aufder Ecke, wo der linke Giebel und der Dachfirst zusammenstoßen.Im Innern waren eben (1894), erst vor Wochen, die Dielen einerStube des Oberstockes erneuert worden. Dabei fand man alsFüllungsstoff gegen zweihundert alte Malerpinsel. Ich schlug demHauseigentümer Holzgräber eine chemische Untersuchung vor, umeine Streitfrage über die Bestandteile der alten Malerfarben zu lösen.Aber leider hatte er schon alle Pinsel an Engländer und Amerikanerverkauft, nicht einer war mehr übrig, und sein Versprechen, mireinen etwa noch zum Vorschein kommenden zu schicken, ist nichterfüllt worden. Ich nehme daher an, daß sich keiner wieder ge-funden hat. Eine Gedenktafel befand sich zwischen den Fensterndes Oberstockes. Sie lautete:
»Hier wohnte der berühmte Maler Plans Holbein der Älteregeboren um 1470, gestorben um 1524. Und hier wurde auch seinberühmter Sohn geboren, welcher zuerst in seiner Vaterstadt, dannin Basel und London die herrlichsten Werke schuf, welche die deutscheKunst hervorbrachte. Er starb zu London 1555 an der Pest.«
(Diese Jahresangabe hat Woltmann auf 1543 richtiggestellt.)Ich gebe diese Beschreibung, weil das so alte Haus schließlich dochdem neuzeitlichen Baudrange leider zum Opfer fallen wird.
Eine weitere Ehrung des Namens Holbein in Augsburg fanddadurch statt, daß sich die Oddfellowloge Nr. 6 von Bayern »Hol-beinloge« nannte. '