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Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den neuesten Forschungen
Entstehung
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Gutenbergs angebliche Unterschrift.

wie aus einer Angabe im Todtenregister der Abtei St. Victor: Anni-versar ins honorabilium virorum Petri Schaff er et Conradi Henlif (Ver-stümmelung aus Henchin, i. e. Johannson) etc. 1 )« Die zwei erstenBeweise sind somit aus der Luft gegriffen und der dritte Be-weis beruht auf einem Irrthum in der Person!

Ferner schreibt Dr. van der Linde über Bodmann:

»Unter seinen zu Miltenberg liegenden Collectaneen zur Ge-schichte der Erfindung der Buchdruckerkunst findet sich ein Zettel,worauf er eigenhändig mit Bleistift Verschiedenes aus Archivaliendes Mainzer Victorstiftes notiert hat. Am Fusse des Blattes steht:Henchin Gensfleisch qni bibliam fecit 14.66. in libro fraternitatis eccl.S. Victor. Lit. L,fol. j verso. Das Darmstädter Staatsarchiv besitzt diesenLiber mit der alten Signatur L, schlägt man aber Blatt 7, Rückseite,nach, so steht da Hengin Gudenberg civis Moguntinus und sonstnichts. Aus demselben Buche hat er verschiedene Stückchen, woraufNamen gestanden, ausgeschnitten. Den Gebrauch, den er davongemacht hat, findet man bei Schaab II, Anmerkung. 2 ) Eine neuefreche Fälschung, bis jetzt die fünfte.« 3 )

Dr. van der Linde weist Bodmann auch folgende Fälschung zu,über welche Hessels berichtet: »Nr. 20. Eine sogenannte Unterschriftin einem Tractatus de celebratione missarum secundum frequentioremcursum diocesis maguntinensis. Ein Exemplar dieses Werkes soll 1781aus dem Karthäuserkloster bei Mainz in die Universitätsbibliothekdieser Stadt gekommen sein. Gotthelf Fischer gibt ( Essai sur lesmonumens typogr. de Jean Gutenberg 1882) den Titel und versichert,er habe es in dieser Bibliothek in einem Bande mit einer Anzahlhandschriftlicher Abhandlungen gebunden entdeckt, und der Rubri-cator habe mit rother Tinte darauf geschrieben:

') Linde, Gutenberg, S. 509.

2 ) Dieselbe lautet: »Unter den von Prof. Bodmann hinterlassenen Papierenfindet sich ein ausgeschnittener schmaler Riemen Pergament, worauf steht: HenginGudenberg civis mog., und darüber von Herrn Bodmanns Hand: Autographa. In eleu-hoc fratrum virorum fraternitatis sancti victoris. Ob dies Gutenbergs eigenhändigeUnterschrift ist, will ich nicht behaupten.«

3 ) Linde, Geschichte der Erfindung, S. 69.