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Gedicht des Correctors Bergellanus.
XXIII.
Hundert Jahre nach der Erfindung, im Jahre 1541, veröffentlichteder Mainzer Corrector Arnold Bergellanus ein lateinisches Lob-gedicht, welches im wesentlichen folgendes ^enthält:
»Die beinahe göttliche Kunst, mit gegossenen Buchstaben Bücherzu drucken, wurde in den Mauern der alten Stadt Mainz zur ZeitFriedrich III. 1450 erfunden. Da entfloss dem berühmten JohannGutenberg gleichwie einem lebendigen Strome das Werk. Man sagt,dass die Stadt Strassburg ihn von seiner Kindheit an in ihrem Schosseernährt habe, aber Mainz spendete ihm, allen ihren Bürgern, erfreulicheGaben. Dort begann er die Erstlinge seines Wirkens zu bilden, hieraber brachte er das Werk der Kunst zur Reife. Er war von vornehmerAbstammung, doch von noch höherer Tugend, daher er ein Ritter vonwahrem Adel zu nennen ist. Sein Fingerring gab ihm die erste Ver-anlassung, das der Pallas würdige Werk mit dem Grabstichel zu ver-suchen. Dann betrachtete er eine Weinpresse und sprach: Die neuePresse soll so gemacht werden. Er rief Gott um Beistand an, ihm wardGewährung, und göttliche Begeisterung erfüllte ihn. Mit emsigenHänden ging er ans Werk, bald rieb er sich das sorgenschwere Haupt,bald versuchte er auf verschiedene Weise den Grabstichel anzuwenden;er suchte einsame Orte auf, liess oft voll Ueberdruss das Werk wiederliegen und kehrte immer wieder zu den rohen Versuchen zurück. Undes vergieng kein Tag, wo nicht mit emsiger Hand Buchstaben ge-schnitzt wurden, und er bildete die Lautzeichen aus hartem Messing.Allein neue Sorgen erwuchsen ihm nun. Als die ausgeschnittenenWerke nun vor ihm dastanden, die Arbeit sein kleines Vermögen auf-gezehrt hatte und er doch nicht vermochte, die Kunst zum bestimmtenZiele zu führen, war er schon auf dem Punkte, das angefangene Werkaufzugeben. Endlich wurde er durch den freundschaftlichen Rath desFaust ermuntert, welcher seinen erschöpften Kräften Hilfe brachte.Faust gab zu dem Unternehmen das Licht und die Kosten her. Unddiese Männer schneiden nun in leichtes Holz die ersten Buchstaben,welche jeder auf verschiedene Weise einzeichnen konnte. Nachdem sieTropfen von Sepia darauf gebracht hatten, legten sie einsaugendes Papier