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Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den neuesten Forschungen
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Vo rwo rt.

Zehn Jahre sind verflossen, seit ich bei Ausarbeitung meiner»Illustrierten Geschichte der Buchdruckerkunst« der Erfindungsge-schichte derselben näher getreten bin und dabei als gelernter Buch-drucker die Erfahrung machte, dass dieselbe keineswegs so klar ist,wie gewöhnlich angenommen wird. Ich habe damals dieser An-schauung freimüthig Ausdruck gegeben.

Inzwischen ist durch die Forschungen des Bibliothekars inDublin, Herrn J. H. Hessels, des Bibliothekars in Göttingen, HerrnProf. Karl Dziatzko, und durch mehrere Aufsätze in dem von demOberbibliothekar zu Halle, Herrn Dr. 0. Hartwig, herausgegebenen»Centraiblatt für Bibliothekswesen« manches neue Licht verbreitetworden, welches würdig ist, nicht nur in den Kreisen der Bibliotheks-beamten zu leuchten, sondern auch dem deutschen Volke eine richtigereAnschauung über die grösste Erfindung, welche aus seinem Schossehervorgegangen ist, zu verschaffen. ,

Wenn ich hiebei Dr. van der Lindes vor mehreren Jahrenerschienenes Werk über die Geschichte der Erfindung der Buch-druckerkunst nicht erwähne, so geschieht dies nicht aus Unkenntnisdesselben, sondern weil dasselbe in keiner Weise etwas zur Aufhellungder Sache beigetragen hat. Bezeichnend für dieses Buch ist, dassder Verfasser in den mehr als tausend Quartseiten desselben nichtim Stande war, den im ersten Bande versprochenen Stammbaum zuliefern, weil er sich nicht die Mühe genommen hatte, die Familien-verhältnisse des Mannes zu erforschen, über welchen er ein sodickes und doch inhaltarmes Buch schrieb.