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4. Geschichtsfälschungen.
I.
Obwohl Johann Schöffer, der Sohn des Peter Schöffer von Gerns-heim, im Jahre 1505 in der Widmung der deutschen Ausgabe desLivius »den kunstreichen Johann Guttenbergk« als den Erfinder derBuchdruckerkunst genannt hatte, fing er im Jahre 1509 in der Schluss-schrift zum Enchiridion an, seinen Gross.vater Johann Fust alsden Erfinder zu bezeichnen. Im Jahre 1515 versah er des TrithemiusChronik mit einer Schlussschrift in Form eines Kelches, welcher einGiftbecher für das Andenken Gutenbergs werden sollte. Der Textdesselben, welcher auf der folgenden Seite in treuer Nachbildung 1 )folgt, lautet ins Deutsche übersetzt:
»Gedruckt und vollendet ist gegenwärtiges Geschichtswerk imJahre des Herrn 1515 am Vorabende des Margaretentages in deredlen und berühmten Stadt Mainz, der ersten Erfinderin dieser Kunstdes Buchdrucks, von Johann Schöffer, Enkels des ehrbaren Mannesweiland Johann Fust, Bürgers zu Mainz, des ersten Urhebers dermerkwürdigen Kunst, welcher endlich die Kunst des Druckens auseigener Geisteskraft zu erdenken und zu erforschen angefangen imJahre der Geburt des Herrn 1450, in der 13. Indiction, unter der
') Als Gegenstück folgt auf S. 85 die Nachbildung dieser Schlussschrift,welche Dr. van der Linde in seinem »Gutenberg«, S. 238, und in seiner »Geschichteder Erfindung der Buchdruckkunst«, S. 290, gegeben hat; dieselbe ist ein Nach-druck der von Dr. C. A. Schaab in seiner »Geschichte der Buchdruckerkunst«,
I) 557) oder Anderen gegebenen ungenauen Abschrift. Und das nennt sichexacte Forschung.