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Die Holbeiner : ein Überblick über eine 700-jährige bürgerliche Familiengeschichte mit Stammbäumen
Entstehung
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Deutsch. Hätte Heintz schon länger in Ohrdruf gelebt, so würdeer ebensogut wie seine Kinder Holbein anstatt Holbynn geschriebenworden sein. Er ist also offenbar nicht in Ohrdruf geboren, son-dern dorthin zugezogen, und zwar aus Schwaben, von wo er denKlang »y« anstatt »ei« und die Aussprache seines Namens Holbynn,sowie die Tradition, von einem Maler Hans Holbein abzustammen(Kap. VII a. E.), mitgebracht hat. Von Heintzes vier Kindernwerden wir sehen, daß alle zwischen den Jahren 1560—15 75 starbenund eins um 1549 sich verheiratete. Deshalb werden die Geburts-jahre seiner vier Kinder bald nach 1500 liegen und das Geburtsjahrvon Heintz Holbynn selbst um 1470. Wenn wir annehmen, daßsein Vater wieder ein Menschenalter, zirka dreißig Jahre früher, alsoum 1440 in Schwäbisch-Gmünd geboren ist, so konnte dort dessenVater recht wohl einer der 1403 erwähnten Söhne von Hans Hol-bein IV. (dem Übersiedler) gewesen sein, indem dieser Sohn beimWegzuge aus Ravensburg 1440 nicht mit nach Augsburg, sondernnach Schwäbisch-Gmünd verzog. Eine solche Annahme würde sichmit sämtlichen sonstigen Nachrichten auffallend gut vertragen, nichtnur mit den von uns schon besprochenen, sondern auch mit folgen-den Betrachtungen:

1. Unter den im Diplom von 1787 erwähnten freien Künstenist die Goldschmiedekunst mit zu verstehen. Ihr huldigten des MalersSöhne Jakob und Philipp, sein Enkel brachte es bis zum Hofjuwelier.Und wenn wir S. 46 sahen, daß das Diplom von 1787 den be-rühmten Maler Hans Holbein mit dem auch als Maler genanntenHans Holbein von 1440 verwechselt, was nach 347 Jahren nichtwunderbar erscheint, so würden wir dazu gelangen, daß ein Sohndes Übersiedlers Hans sich der Goldschmiedekunst in Schwäbisch-Gmünd widmete. 2. Noch heute ist Schwäbisch-Gmünd ein Hauptortder Industrie in Gold, Silber und ähnlichen Schmucksachen, undnoch heute lebt in Schwäbisch-Gmünd als Fabrikant solcher SachenAlbert Holbein (geb. am 31. Juli 1869, verehel. 1903 mit Mathildegeb. Tormin). Als ich mit ihm auf dem Rathause zu Gmünd er-schien, fragte man uns, ob wir nicht Brüder wären, wir sähen jauns so ähnlich. 3. Die Familie in Schwäbisch-Gmünd läßt sich überzwei Jahrhunderte zurück verfolgen bis auf Balthasar Holbein, ver-