Druckschrift 
Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den neuesten Forschungen
Entstehung
Seite
142
Einzelbild herunterladen
 

142

Gutenbergs angebliche Schulden in Strassburg.

Der Darmstädtische Haus- und Staatsarchivar, Dr. G. FreiherrSchenk zu Schweinsberg, will gefunden haben, dass die Frau desFriele Gensfleisch, Mutter des Johann Gutenberg, eine Tochter desWerner Wyrich zu Mainz und die Gattin dieses Wyrich aus ersterEhe die Mutter des Mainzer Richters Johann Leheimer war; dieserwar somit nicht Grossvater, sondern Stiefonkel des JohannGutenberg.

Wenn diese Eintragungen des Thomascapitels echt sind, sozeugen auch sie gegen den Strassburger Process, denn jener Guten-berg, welcher 1438 auf fünf Jahre eine Actiengesellschaft für Steine-polieren, Spiegelmachen und andere derlei gewinnbringendeKünste gebildet hatte, konnte während dieser fünf Jahre nicht sogeldlos geworden sein, um ein Darlehen annehmen zu müssen. Dochauch hievon abgesehen, bleibt es unklar, was aus der Gülte desGrossvaters Leheimer geworden ist, welche ja die jährlichen Zinsenmehr als genügend deckte und als Pfand eines geistlichen Stiftesfür jeden anderen unantastbar war.

Nach den Verzeichnissen des Helbelingszollbuches soll Guten-berg im Jahre 1439 eine Taxe gezahlt haben, blieb aber 12 Schillingschuldig, welche er am 24. Juni 1440 bezahlte. Er zahlte dann am21. September 1443 und am 2. März 1444. In demselben Verzeich-nis soll die Eintragung, »dass diesen Zoll gezahlt habe Ennel Guden-bergen«, ohne Jahr gestanden haben. Diese Eintragungen wurden zu-erst von Schöpflin 1760 veröffentlicht. A. van der Linde hält dieEintragung der Ennel Gudenbergin für gefälscht.

Schliesslich soll Gutenberg an der Vertheidigung Strassburgsgegen die Armagnacs (1444) Theil genommen haben; in dem Ver-zeichnisse der Contingente soll es heissen: »Diese Nachgeschriebenensind Zugesellen, die keine ganze Zunft haben: Hans Gutenberg,Andreas Heilmann etc.«