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Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den neuesten Forschungen
Place and Date of Creation
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I 43

10. Gutenberg in Mainz.

Die glaubwürdigste Nachricht über den Erfinder der Buchdrucker-kunst ist jene des Grafen v. Zimmern (S. 56), wonach Gutenberg einhabehafter, reicher Bürger war, welcher sein ganzes Ver-mögen aufwendete, bis ihm die Erfindung gelang. DieseNachricht stimmt mit dem überein, was wir von der Familie Gäns-fleisch wissen (auch in Specklins Strassburger Chronik wird vonGutenberg behauptet, dass er reich war), und es ist ganz natürlich,dass sowohl die Versuche als die Herstellung der Bibel damals einVermögen aufzehren konnten, aber nicht vergebens, denn wir wissen,dass ein Exemplar des Katholikon mit 41 Gulden bezahlt wurde, diedreibändige Bibel musste das dreifache, wenigstens too Gulden kosten,was bei 300 Exemplaren eine Einnahme von 30,000 Gulden ergab;mochte also die Herstellung 4000 Gulden (wie Schöffer dem Trithemiuserzählte) und mehr gekostet haben, das Geld war nicht verloren,wenn es bei dem langsamen Absatz der theueren Bücher auch langsameinfloss.

Mit Zimmerns Nachricht ist unvereinbar, dass der Erfinder zuStrassburg eine Schuld von 80 Pfund aufgenommen habe, für die ereinen Bürgen stellen und eine Rente von jährlichen zehn Gulden ver-pfänden musste, welche Schuld er niemals bezahlte. Damit ist aber auchunvereinbar, dass er 1448 in Mainz, völlig mittellos, durch einen Ver-wandten, Arnold Gelthus, bei Reinhard Brumsern und Henechin Roden-stein 150 Gulden borgen Hess, wofür er sich zu 7 '/ 2 Gulden an Gold jähr-licher und ewiger wiederverkäuflicher Gülte verpflichtete. Auch dieseSchuld soll weder von ihm selbst noch von Gelthus bezahlt worden