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Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den neuesten Forschungen
Entstehung
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3. Der Erlinder.

Der Erfinder der Buchdruckerkunst hat sich nie genannt;stumm wie ägyptische Sphinxe liegen die ersten gedruckten Bibelnvor uns, keine gedruckte Zeile in denselben sagt, von wem, wannund wo sie gedruckt worden sind, nur aus den handschriftlichen Auf-zeichnungen der Rubricatoren wissen wir die oben (S. 25) angegebenenJahreszahlen derselben.

Die Gründe, welche den Erfinder veranlassten, sich nicht zunennen, kennen wir nicht; seine Abstammung aus vornehmer Familiekonnte ihn daran nicht hindern, denn sein Verwandter NikolausBechtermünze nennt sich mit Wiegand Spiess als Drucker des Vocabu-lariums vom Jahre 1467. Entschieden abzuweisen ist jedoch die bös-willige Behauptung, Gutenberg habe Schulden halber nicht gewagt,sich als den Drucker seiner Bücher zu nennen; denn erstens konntees etwaigen Gläubigern in Mainz oder Strassburg nicht unbekanntbleiben, dass ihr Schuldner in Mainz Bücher drucke, zweitens sindviele Bücher des XV. Jahrhunderts ohne Namen der Drucker erschienen,und man müsste diese sonach alle als verschuldet betrachten.

I.

Leider schweigen auch die nächstliegenden zeitgenössischenQuellen über die Erfindung der Buchdruckerkunst. Der Verfasser desChronicon Moguntinum erzählt von dem frühen Winter des Jahres1440, von dem Einfall der Franzosen 1444, von dem achtwöchent-lichen Herbstregen 1445, von der Kälte und den Maikäfern im Früh-